Isarwinkel

Der Isarwinkel ist eine oberbayerische Region entlang der Isar in den Bayerischen Alpen zwischen Bad Tölz und der Landkreisgrenze drei Kilometer östlich von Wallgau, wo das Obere Isartal sich nach Westen anschließt. Keinesfalls verwechseln oder gleichsetzen sollte man jedoch den Isarwinkel und das (untere) Isartal, eine Region entlang der Isar zwischen Tölz und München.


Geographie:

Die Grenzen des Isarwinkels sind im Norden die Orte Gaißach und Wackersberg sowie der südliche Teil von Bad Tölz, im Osten der Höhenzug Rechelkopf – Buchstein – Hochalm und die Landesgrenze zu Tirol vom Achenpass und bis zum Forsthaus Aquila im Bächental, im Süden ebenfalls die Landesgrenze über Lerchkogel und Schafreuter bis ins Fermersbachtal und im Westen im Wesentlichen die alte, 1332 von Ludwig dem Bayern festgelegte Grenze zum Kloster Benediktbeuern entlang der Isar bis zum Einlauf des Staffelgrabens in den Sylvensteinspeicher und weiter über die Höhen Falkenberg, Hoher Zwiesler, Brandkopf, Langeneck, Beigenstein, Hennenköpfl, Vogeleck, Zwieselberg und hinab zum Stallauer Weiher. Bis zur Säkularisation in Bayern 1803 gehörte die Jachenau zum Klostergericht Benediktbeuern und nicht zum Isarwinkel. Danach wechselte sie in die Verantwortung des Landgerichts (Bezirksamts, Landratsamts) Tölz und wurde so zunehmend dem Isarwinkel zugeordnet. Der Tölzer Kurier berichtet heute über die Jachenau unter der Rubrik “Isarwinkel”. Schon in einem Vertrag mit Herzog Albrecht IV. „von des Holzschlags wegen“ vom 4. Oktober 1497 wird der Raum zwischen Tölz und Wallgau als „Iserwinkl“ bezeichnet. Die an die Flusslandschaft angrenzenden Berge sind zumeist nicht höher als 1800 m ü. NN.


Geschichte:

1705 entwickelte sich hier während des Spanischen Erbfolgekrieges der erste Widerstand gegen die österreichischen Besatzer. Diese Bayerische Volkserhebung fand schließlich in der Sendlinger Mordweihnacht ihr tragisches Ende.

Im 11. und 12. Jahrhundert wurde der dichte Nadelwald durch Rodung aufgelockert und zweigt erste Siedlungen auf. Diese Siedlungsorte lagen am Hochufer der Isar und lagen im Besitz des Hochstifts Freising und einzelnen Klöstern wie Schlehdorf, Schäftlarn, Tegernsee, Benediktbeuern und Beuerberg. Beispielsweise wurde um 1219 der Wald vom Kloster Schäftlarn bei Wackersberg gerodet. Nach und nach wurden Bauernfamilien ansässig und wurden streifenweise Land zugesprochen.

Flößerei:

Nicht nur die Landwirtschaft sondern auch der Holzschlag stellte einen noch wichtigeren Wirtschaftszweig im hohen Mittelalter dar. Daher wurden Mühlen erbaut, beispielsweise in Tölz, Aichmühle oder Sägemühle (Lenggries). Das weitere Wachstum großer Städte an der Isar erforderten viel Holz, dieses wurde flussabwärts geschifft. Ab Mittenwald war die Isar per Floß schiffbar. Vorerst wurden Balken, Dachsparren und Holzkohle transportiert. Später im 15. Jh. kamen Möbelstücke hinzu. Für Baumaterialien wurde Flusskiesel der Isar verwendet, aber auch Kalk wurde gebrannt.

Vögte und Edelfreie:

Die geistlichen Herren durften kein Schwert führen und sich nicht mit Geldeintreibungen befassen. Daher wurden weltliche Machthaber mit dieser säkularen Aufgabe belehnt und fungierten als Vögte (advocati). Die bekannteste weltliche Herrschaft im 11. bis 13. Jh. waren die Grafen von Andechs und die Wolfratshauser Burggrafen (Seitenlinie der Andechser). Diese Grafen traten als Vögte, aber auch als Eigenbiesitzer auf. Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Flusstales waren Edelfreie Geschlechter (Nobiles) nicht häufig.

Burgen:

→ Burgen im Isarwinkel

Die Burgen im Isarwinkel wurden auf dem Hochufer der Isar oder Bergvorsprüngen erbaut. Zu den herrschaftlichen Zentren galten die Burgen Hohenburg, Tölz und Schellenberg. Weiter im Norden liegt Hohenburg.


Klima:

Das Klima in Isarwinkel ist gemäßigt, aber durch die Nähe zu den Alpen gibt es im Winter kontinentale Einschläge.

Bad Tölz:

Wallgau:


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Die Kreisstadt Bad Tölz liegt im Isarwinkel

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Die Tölzer Isar mit Blick Richtung Isarstaussee von Oberfischbach

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Blick auf die Alpen, Bad Tölz und auf die Isar