Burgstall Hechenberg

Blick auf Hechenberg über dem Isartal (Dietramszell – LK Bad Tölz-Wolfratshausen)

Die abgegangene Spornburg am Isarprallhang von Hechenberg lag einst 100 m über den Isartal und eröffnete den Burgherren einen Weitblick über die Alpenkette bis in das Allgäu. Heute ist nur noch ein Burgstall erhalten, dieser liegt westlich der Kirche St. Valentin von Hechenberg (Gde. Dietramszell) im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Eine Bruchstelle einer abgegangen Turmhügelburg liegt weitere 200 m östlich des Burgstalles.¹


Adelsfamilien und Besitzer:¹

  • Herren von Hohanperg (11. Jh.): vermutlich Gründer/Erbauer und erste Burgherren der Burg Hechenberg (Hohanperg, Hohenperch, Hochinperch).
  • Dominikanerkloster Augsburg (1487-1559)

Turmhügelburg Hechenberg:

Der Turmhügel stellt eine abgegangene Wasserburg im Bautyp einer Motte dar. Dieser befindet sich ca. 100 m nordöstlich der Kirche von Hechenberg (Dietramszell). Der Wassergraben ist 5 bis 7 m breit. Möglicherweise handelte es sich um die Vorgängerburg der Burg Hechenberg aus dem 13. Jh.

Besitzer:

11./12. Jh.         Herren von Hechenberg 

Historie der Burg:

11./12. Jh.         Erbauung durch die Herren v. Hechenberg. 

1033/1045        Erwähnung der Turmhügelburg

15. Jh.                Zerstört.

19. Jh.                Abgebrochen.


Herren von Hechenberg (Hohanperg):²

Richher [Richard] de Hohanperg ist der erste des Geschlechtes, der in den Tegernseer Urkunden begegnet. 1035 fand die Übergabe einer Magd, Liuthwinda, statt an der er als vierter Zeuge auftritt. Unmittelbar danach wird ein Dietmar de Hohenperch in einem Schankungsbrief des Jahres 1045 genannt. Dietmar d. H. soll der Stiefvater des oben genannten Richher d. H. gewesen sein. Zudem erschienen zwei Brüder: Udalscalch [Udaschalk] und Rihher [Richard] de Hohenperch, welche der Bischof Heinrich von Freising im Jahre 1102 bie der Bestätigung des neugestifteten Kloster Dietramszell als Zeugen bezieht. In der Folge siegelt ein Oze de Hohnperch im Kloster Herrenchiemsee (1035), ein Mann namens Adalpero d. H. begegnet uns im Jahr 1140 in Tegernsee und 1165 leisten Albero und Hartmann d. Hohenperch dem Herzog Chuonrad [Konrad] von Dachau nach Zeugenschaft da er vor seiner Kreuzfahrt ins Hl. Land zwei seiner Güter, zu Walde und Röhrmoos dem Kloster Tegernsee zu eigen gibt.

Aussterben:

Ab diesem Zeitpunkt verschwinden die Ritter von Hohenberg nahezu für siebzig Jahre. Grund hierfür ist der Einzug nach Palästina. Besitz ihrer Burg bekamen, offenbar durch Erbschaft, die von Tölz und Hohenburg. Gegen Mitte des 13. Jahrhunderts tritt ein Chuonrad [Konrad] de Hohenbere im Jahr 1230 bei einer Schenkung an das Kloster Dießen wieder auf. Jedoch ist unklar, ob es sich um die alte Adelsfamilie oder einer neuen, benannt nach der Burg, Adelsfamilie handelt. Weiterhin ist das alte/neue Adelsgeschlecht stark vertreten, so wurde 1392 von einem Ulrich von Hohenberg berichtet. 1487 kam es zum Verkauf des Besitztums, welches fortan in raschem Wechsel durch viele Adelsgeschlechter gelang. 


Quellennachweis:

¹WEITHMANN, Michael (1994): Inventar der Burgen Oberbayerns, Bezirk Oberbayern (Hrsg.), 1995.

²WESTERMAYER, Georg (1871): Chronik der Burg und des Marktes Tölz. Verlag von Franz P. Schapperer, Bad Tölz. S. 12f.