Isartal

Das Isartal gehört zu den schönsten und wildesten Landschaften Deutschlands. Der obere Talabschnitt zwischen Wallgau und Vorderriss, wird auch als “Bayerisches Kanada” bezeichnet. Der Name des Fluss bedeutet soviel wie die “Reißende” und stammt von der keltischen Sprache ab. Vom Karwendel bis zu ihrer Mündung in die Donau legt der Fluss eine Länge von fast 300 km zurück. Der Flussverlauf führt durch unterschiedlichste Landschaften, die von Hochgebirgen der Alpen bis über die weiten Ebenen der Münchener Schotterebene reicht. Über Jahrhunderte hinweg war der Fluss eine wichtige Handelsroute für die Floßfahrt. Vor allem zwischen Lenggries und München wurde Salz und Holz, sowie andere Wertgüter auf dem Fluss transportiert. Auch viele, heute oftmals nicht mehr erhaltene, Mühle befanden sich an den reißenden Stromschnellen der Isar. Nach und nach wurde der Fluss durch Stauwehre und Speicherseen gezähmt, um das Isartal vor sporadisch auftretenden Hochwässern zu schützen oder um Strom zu erzeugen. Ab den 1980ern wurde damit Begonnen, den Fluss wieder ein natürliches Bett zu geben. Vor allem in der Landeshauptstadt München wurde viel in die Renaturierung investiert. Zwischen dem Deutschen Museum und Hessenlohe befinden sich heute Kiesbänke, Inseln und flache Uferzonen. Den wahren Wildfluss-Charakter hat die Isar oberhalb des Sylvensteinspeichers erhalten. Im Flusswasser leben kleinere Bestände von Huchen, Koppen und Welsen.


Oberes Isartal:

Im Oberen Isartal weist die Isar noch ihren ursprünglichen Charakter und Flusslauf auf. Vor allem zwischen Wallgau und dem Sylvensteinsee mäandert der Fluss und bildet somit Kiesflächen und -inseln.

Quelle:

Die Quellbäche des offiziellen Isar-Ursprunges befinden sich im Hinterautal zwischen der Gleirsch-Halltal-Kette (Süden) und der Hinterautal-Vomper-Kette (Norden) des Karwendels. Der Lafatscher Bach ist der längste Quellbach der Isar, dieser entspringt ca. fünf Kilometer südöstlich des Langerhauses (Gemeinde Absam). Die Quelle des Baches wird oftmals auch als Isarquelle bezeichnet. Die Längenangabe von 291,5 km bezieht sich auf diese Quelle.

Scharnitz bis Krün:

Mittenwald

Innerhalb des Karwendels fliesst die Isar nach Westen. Einige Kilometer vor Scharnitz, mündet der Gleirschbach und der Karwendelbach in die Isar und der Fluss knickt Richtung Norden ab und passiert die Talenge “Scharnitzer Klause”, sowie die Grenze zu Deutschland. Südöstlich von Mittenwald mündet die Leutascher Ache, von der Südseite des Wettersteingebirges kommend, in die Isar. Zwischen Krün und Mittenwald befindet sich die erste Stauwehr des Flusslaufes. Ihr Wasser hier größtenteils abgezweigt und durch die Isarüberleitung dem Kraftwerk Obernach am Walchensee zugeführt.

Wallgau bis Lenggries:

Sylvensteinspeicher

Bei Wallgau fliesst die Isar nach Osten in den oberen Isarwinkel. Dort fliesen die Dürrach und der Walchen in die Isar. Die beiden Zuflüsse erreichen den Fluss heutzutage im Sylvensteinspeicher. Dieser Stausee wurde 1955 bis 1959 zum Schutz vor Hochwasser und der Energiegewinnung angelegt. Zu den größten Zuflüssen zählt der Rißbach. Dieser mündet bei der Oswaldhütte an der Straße Vorderriß nach Hinterriß in die Isar. Dieser Zufluss kommt vom Rißtal und ist größer, als die Isar selbst. Der Rißbach wird gestaut und in den insgesamt fast sieben Kilometer langen Rißbachstollen eingeleitet, in welchem das Wasser dem Kraftwerk Niedernach zugeführt wird. Ab dem Sylvensteinspeicher fliesst die Isar gen Norden durch die Bayerischen Voralpen. Zwischen den Stausee und Lenggries erreichen von links die Jachen und in Gaißach von rechts die Große Gaißach die Isar.


Mittleres Isartal:

Diese Region zwischen Bad Tölz und Grünwald profitierten im Mittelalter von der Flößerei auf der Isar. Über der Isar thronten die “Isarburgen”. Heutzutage sind leider alle Burg verschwunden und nur die Burgställe sind übrig geblieben. Zu den größten Burganlagen zählten die bei Wolfratshausen und Baierbrunn. Weiter Standorte der “Isarburgen” waren Eurasburg, Rampertshofen, Hechenberg und Bad Tölz.

Bad Tölz:

Bad Tölz

Ab Bad Tölz beginnt die würmzeitliche Moränenlandschaft des Alpenvorlandes bis in die Schotterebene von München. Der Abfluss des Walchensees, dessen Wasser heute zu annähernd 100 % durch das Walchenseekraftwerk in den Kochelsee gelangt, ist damit die Loisach. Diese fließt von Lermoos in Tirol entlang der Nordseite des Wettersteingebirges nach Garmisch, dann durch den Kochelsee und mündet schließlich bei Wolfratshausen in die Isar.

Isartal des hügeligen Oberlandes:

Hinter Bad Tölz fließt die Isar durch ein tief eingeschnittenes Tal des Oberlandes. An der östlichenAbfallkante zum Isartal liegen einige Kirchdörfer, wie Hechenberg, Rampertshofen und Peretshofen. Das westliche Flussufer grenzt an die flachen Moorgebieten bei Königsdorf und dem Loisachtal zwischen Beurberg und Eurasburg. Die westliche Grenze der Ebene ist der Tischberg. Am westlichen Isarufer zwischen Königsdorf und Geretsried liegt der “Malerblick”, ein Aussichtspunkt auf das östliche Isartal und dem Flusslauf gen Norden.

Auwälder des Mittleren Isartales:

Besonders schöne Auwälder findet man bei Ascholding vor. Weiter im Norden liegen die Städte Geretsried und Wolfratshausen. Nördlich von Wolfratshausen fliesst die Loisach in die Isar. Hier befindet sich auch die Pupplinger Au, eine weiter Auwaldlandschaft mit Schwemmländer und mäanderten Flussläufen. Die Natur in den Auen von Ascholding und Puppling ist sehr artenreich und bildet ein sensibles Ökosystem. Von der “Weißen Wand” hat man einen atemberaubenden Blick auf das südliche Isartal mitsamt Alpenpanorama. Von dort erkennt man die Stadt Geretsried mit Umland und den mäanderten Flusslauf der Isar. Weiter nördlich von Wolfratshausen liegt die Gemeinde Icking. Der Fluss wird dort von der Ickinger Wehr zum Ickinger Weiher aufgestaut. Dort zweigt sich der Isarkanal ab und bildet eine künstliche Insel. Auf der Insel liegt der Eisweiher, ein künstlicher Stausee.

Schäftlarn bis Grünwald:

Anschließende zur Au und der Ickinger Wehr folgt das Kloster Schäftlarn und die Orte Baierbrunn, mit dem riesigen Burgstall, und Pullach im Isartal. Der Isarkanal mündet unterhalb von Baierbrunn wieder in die Isar. Auf der gegenüber liegende Flussseite befindet sich eine Römerschanze und ein Burgstall. Dort befindet sich auch der Georgstein, ein Fels am rechten Ufer der Isar und trägt einen Bildstock des Hl. Georgs. Beim Georgenstein querte die für den Salzhandel bedeutende Via Julia, die Römerstraße vom heutigen Günzburg über Augsburg nach Salzburg die Isar. Danach folgt der Isarbruch, einen markanten Taleinschnitt des Flusses bei Grünwald.

Isarauwälder an der Tattenkofer Brücke bei Geretsried


München, Unteres Isartal und Mündung:

Das Untere Isartal fliesst fast ausnahmslos durch Ebenen und leicht hügeligen Landschaften. Die Isar mündet in einem mittelgroßem Flussdelta in die Donau.

München:

Die Isar im Stadtgebiet weist Kiesflächen und -inseln auf. Sie wird auch als “Grüne Lunge” der Stadt bezeichnet. Sie gilt als ein beliebtes Rückzugsgebiet für Badegäste und Freizeitaktivisten. Unmittelbar nahe des Stadtzentrums mündet die Würm in die Isar. In München wird wieder Wasser von der Isar in den Mittleren-Isar-Kanal abgezweigt. Er führt rechts der Isar durch das Erdinger Moos und speist sieben Wasserkraftwerke, bevor er hinter Moosburg wieder in die Isar mündet.

Freising bis Moosburg:

Bei Freising erreicht die Isar den Nordrand der Schotterebene und fließt vor diesem nach Osten. Hier führt ihr die Dorfen Wasser aus dem Erdinger Moos zu. Nahe der Nordoststrecke der Ebene mündet vor Moosburg von rechts die Sempt. Hinter Moosburg mündet von links der größte Nebenfluss, die Amper, die als Ammer nahe der österreichischen Grenze südwestlich von Schloss Linderhof entspringt und erst nach Durchfließen des Ammersees den Namen Amper führt.

Urstromtal:

Von Moosburg fließt die Isar in einem Urstromtal durch das von der Tertiärzeitgeprägte Unterbayerische Hügelland nordostwärts zum Donautal. Nach insgesamt 292 Flusskilometern, davon 270 km in Deutschland, mündet sie südöstlich von Deggendorf in der Gemeinde Moos in die Donau.

Mündung:

Die Flussmündung liegt auf 312 Metern über Normalnull; damit hat die Isar von ihren Quellen bis zur Mündung in die Donau ein Gesamtgefälle von rund 848 Meter.