Sylvensteinspeicher

Der Sylvensteinspeicher, auch Sylvensteinstausee oder schlicht Sylvensteinsee genannt, ist ein fjordartiger Stausee im Isarwinkel südlich von Lenggries, an der Straße von Bad Tölzzum Achensee. Er wurde in den Jahren 1954 bis 1959 zwecks Hochwasserschutz im Isartal gebaut. In Trockenzeiten ist seit 1990 eine ausreichende Wasserführung der Isar gesichert, am Krüner Wehr wird aus ökologischen Gründen ein Restzufluss von mindestens vier Kubikmetern pro Sekunde gewährleistet. Der See hat eine Fläche von 14 km² und ein Volumen von 1.03.000 m³.


Staudamm und Wasserkraftwerke:

Zwei Wasserkraftwerke am Damm dienen der Energiegewinnung. 1994 bis 2001 wurde der Damm um drei Meter erhöht, um den Hochwasserschutz auszuweiten. Schon beimPfingsthochwasser 1999 konnten sich die Dammerhöhung und der zweite Hochwasserentlastungsstollen mit dem tempelartigen Einlaufbauwerk und mit einer Leistung von bis zu 400 m³/s bewähren. Beim noch stärkeren Alpenhochwasser 2005 musste am Nachmittag des 23. August 2005 die Schleuse erneut geöffnet werden, da die Grenze der Aufnahmekapazität des Sylvensteinspeichers erreicht war.

Staudamm:

Die Höhe des Damms selbst beträgt 44 m, die Länge seiner Dammkrone 180 m. Der Damm staut neben der Isar auch deren Seitenzuflüsse Dürrach (südlicher Arm) und Walchen(östlicher Arm) auf. Die Isar und Dürrach führen große Mengen Sedimente und Sedimentgesteine mit sich, welche den Stausee in den nächsten Jahrzehnten auffüllen werden.


Klima und Wassertemperaturen:

Der Sylvensteinsee liegt in den Alpen des südlichen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Daher ist das Klima streng und rau. Die Winter sind nasskalt mit reichlich Schneefall. Die Sommer sind mäßig warm mit frischen Nächten. In den wärmeren Monaten kommt es häufig zu Gewittern und manchmal auch Dauerregen. Die Wassertemperaturen schwanken im Sommer zwischen +15°C und +20°C. Während oder nach Hitzeperioden steigt die Temperatur schonmal auf +22°C.


Umwelteinfluss:

Für den Wildfluss Isar bedeutet die „Zähmung“ einen Lebensraumverlust für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten der – insbesondere bei Hochwasser – immer wieder von neuem durch das Wasser umgelagerten Schotterbänke. Besonders augenfällig wird diese anthropogene Veränderung des Ökosystems Flusslandschaft in der Pupplinger Au bei Wolfratshausen, wo sich in den vergangenen 50 Jahren der Auwald auf vormals offenen Schotterflächen erheblich ausgebreitet hat.


Tourismus:

Der Stausee wurde nach dem Sylvenstein, einer natürlichen Engstelle im oberen Isartal benannt und ist mit seiner imposanten Brücke ein häufig abgebildetes Motiv vor der Kulisse des Karwendelgebirges. Im See versunken liegt das ehemalige Dorf Fall, welches vor der Flutung abgerissen und einige Dutzend Meter höher an der Straße nach Vorderriß neu erbaut wurde. Aufgrund der landschaftlichen Attraktivität ist der Sylvensteinsee heute ein gefragtes Ausflugsziel und Erholungsgebiet.