🇮🇹 Italien (I): Bergurlaub Sextener Dolomiten (August 2024)

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Ein Bergurlaub im Hochsommer ist die ultimative Reise durch die vertikale Welt. Im August 2024 fĂĽhrte eine ausgiebige Fototour die „Roaming Lens“ mitten hinein in das UNESCO-Welterbe der Sextner Dolomiten. Dieses umfassende Photo Essay zieht die visuelle Bilanz einer unvergesslichen Zeit im rauen Fels und den stillen Tälern SĂĽdtirols. Es ist eine fortlaufende Erzählung ĂĽber die schiere Monumentalität der Natur, die jeden Tag aufs Neue fordert, und ĂĽber das unbarmherzige, wunderschöne Licht des Sommers, das die bleichen Berge in ein surreales Kunstwerk verwandelt.


Kreuzbergpass – Rifugio Berti – Sentinella – Fischleintal (20./21.08.24)

Die Dolomiten gehören zu den dramatischsten Gebirgszügen der Welt, und ein Aufstieg in die Sextner Dolomiten im Spätsommer zeigt warum. Am 20. und 21. August 2024 führte eine alpine Zweitages-Tour hinauf in eine Welt aus nacktem Fels, Geröllfeldern und geschichtsträchtigen Pässen. Diese Übersteigung dokumentiert den Weg vom idyllischen Talboden hinauf zum exponierten Rifugio Berti im Vallon Popera und weiter zum geschichtsträchtigen Übergang der Sentinella-Scharte (Passo della Sentinella). Es ist eine visuelle Erzählung über die schiere Monumentalität der Berge, das Wechselspiel von Schatten und steilem Fels sowie die Stille über der Baumgrenze. Die Kamera fängt hier die schroffen Kontraste ein: Das schwindende Licht des Abends an der Hütte, die raue Textur des Dolomitgesteins und die unendliche Tiefe des Raums beim Blick durch die Scharte.

[20./21. August 2024] – Rifugio Berti & Sentinella-Scharte: im Herzen der Sextner Dolomiten.

Abseits der überlaufenen Hotspots der Alpen existieren sie noch: die stillen, fast unwirklichen Orte, die sich erst durch harte Aufstiege offenbaren. Am 21. August 2024 führte der Weg der „Roaming Lens“ zum Lago di Popera, einem versteckten, eiszeitlichen Karstsee im Herzen des Popera-Hintertals. Der kleine See, eingebettet in eine karge Mondlandschaft aus Geröll und nacktem Kalkfels, wirkt wie ein fragiles Auge inmitten der gigantischen, vertikalen Steinwände, die ihn wie eine Festung umschließen.

[21. August 2024] – Fotospot „Lago di Popera“: das verborgene Spiegelbild eines einsamen Bergsees.

Nach den harten, kargen Aufstiegen in den hochalpinen Felsregionen bildet das Tal den Ort des Ankommens und Durchatmens. Am Abend führte der Weg der „Roaming Lens“ in eines der wohl schönsten Täler der Alpen: das Fischleintal (Val Fiscalina) bei Sexten. Eingerahmt von den gigantischen Kulissen der Sextner Sonnenuhr, verwandelt sich der flache Talboden im schwindenden Licht in eine Oase der Stille. Die Aufnahmen fangen hier den fließenden Übergang ein: von den letzten, brennenden Sonnenstrahlen auf den Berggipfeln hin zu den tiefen, kühlen Schatten, die sich langsam über die Lärchenwiesen legen.

[21. August 2024] – Abends im Fischleintal: das friedliche Finale im Tal der Könige.


Reset-Day: Höhlensteintal und Toblach (22.08.24)

Nach den weiten Panoramen des Fischleintals führt der Weg tiefer in die engen, dramatischen Korridore der Dolomiten. Am 22. August 2024 (Reset-Day) stand das geschichtsträchtige Höhlensteintal (Val di Landro), das als wilde Verbindungslinie zwischen Toblach und Cortina d’Ampezzo dient, im Fokus. Hier treffen die stillen, smaragdgrünen Oberflächen alpiner Seen auf die schroffen, senkrecht aufragenden Felsmassive der Sextner und Ampezzaner Dolomiten.

[22. August 2024] â€“ DĂĽrrensee (Lago di Landro): das tĂĽrkisblaue Juwel vor der Monumentalkulisse des Cristallo.

Mitten im engen Profil des Höhlensteintals, umrahmt von den schroffen Riesen der Sextner und Ampezzaner Dolomiten, liegt auf 1.406 Metern Höhe ein Fotospot der Extraklasse: der Lago di Landro (Dürrensee). Dieser eiszeitliche Bergsee fasziniert durch seine markante, milchig-türkise Färbung, die durch den hohen Kalk- und Sedimentgehalt der umliegenden Gletscherbäche entsteht. Das absolute Highlight ist jedoch der unversperrte Blick nach Süden: Wie ein natürlicher Spiegel fängt die glatte Wasseroberfläche die gewaltige, eisgekrönte Kulisse der Cristallogruppe ein. Ein Ort, an dem die unbarmherzige, vertikale Härte des Dolomitfelsens auf die meditative, horizontale Ruhe des Wassers trifft.

[22. August 2024] – Dürrensee (Lago di Landro): das türkisblaue Juwel vor der Monumentalkulisse des Cristallo.

Ein absolutes Highlight jeder Fotoreportage im Höhlensteintal ist der berühmte Drei-Zinnen-Blick. Nach der Erkundung des Lago di Landro und dem genauen Blick auf die Cristallogruppe öffnet sich weiter talauswärts eine Lichtung, die den unverstellten Blick auf die ikonischen Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo) freigibt. Diese gewaltigen Felsformationen sind nicht nur ein Wahrzeichen Südtirols, sondern ein Muss für jeden Landschaftsfotografen. 

[22. August 2024] – Drei-Zinnen-Blick: die majestätische Ikone der Dolomiten.

Wenn sich das Licht des Spätsommertags neigt, verändert sich die Energie der alpinen Orte vollständig. Am Abend des 22. August 2024 führte der Weg nach Toblach (Dobbiaco), dem charmanten Tor zu den Drei Zinnen im Pustertal. Zwischen historischen Fassaden, traditionellen Holzbalkonen und dem Blick auf die mächtigen Gipfel der Dolomiten entfaltet Toblach im Abendlicht einen ganz eigenen, unaufgeregten Zauber.

[22. August 2024] – Toblach (Dobbiaco): Abendstunden im Talort.


Einzigartige Schönheit der Cadini-Gruppe (23./24. August 2024)

Es gibt Landschaften, die wirken so extrem und zerzaust, als stammten sie aus einem Fantasy-Epos. Am 23. und 24. August 2024 führte eine alpine Zweitages-Tour mitten in das wilde Herz der Cadini di Misurina hinauf zur spektakulär gelegenen Fonda-Savio-Hütte (Rifugio Fonda Savio). Diese Etappe dokumentiert den Weg durch ein Labyrinth aus messerscharfen Felsnadeln, steilen Scharten und ausgesetzten Steigen. Es ist eine visuelle Erzählung über die schiere Faszination des vertikalen Raums, das Gefühl von Isolation im weiten Geröllmeer und die urige Geborgenheit auf über 2.300 Metern Höhe. Die Kamera fokussiert hier die extremen Formen: Das dichte Nebeneinander von filigranen Felstürmen, die wie steinerne Finger in den Himmel ragen, und die weiten Tiefblicke auf die umliegenden Dolomiten-Riesen.

[23./24. August 2024] – Cadini-Gruppe & Fonda-Savio-Hütte: Die wilden Zacken der Cadini-Gruppe und die Zuflucht der Fonda-Savio-Hütte.

Manche Orte besitzen eine so vollkommene Geometrie, dass sie wie für die Kamera geschaffen scheinen. Am 23. August 2024 führte der Weg erstmals zum Lago di Misurina, der oft ehrfürchtig als die „Perle des Cadore“ bezeichnet wird. Der Beginn des Aufstiegs zeigt die zeitlose Eleganz des auf 1.754 Metern Höhe gelegenen Sees, der wie ein flüssiger Saphir zwischen den mächtigen Massiven der Drei Zinnen und der Cadini-Gruppe eingebettet liegt. Es ist eine visuelle Erzählung über das Zusammenspiel von historischer alpiner Architektur, tiefblauem Wasser und der überwältigenden Symmetrie der Natur.

[23. August 2024] – Lago di Misurina: das alpine Spiegelspiel.

Es gibt Fotospots, die fordern einem alles ab – belohnen aber mit einem Anblick, den man nie wieder vergisst. Am 23. August 2024, im Zuge der anspruchsvollen Tour durch die Cadini-Gruppe, steuerten wir ein ganz besonderes Etappenziel an: die Forcella della Torre. Es ist eine visuelle Erzählung über die schiere Dramatik der Sextner Dolomiten, das Gefühl der Winzigkeit angesichts architektonischer Naturwunder und die Suche nach der perfekten Perspektive im unwegsamen Gelände.

[23. August 2024] – Fotospot „Forcella delle Torre“: der wilde Logenplatz an der Forcella della Torre.

Am 24. August 2024 führte der Weg in das Cadin di Rinbianco, ein verborgenes, hochalpines Karkarussell im Schatten der Drei Zinnen und der Cadini-Gruppe. Während die Massen zu den bekannten Hotspots strömen, entfaltet sich hier eine raue, ursprüngliche Einsamkeit: vom saftigen Grün der letzten Almwiesen hinauf in eine monumentale Arena aus hellem Geröll und den aufragenden, wild gezackten Felswänden der Dolomiten.

[24. August 2024] – Cadin di Rinbianco: die unberührte Wildnis des Cadin di Rinbianco.

Nur wenige Kilometer unterhalb der mautpflichtigen StraĂźe zu den Drei Zinnen liegt ein Ort, der unter Landschaftsfotografen als absoluter Geheimtipp fĂĽr intime Naturkompositionen gilt: der idyllische Lago d’Antorno auf 1.866 Metern Höhe. Während am groĂźen Nachbarn, dem Lago di Misurina, das alpine Leben pulsiert, findet man am von dunklen Fichten und Lärchen umgebenen Ufer des Lago d’Antorno eine ungestörte Zuflucht, die im späten Augustlicht bereits eine zarte Vorahnung auf den nahenden alpinen Herbst in sich trägt.

[24. August 2024] – Lago d’Antorno: die herbstliche Vorahnung am Lago d’Antorno.