Niederbayern: Herbst in Passau (22.10.22)

Der Herbst in Passau ist eine besondere Zeit, in der sich die Stadt in eine malerische Kulisse aus warmen Farben verwandelt. Die Luft wird klarer, und die einzigartige Lage am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz kommt besonders zur Geltung.

Die sanften Hügel, die Passau umgeben, sind mit Wäldern bedeckt, die sich im Herbst in leuchtendes Gelb, Orange und Rot verfärben. Diese Farben spiegeln sich im ruhigen Wasser der drei Flüsse wider. Das Wetter ist oft stabil und sonnig, ideal für Spaziergänge entlang der Uferpromenaden oder durch die engen Gassen der Altstadt. Die Temperaturen sind mild, aber eine Jacke ist für die kühleren Morgen- und Abendstunden ratsam.

Innbrücke zur Innstadt

Der Herbst ist die perfekte Zeit, um Passau in Ruhe zu erkunden:

  • Wanderungen: Die Umgebung lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Eine besonders schöne Route führt hinauf zur Veste Oberhaus, von wo aus man einen spektakulären Blick auf das herbstliche Farbenspiel der Wälder und den Zusammenfluss hat.
  • Flussfahrten: Viele Ausflugsschiffe auf der Donau verkehren noch bis Ende Oktober, was eine entspannte Möglichkeit bietet, die Region vom Wasser aus zu bestaunen.
  • Kulturelle Veranstaltungen: Die Passauer Kulturszene blüht im Herbst auf. Theateraufführungen, Konzerte im Dom St. Stephan und lokale Feste bieten Unterhaltung abseits des Outdoor-Erlebnisses.

Der Herbst in Passau ist eine Zeit der Entschleunigung, die die Schönheit der Natur mit dem historischen Charme der Stadt verbindet und eine Atmosphäre der Ruhe und Besinnlichkeit schafft.

Blick auf die Innstadt

Passaus barocker Schatz: Der Dom St. Stephan

Der Dom St. Stephan ist das herausragendste Bauwerk der Stadt Passau und die Kathedrale des Bistums Passau. Mit seiner imposanten Barockarchitektur und der weltgrößten Domorgel ist er ein zentrales Ziel für Touristen und Musikliebhaber.

Der heutige Bau wurde nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1662 errichtet. Er ist ein Meisterwerk des italienischen Barocks, entworfen von dem berühmten Architekten Carlo Lurago. Die prunkvolle Innenausstattung, die von Giovanni Battista Carlone geschaffen wurde, ist reich an Stuckarbeiten, Deckenfresken und Marmor, die das Innere der Kirche in ein helles und eindrucksvolles Raumerlebnis verwandeln.

Das Herzstück des Doms ist die größte Domorgel der Welt. Sie besteht aus insgesamt fünf Orgelwerken, die über einen zentralen Spieltisch bedient werden. Mit über 17.974 Pfeifen und 233 Registern ist sie ein einzigartiges Instrument, das für seine besondere Klangvielfalt berühmt ist. Von Mai bis Oktober finden täglich Orgelkonzerte statt, die Tausende von Besuchern anziehen.

Im Stephansdom  sind es nicht nur Kuppeln, sondern prachtvolle Kuppelgewölbe, die den Innenraum des barocken Doms krönen. Sie sind Teil der beeindruckenden Innenausstattung, die nach dem großen Stadtbrand 1662 geschaffen wurde. Die Gewölbe sind mit opulenten Stuckarbeiten und vor allem mit monumentalen Fresken von Johann Michael Rottmayr verziert, die Szenen aus dem Leben von St. Stephan und Marias Himmelfahrt darstellen.

Der Dom St. Stephan ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Schauplatz für kulturelle und spirituelle Veranstaltungen. Er ist ein Symbol für die reiche Geschichte Passaus als Bischofssitz und seine tiefe Verbindung zum Barock. Der majestätische Anblick des Doms über den Dächern der Altstadt ist ein unvergessliches Erlebnis.


Das Max-Denkmal: Der „Regenprüfer“ & der Domplatz

Der Domplatz in Passau ist der Vorplatz des Doms St. Stephan und wird von mehreren historischen Gebäuden, den ehemaligen Domherrenhöfen, gesäumt. Im Zentrum des Platzes steht eine bedeutende Bronzestatue, die dem Platz seinen besonderen Charakter verleiht.

Die Bronzestatue auf dem Domplatz stellt König Maximilian I. Joseph von Bayern dar. Das Denkmal, das zwischen 1824 und 1828 errichtet wurde, ehrt den ersten bayerischen König und seine Verdienste. Im Volksmund wird die Statue liebevoll „der Regenprüfer“ genannt. Dieser Spitzname stammt von der Geste des Königs, dessen ausgestreckter linker Arm aussieht, als würde er die Luft nach Regen abtasten.

Das Denkmal ist nicht nur ein historisches Zeugnis, sondern auch ein beliebter Fotospot, der einen einzigartigen Blick auf die beeindruckende Fassade des Doms St. Stephan bietet.


Wächter über drei Flüsse: Die Veste Oberhaus

Die Veste Oberhaus ist eine der größten und mächtigsten Burganlagen Europas. Sie thront auf dem Georgsberg, 105 Meter über dem Zusammenfluss von Donau und Ilz, und bietet einen beeindruckenden Blick auf die Dreiflüssestadt Passau.

Die Burg wurde im Jahr 1219 vom Passauer Fürstbischof Ulrich II. als Schutz- und Machtsymbol erbaut. Sie diente den Bischöfen als Residenz und Schutzburg vor Feinden von außen sowie vor den aufständischen Bürgern der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Veste kontinuierlich ausgebaut und verstärkt, bis sie im 19. Jahrhundert als Militärgefängnis und später als Kaserne diente. Seit 1932 befindet sie sich im Besitz der Stadt Passau.

Heute beherbergt die Veste Oberhaus das Oberhausmuseum, das die Geschichte der Stadt Passau und der Region dokumentiert. Highlights der Anlage sind:

  • Der Aussichtsturm: Ein multimedialer Turm, der die Geschichte der Region multimedial aufbereitet und von dessen oberster Plattform man einen unvergesslichen Panoramablick auf das Dreiflüsse-Eck hat.
  • Die Batterie Linde: Eine Terrasse, die einen der besten Aussichtspunkte auf die Altstadt und den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz bietet.
  • Die Georgskapelle: Eine Burgkirche mit beeindruckenden gotischen Fresken.

Zudem finden auf der Veste Oberhaus regelmäßig Veranstaltungen, wie Open-Air-Kinos und Konzerte, statt. Die Burg ist ganzjährig geöffnet, und es gibt die Möglichkeit, mit einem Pendelbus vom Rathausplatz aus hinaufzufahren.


Hauch von Venedig am Donauufer: Das Rathaus von Passau

Das Rathaus von Passau ist ein prachtvolles Gebäudeensemble im venezianischen Stil am Rathausplatz, direkt an der Donau gelegen. Es ist nicht nur der Verwaltungssitz der Stadt, sondern auch ein kunsthistorisches Juwel.

Der Rathauskomplex besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäuden: dem Alten Rathaus, dem Neuen Rathaus und dem Alten Hauptzollamt. Das Herzstück, das Alte Rathaus, stammt ursprünglich aus dem Jahr 1393 und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1662 wurde es unter Beteiligung der berühmten Barockarchitekten Carlo Lurago und Giovanni Battista Carlone wieder aufgebaut.

Besonders markant ist der 38 Meter hohe, neugotische Rathausturm, der um 1890 errichtet wurde und ein tägliches Glockenspiel um 11:30 Uhr und 14:30 Uhr erklingen lässt.

Im Inneren beherbergt das Alte Rathaus zwei beeindruckende Säle:

  • Der Große Rathaussaal: Er ist bekannt für seine monumentalen Gemälde des Historienmalers Ferdinand Wagner, die Szenen aus der Geschichte Passaus und des Nibelungenlieds darstellen.
  • Der Kleine Rathaussaal: Er ist mit eleganten Stuckarbeiten und Gemälden verziert, die eine allegorische Darstellung der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zeigen.

Die prunkvollen Säle dienen heute als repräsentative Veranstaltungsräume und können besichtigt werden. An der Außenfassade des Rathauses kann man zudem die Hochwassermarken vergangener Naturkatastrophen ablesen, die von der besonderen Lage Passaus zeugen.


Verborgene Schönheit am Fluss: Die Passauer Innstadt

Die Innstadt ist ein historischer Stadtteil von Passau, der auf der rechten Seite des Inns liegt. Sie ist durch die Innbrücke mit der Altstadt verbunden und hat ihren ganz eigenen Charakter, der sich vom Hauptteil der Stadt unterscheidet.

Die Innstadt liegt am Fuße des Mariahilf-Berges und erstreckt sich entlang des Flusses. Sie ist geprägt von engen Gassen, farbenfrohen Häusern und einer ruhigeren Atmosphäre als die belebtere Altstadt. Ein Spaziergang durch die Innstadt ist wie eine Reise in die Vergangenheit, mit vielen kleinen Details, die von ihrer reichen Geschichte zeugen.

Wichtige Sehenswürdigkeiten:

  • Kirche St. Severin: Eine der ältesten Kirchen der Region, die auf den Fundamenten einer römischen Basilika erbaut wurde. Sie ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen bayerischen Kirchengeschichte und birgt einen karolingischen Grabstein.
  • Schaiblingsturm: Dieser markante Turm am Innkai war einst Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Er diente als Wachturm und ist heute ein malerisches Fotomotiv, das oft in Verbindung mit der Innstadt abgebildet wird.
  • Der Inn-Kai: Der Weg entlang des Flusses bietet einen wunderbaren Blick auf die Passauer Altstadt und die Veste Oberhaus. Er ist ideal für Spaziergänge und lädt zum Verweilen in den Gasthäusern und Cafés am Ufer ein.

Die Innstadt ist ein charmantes Viertel, das eine perfekte Ergänzung zur Passauer Altstadt darstellt und einen tieferen Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt ermöglicht.


Lebensader der Stadt: Das Innufer in Passau

Am Inn in Passau gibt es eine wunderschöne Promenade, die sich hervorragend für Spaziergänge eignet und einen tollen Blick auf die Altstadt und die Veste Oberhaus bietet.

Highlights am Innufer:

  • Innpromenade: Ein Fußgänger- und Radweg, der sich entlang des Flusses zieht und zum Flanieren einlädt. An heißen Tagen dient die Innwiese auch als beliebter Treffpunkt für Studenten der Universität Passau.
  • Schaiblingsturm: Dieser markante, weiße Turm am Innkai war einst Teil der Stadtbefestigung und ist heute ein beliebtes Fotomotiv.
  • Dreiflüsseeck: Obwohl er nicht direkt am Innufer liegt, ist der Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Hier können Sie das einzigartige Naturschauspiel der drei Flüsse mit ihren unterschiedlichen Farben beobachten.
  • Innsteg (Fünferlsteg): Eine denkmalgeschützte Fußgängerbrücke, die die Altstadt mit der Innstadt verbindet. Von ihr aus hat man einen großartigen Ausblick auf beide Uferseiten und die historische Kulisse.

Die Innpromenade ist ein zentraler und belebter Teil der Stadt, der sowohl Einheimische als auch Touristen anzieht.