Reutte ist eine malerische Stadt in Tirol, Österreich, die als Hauptort des Bezirks Außerfern gilt. Die Stadt liegt im breiten Talkessel des Lechs und ist umgeben von den Lechtaler und Allgäuer Alpen. Sie dient als Tor zur Naturparkregion Reutte und ist ein beliebtes Ziel für Outdoor-Enthusiasten.
Reutte befindet sich in der Nähe der bayerischen Grenze und ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegende Bergwelt, einschließlich der nahegelegenen Seen wie dem Plansee und dem Heiterwanger See. Eines der bekanntesten Highlights der Region ist die Burgenwelt Ehrenberg mit der spektakulären Hängebrücke highline179, die als eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken der Welt gilt.
Für Entspannung und Badespaß bietet die Alpentherme Ehrenberg ein umfassendes Angebot an Pools und Saunen. Die Region ist durchzogen von zahlreichen Wander- und Radwegen. Der Lechweg, ein bekannter Weitwanderweg, führt ebenfalls durch Reutte.

Die Geschichte von Reutte beginnt mit seiner strategischen Lage am Eingang des Lechtals. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1278, entwickelte sich der Ort dank der Ehrenberger Klause schnell zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Handel. Als Zollstation am Fernpass florierte Reutte, insbesondere durch den Salzhandel aus Hall in Tirol.
Unter der Herrschaft der reichen Kaufmannsfamilie Fugger im 15. und 16. Jahrhundert erlangte die Stadt weitere wirtschaftliche Bedeutung. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Region schwer in Mitleidenschaft gezogen, die Festung Ehrenberg spielte dabei eine zentrale Rolle.
Im 20. Jahrhundert verwandelte sich Reutte von einem Marktort in ein Industriezentrum, nicht zuletzt durch die Gründung der Plansee Group. Heute verbindet die Stadt ihre reiche Vergangenheit mit der Rolle als lebendiger Hauptort des Außerferns und Tor zur Natur.

Abenteuer über dem Lechtal: Die Burgenwelt Ehrenberg
Die Burgenwelt Ehrenberg ist ein beeindruckendes Ensemble aus vier historischen Wehranlagen in der Naturparkregion Reutte in Tirol. Das Areal gilt als eines der wichtigsten Festungssysteme in Mitteleuropa und ist eine der größten Attraktionen der Region. Es kombiniert Geschichte, Natur und Abenteuer.
Die Burgenwelt Ehrenberg besteht aus vier Hauptteilen, die miteinander verbunden sind:
- Burgruine Ehrenberg: Die imposante Hauptburg aus dem 13. Jahrhundert, die einst als Zollstation diente und das Tal beherrschte. Heute sind ihre Ruinen begehbar und bieten einen beeindruckenden Einblick in das Mittelalter.
- Festungsruine Schlosskopf: Auf dem höchsten Punkt der Anlage gelegen, bot sie den strategisch besten Überblick über das gesamte Tal.
- Festungsruine Fort Claudia: Diese vorgelagerte Festung wurde im 17. Jahrhundert zur Abwehr von Feinden von Westen erbaut. Sie ist nach Claudia de’ Medici benannt und ein wichtiger Teil des Verteidigungssystems.

Das moderne Highlight: die highline179
Das berühmteste Element der Burgenwelt ist die highline179, eine spektakuläre Fußgänger-Hängebrücke, die das Tal in einer Höhe von über 114 Metern überspannt. Mit einer Länge von 406 Metern verbindet sie die Ruine Ehrenberg mit dem Fort Claudia und gilt als eine der längsten Hängebrücken der Welt. Der Gang über die Brücke ist ein aufregendes Erlebnis und bietet einen unvergleichlichen Panoramablick auf die gesamte Burgenwelt und die umliegende Berglandschaft.

Tor zwischen Toren: Das Tal Zwischentoren
Zwischentoren ist keine einzelne Stadt, sondern die Bezeichnung für ein Tal in Tirol, das sich zwischen dem Ehrwalder Becken und dem Talkessel von Reutte erstreckt. Der Name kommt daher, dass sich das Gebiet zwischen den historischen „Toren“ der Burgenwelt Ehrenberg und dem Schloss Fernstein am Fernpass befindet.
Das Tal trennt die Ammergauer Alpen im Norden von den Lechtaler Alpen im Süden. Es ist geprägt von einer Talwasserscheide bei Lähn, die die Fließrichtung der Gewässer bestimmt. In der Vergangenheit war das gesamte Tal von einem riesigen Schmelzwassersee bedeckt. Reste dieses Sees sind die heute bekannten Seen Plansee und Heiterwanger See, die auch die touristischen Hauptattraktionen der Region sind.

Ein alpiner Juwel: Der Plansee
Der Plansee, der zweitgrößte natürliche See Tirols, liegt idyllisch in den Ammergauer Alpen und der Naturparkregion Reutte. Über einen schmalen Kanal ist er mit dem Heiterwanger See verbunden und wird oft wegen seiner fjordähnlichen Gestalt bewundert.
Das Wasser des bis zu 78 Meter tiefen Sees ist von ausgezeichneter Trinkwasserqualität, was ihn zu einem Paradies für Schwimmer und Taucher macht. Während im Sommer die Wassertemperatur angenehme 21°C erreicht, lädt der See ganzjährig zum Segeln, Surfen oder einer Fahrt mit den Linienschiffen ein. Motorboote sind nicht erlaubt, was die einzigartige Ruhe des Sees bewahrt.
Umrahmt von Wäldern und Bergen ist der Plansee auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, zum Beispiel zum malerischen Stuibenfall. Historisch wurde der See für die Flößerei genutzt. Heute ist er vor allem ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Camper.

Tor zur einer der letzten Wildnisse Mitteleuropas : Das Lechtal
Reutte gilt als das Tor zum Lechtal und ist der ideale Ausgangspunkt, um die einzigartige Naturlandschaft des Tales zu erkunden. Die Stadt liegt strategisch am Beginn des Lechtals, von wo aus die Hauptverkehrsader, die Lechtalstraße (B 198), flussaufwärts führt.
Die größte Besonderheit des Lechtals ist der Fluss Lech selbst. Er gilt als einer der letzten und am besten erhaltenen Wildflüsse Europas.
Diese Einzigartigkeit äußert sich in einer dynamischen Flusslandschaft, die sich ständig verändert: Der Lech hat ein breites, unvermintes Flussbett mit ausgedehnten Kies- und Schotterbänken. Er formt eine einzigartige Auenlandschaftmit seltener Pflanzen- und Tierwelt. Um dieses wertvolle Ökosystem zu schützen, wurde die Region zum Naturpark Tiroler Lech erklärt. Diese Ursprünglichkeit macht das Lechtal zu einem besonderen Paradies für Naturfreunde.

