🇦🇹 Karwendel (A): Großer Ahornboden & Eng-Almen (10.10.22)

Wenn sich der Sommer verabschiedet und die Tage kürzer werden, beginnt in den Alpen eine ganz besondere Jahreszeit. Es ist die Zeit der Transformation, in der die Natur ihr spektakuläres Farbspiel inszeniert. Die Herbstmonate in den bayerischen und Tiroler Bergen sind eine Einladung, die Stille und die Klarheit der Luft zu genießen, fernab vom Trubel des Hochsommers. Auf dem Weg vom Sylvensteinspeicher durch das goldene Isartal bis tief ins Rißbachtal zum weltberühmten Großen Ahornboden – die Landschaft zeigt sich von ihrer mystischsten Seite. Es ist eine Zeit, in der das Rauschen des Windes in den Lärchen und das Knistern des Laubes am Boden die einzigen Begleiter sind, während man die unberührte Schönheit des alpinen Herbstes entdeckt.


Herbst-Idylle am Sylvensteinspeicher

Der Sylvensteinspeicher im Herbst ist ein besonderes Highlight. Während er im Sommer mit seinem türkisen Wasser und karibischem Flair begeistert, verwandelt sich die Szenerie im Herbst in eine mystische und farbenprächtige Landschaft.

Der Herbst taucht die Wälder rund um den Stausee in ein spektakuläres Farbenspiel aus Gold, Orange und Rot. Diese Farben spiegeln sich in der ruhigen Oberfläche des Sees und schaffen eine zauberhafte Atmosphäre. Der Kontrast zwischen den bunten Bäumen und dem klaren, oft nebelverhangenen See ist besonders bei Fotografen beliebt.

In der kühleren Jahreszeit kehrt am Sylvensteinspeicher eine besondere Ruhe ein. Der See, der zwischen den bewaldeten Hängen des Karwendelgebirges liegt, ist ein idealer Ort für all jene, die dem Trubel entfliehen wollen. Obwohl es keinen Rundweg um den See gibt, laden zahlreiche Wanderwege in der Umgebung, wie beispielsweise die „Faller Runde“, zu Spaziergängen und Touren durch die herbstliche Natur ein. Der Sylvensteinspeicher im Herbst ist somit ein Ort der Stille und der beeindruckenden Naturschönheit, fernab des Massentourismus.


Ein Farbenspektakel entlang des Wildflusses

Das obere Isartal im Herbst, zwischen dem Sylvensteinspeicher und Vorderriß, ist eine der malerischsten Routen in den bayerischen Alpen. Während die meisten Touristen die Region im Sommer besuchen, offenbart sich die wahre Magie dieses Abschnitts gerade in der kühleren Jahreszeit.

Im Herbst verwandelt sich das Tal in ein farbenprächtiges Mosaik. Die Laubbäume an den Hängen leuchten in allen Schattierungen von Gold, Orange und Rostrot. Dieses warme Farbenspiel steht in einem reizvollen Kontrast zum klaren, türkisfarbenen Wasser der Isar, die sich als letzter echter Wildfluss Bayerns durch die Landschaft schlängelt. Der Dunst der Morgenstunden und die tief stehende Sonne tauchen die Szenerie in ein weiches, mystisches Licht.

Dieser Abschnitt des Isartals ist von einer besonderen Ruhe geprägt. Die Straße (B307) folgt dem Flusslauf, vorbei an dichten Wäldern und wilden Kiesbänken. Das Tal ist dünn besiedelt; lediglich die wenigen Häuser von Vorderriß unterbrechen die unberührte Natur. Für Wanderer ist diese Gegend ein Paradies, denn zahlreiche Wege führen zu malerischen Aussichtspunkten. Es ist ein Ort, an dem man die Stille genießen, dem Rauschen des Flusses lauschen und die Schönheit des alpinen Herbstes in seiner ursprünglichsten Form erleben kann.


„Indian Summer“ im Herzen des Karwendels

Das Rißbachtal im Herbst ist ein wahres Naturparadies und gilt als eine der schönsten Straßen in den Alpen. Von Vorderriß aus führt die Straße tief in die unberührte Natur des Karwendelgebirges.

Im Herbst verwandeln sich die Wälder des Rißbachtals in ein spektakuläres Farbenspiel. Die Wälder entlang des Weges leuchten in warmen Gelb-, Orange- und Rottönen. Besonders beeindruckend sind die vielen Lärchen, deren goldene Nadeln einen wunderschönen Kontrast zu den schroffen Felswänden des Karwendels bilden. Auch das Wasser des Rißbachs, das sich durch die Landschaft schlängelt, schimmert je nach Lichteinfall in klaren Blau- und Grüntönen.

Der Hauptanziehungspunkt des Rißbachtals ist der Große Ahornboden, eine einzigartige Hochebene mit über 2.000 alten Ahornbäumen. Die uralten Bäume mit ihren gelb und rot gefärbten Blättern sind im Herbst ein weltbekanntes Motiv. Die Engalm am Ende des Tals lädt zur Einkehr ein. Die gesamte Route durch das Tal ist geprägt von einer tiefen Stille und Ursprünglichkeit, die einen sofort in den Bann zieht.


Ort der Magie: Der Große Ahornboden und die Engalm

Der Große Ahornboden und die Engalm bilden eine der beeindruckendsten Naturkulissen der Alpen. Am Ende des Rißbachtals gelegen, sind sie ein geschütztes Naturdenkmal und ein weltbekanntes Ausflugsziel.

Der Große Ahornboden ist eine weite Hochebene, die von über 2.000 uralten Bergahornbäumen geprägt ist. Viele dieser Bäume sind bereits über 600 Jahre alt. Im Herbst, wenn sich das Laub der Ahorne in spektakuläres Gold und Rot verwandelt, zieht das Gebiet Tausende Besucher an, die das einzigartige Naturschauspiel erleben wollen. Die Bäume stehen in einem reizvollen Kontrast zu den schroffen Felswänden des Karwendelgebirges, das die Hochebene umgibt.

Direkt am Großen Ahornboden liegt die Engalm. Sie ist eine der größten und ältesten Almsiedlungen in Tirol und bis heute bewirtschaftet. Die urigen Holzhütten, der Almkäse und die friedlich grasenden Kühe auf den saftigen Wiesen verleihen der Eng ihren idyllischen Charme. Hier kann man das authentische Alpinleben hautnah erleben und sich nach einer Wanderung stärken. Die Engalm ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren in die umliegende Bergwelt.


Wildromantik im Enger Grund

Der Enger Grund ist ein malerisches Seitental, das in der Nähe der Engalm im Rißbachtal liegt. Es ist bekannt für seine idyllische Landschaft und einen beeindruckenden Wasserfall.

Der Enger Grund beginnt kurz hinter dem großen Parkplatz an der Engalm und ist ein perfektes Ziel für eine kürzere, aber lohnende Wanderung. Der Weg führt entlang des rauschenden Bachs, durch dichte Wälder und vorbei an steilen Felswänden. Die Atmosphäre ist hier spürbar wilder und ursprünglicher als auf der offenen Ebene des Ahornbodens.

Das absolute Highlight ist der Wasserfall, der über eine Felswand in die Tiefe stürzt. Die Wucht des Wassers und die Gischt, die in der Luft liegt, machen den Ort zu einem besonderen Naturschauspiel. Der Pfad ist gut begehbar und bietet zahlreiche Gelegenheiten, die unberührte Natur zu genießen.