Krone der Hussitenkriege und Gotische Meisterwerke
Der Böhmerwald (Šumava) und sein Vorgebirge, das Pošumaví, bilden nicht nur eine der malerischsten Landschaften Mitteleuropas, sondern auch eine historisch dichte Region, in der sich das Schicksal Böhmens mehrfach entschieden hat. Dieser Region führt uns in das Land des Goldenen Stroms (Otava) und durch die sanften, waldreichen Hügel, um die architektonische Bandbreite und die militärische Geschichte der Spätgotik hautnah zu erleben.
Von den uneinnehmbaren Felsburgen der Hussitenzeit bis hin zu den eleganten Adelsresidenzen der Renaissance spiegeln die Festungen dieses Gebiets den ständigen Wandel zwischen Krieg und Repräsentation wider. Die besuchten Burgen sind herausragende Beispiele dafür, wie mittelalterliche Baumeister die Topografie – ob hohe Felsen oder flache Flusstäler – genial zur Verteidigung nutzten und dabei wahre architektonische Meisterwerke schufen. Diese Route verbindet militärische Strenge mit gotischer Kunst und düsteren Legenden, was sie zu einem Höhepunkt jeder Reise durch Böhmen macht.
Der Reiz dieser Region liegt in der schieren Dichte und dem architektonischen Spektrum der erhaltenen Bauwerke. Um einen umfassenden Überblick über die Burgen- und Schlösserlandschaft des Böhmerwaldes (Šumava) und Südböhmens zu gewährleisten, folgt nachfolgend eine Übersicht aller historischen Anlagen, die im Rahmen der bisherigen Reisen besucht wurden.
Südböhmen (Jihočeský kraj)

Das Schloss Český Krumlov (Krumau) ist nach der Prager Burg der zweitgrößte Burg- und Schlosskomplex Tschechiens und UNESCO-Welterbe. Die Anlage thront auf einem Felsvorsprung über der Moldau. Wahrzeichen ist der bunte Schlossturm. Der Komplex umfasst fünf Schlosshöfe, 40 Gebäude, darunter ein original erhaltenes Barocktheater und die mehrstöckige Mantelbrücke. Es war Stammsitz der Rosenberger und später der Eggenberger und Schwarzenberger.

Die Burg Rožmberk (Rosenberg) in Südböhmen ist eine der ältesten und bekanntesten gotischen Burganlagen Tschechiens. Sie wurde im 13. Jahrhundert durch die Witigonen gegründet, die Vorgänger des mächtigen Adelsgeschlechts der Rosenberger, deren erster Sitz sie war. Die Burg, die hoch über einem Moldaubogen thront, besteht aus einer Oberen und Unteren Burg und wurde im 19. Jahrhundert neugotisch umgestaltet.

Das Schloss Vimperk (Winterberg) thront auf einem Felsvorsprung über der gleichnamigen Böhmerwaldstadt. Die monumentale Anlage entwickelte sich von einer gotischen Burg zu einem prächtigen Renaissance-Schloss. Es ist ein wichtiges architektonisches Denkmal Südböhmens. Nach umfassender Sanierung beherbergt es heute eine Ausstellung zur Geschichte des Böhmerwaldes (Šumava) und zur Kunst des historischen Buchdrucks.
Westböhmen (Západní Čechy)

Die Hrad Kašperk (Karlsberg) ist die höchstgelegene Königsburg Böhmens im Böhmerwald (Tschechien). Sie wurde 1356 von Kaiser Karl IV. gegründet. Ihr Hauptzweck war die Sicherung der Grenze zu Bayern und der Goldvorkommen bei Kašperské Hory. Die gut erhaltene gotische Ruine ist heute ein wichtiges Nationales Kulturdenkmal und beliebtes Ausflugsziel mit Führungen.

Pustý Hrádek (wörtlich: Wüste Burg) ist kein eigenständiges Bauwerk im herkömmlichen Sinne, sondern die Ruine einer einstigen Vorburg oder Befestigungsanlage aus dem 15. Jahrhundert. Sie diente hauptsächlich als Artilleriestellung, um die Hauptburg Kašperk im Falle einer Belagerung besser verteidigen zu können.

Hrad Rabí ist die größte Burgruine in Böhmen (Südböhmen), Tschechien. Die monumentale Anlage thront über dem Fluss Otava und der gleichnamigen Gemeinde. Die gotische Burg wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert zur uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Sie ist bekannt als der Ort, an dem der berühmte Hussitenführer Jan Žižka 1421 sein zweites Auge verlor. Heute ist die Ruine ein bedeutendes Nationales Kulturdenkmal.

Hrad Velhartice (Velhartitz) ist eine gotische Burg aus dem 14. Jahrhundert in Südböhmen. Sie ist einzigartig durch ihre architektonische Verbindung aus einer mächtigen Wehrmauer und der charakteristischen Steinbrücke, die den Gotischen Palast mit dem Renaissance-Palast verbindet. Die Burg war einst im Besitz des königlichen Kanzlers Bohuslav von Schwanberg und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Wehrbauten des Landes.
