Tirol, bekannt für seine beeindruckenden Bergwelten, birgt auch Orte, die abseits der belebten Pfade liegen und eine einzigartige Kombination aus Natur und Kultur bieten. Im Kufsteinerland, nahe der Grenze zu Bayern, finden sich der Ursprungpass, die Ortschaft Landl und der Thiersee. Jeder dieser Orte trägt auf seine Weise zum besonderen Charakter der Region bei.
Der 836 Meter hohe Gebirgspass verbindet Bayern mit Tirol und ist ein beliebter Übergang für Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer. Er bietet eine Panoramastraße und markiert den Übergang ins Thierseetal. Eingebettet zwischen den felsigen Gipfeln des Mangfallgebirges im Norden und den schroffen Hängen der Brandenberger Alpen (Rofan) im Süden, bietet das Tal eine abgeschiedene und ruhige Landschaft.
Die idyllische Ortschaft Landl in der Gemeinde Thiersee dient als ruhiger Ausgangspunkt für Wanderungen in den Tiroler Alpen. Sehenswürdigkeiten sind die Pfarrkirche Mariahilf und das Freibad. Der Thiersee, der zu den wärmsten Badeseen Tirols zählt, ist ein Anziehungspunkt für Wassersportler. Die Region um den See ist zudem bekannt für ihre Passionsspiele und war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum der österreichischen Filmproduktion.

Zwischen Bayern und Tirol: Der Ursprungpass
Der Ursprungpass ist ein 836 Meter hoher Gebirgspass in den Alpen. Er liegt an der Grenze zwischen Deutschland (Bayern) und Österreich (Tirol) und verbindet das bayerische Ursprungtal im Norden mit dem österreichischen Thierseetal im Süden.
Die Passstraße ist eine kleine, aber landschaftlich reizvolle Strecke. Sie verbindet die Orte Bayrischzell auf der deutschen Seite mit Landl im Thierseetal. Die maximale Steigung der Straße beträgt 13 %. Obwohl der Pass verkehrstechnisch eher unbedeutend ist, stellt er eine beliebte Route für Motorradfahrer, Radfahrer und Wanderer dar, die eine Alternative zu den größeren Hauptstraßen suchen. Nördlich der Passhöhe befindet sich die Bäckeralm, die zu einer Rast einlädt.

Mittelpunkt des Tals: Der Ort Landl
Landl ist der zentrale und größte Ortsteil der Gemeinde Thiersee im Bezirk Kufstein. Der Ort liegt geografisch günstig im Herzen des Thierseetals, nahe des Sees und unweit des Ursprungpasses an der Grenze zu Bayern.
Landl ist der administrative und kulturelle Mittelpunkt der Gemeinde. Es strahlt eine ruhige, ländliche Atmosphäre aus und ist geprägt von traditionellen Bauernhöfen und Gasthöfen. Der Ort dient als Hauptanlaufpunkt für Besucher, die das Thierseetal erkunden möchten.
Die malerische Pfarrkirche Mariahilf ist das Herzstück des Dorfes und ein wichtiger Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft.

Das stille Dorf auf der Hochebene: Hinterthiersee
Hinterthiersee ist eine kleine, beschauliche Ortschaft und ein Ortsteil der Gemeinde Thiersee im Bezirk Kufstein. Wie der Name schon andeutet, liegt die Siedlung am hinteren Ende des Thiersees in einer ruhigen, alpinen Landschaft.
Hinterthiersee ist bekannt als ein Ort der Erholung, der besonders durch seine abgeschiedene Lage in der Natur überzeugt. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren in der Umgebung. Im Winter wird die Region zu einem beliebten Gebiet für Langläufer, da hier gespurte Loipen zur Verfügung stehen, sowie für Winterwanderer.
Das Dorf selbst ist sehr ländlich geprägt und bietet eine ruhige Alternative zu den belebteren Orten am Thiersee, wie etwa der Hauptort Landl. Es gibt hier einige Hotels und Gasthöfe, die oft auf Wellness und familiäre Atmosphäre spezialisiert sind.

Die Pfarrkirche Hinterthiersee ist eine römisch-katholische Kirche, die dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht ist und zum Dekanat Kufstein gehört. Das Gebäude, der Friedhof und ein Kriegerdenkmal stehen unter Denkmalschutz.
Die Ursprünge der Kirche gehen auf das Jahr 1435 zurück, doch das heutige Erscheinungsbild ist maßgeblich von einem barocken Umbau im Jahr 1684 geprägt. Im Inneren der Kirche findet sich ein Tonnengewölbe mit Stuckverzierungen aus dieser Zeit. Der Kirchturm wurde später, zwischen 1852 und 1854, hinzugefügt.
Die Kirche wurde 1891 zur Pfarrkirche erhoben und beherbergt mehrere bemerkenswerte Kunstwerke, darunter ein Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert und eine Statue des Heiligen Nikolaus aus dem 18. Jahrhundert.
Tirols warmes Herz: Der Thiersee
Der Thiersee ist ein malerischer See und der Namensgeber der Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol. Bekannt als einer der wärmsten Badeseen der Region, zieht er in den Sommermonaten zahlreiche Erholungssuchende an.
Der See liegt idyllisch im Thierseetal, eingebettet zwischen den Ausläufern des Mangfallgebirges und den Brandenberger Alpen. Seine Ufer sind von dichten Wäldern und sanften Almwiesen gesäumt, was ihm eine besonders ruhige und naturnahe Atmosphäre verleiht. Aufgrund seiner geschützten Lage und geringen Tiefe erwärmt sich das Wasser schnell und erreicht im Sommer angenehme Badetemperaturen.
Aktivitäten und Attraktionen
- Baden und Wassersport: Der Thiersee ist ein beliebter Ort zum Schwimmen, Fischen und Bootfahren. Am Ufer gibt es gut ausgestattete Strandbäder und Liegewiesen.
- Wandern: Die Umgebung bietet ein weites Netz an Wanderwegen. Man kann gemütlich um den See spazieren oder anspruchsvollere Touren in die umliegenden Berge unternehmen.
- Passionsspiele: Thiersee ist berühmt für seine alle sechs Jahre stattfindenden Passionsspiele, die Tausende von Besuchern anziehen und eine tiefe kulturelle Tradition der Region darstellen.
- Filmgeschichte: Die Gemeinde spielte nach dem Zweiten Weltkrieg eine überraschende Rolle als Zentrum der österreichischen Filmproduktion, was ihr den Spitznamen „klein Hollywood“ einbrachte.

