Tegernsee: Bergwanderung Königsalm & Schildenstein (19.07.25)

Sommer auf der Königsalm – Höhenluft und Horizontblicke am Schildenstein

Ein klarer Julimorgen – die Luft frisch, die Wiesen noch feucht vom Tau, erste Sonnenstrahlen brechen durch das Blätterdach. Ich starte meine Wanderung zum Schildenstein (1.613 m) am Klammparkplatz bei Kreuth, direkt an der Weißach. Der Weg führt zunächst gemütlich am Fluss entlang, begleitet vom Plätschern des Wassers und dem Summen der Insekten.

Der Anstieg zur Königsalm ist angenehm – nie zu steil, aber stetig bergauf. Der Wald bietet wohltuenden Schatten, zwischendurch öffnen sich immer wieder Ausblicke ins Tal. Im Sommer zeigt sich die Alm lebendig: Kühe grasen auf den Weiden, die Hütten sind bewirtschaftet, und Wanderer machen Rast in der Sonne.

Hinter der Alm wird der Weg alpiner: steiler, steiniger, offener. Über den Rißsattel zieht sich der Pfad in gut angelegten Serpentinen nach oben. Mit jedem Höhenmeter weitet sich der Blick – schließlich liegt das Gipfelkreuz des Schildensteins vor einem.

Oben wartet ein beeindruckendes Panorama: das Tegernseer Tal im Osten, der Guffert im Süden, Karwendel und Wettersteingebirge in der Ferne. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zur Zugspitze. Der Gipfelbereich ist felsig, aber gut begehbar – ein schöner Platz für eine Pause.

Ein leichter Wind sorgt für Abkühlung, während die Sonne warm auf die Haut scheint. Ich setze mich ins Gras, lasse die Beine baumeln und genieße den Moment. Keine Eile, kein Lärm – nur der Sommer, der Blick und das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.


Königsalm (1115 m) – Zwischen Geschichte, Weite und Bergstille

Die Königsalm liegt auf etwa 1.100 Metern Höhe am Fuße des Schildensteins – eingebettet zwischen lichten Bergwäldern, weiten Almwiesen und den schroffen Gipfeln der Bayerischen Voralpen. Sie ist ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg zum Schildenstein – oder ein eigenständiges Ziel für eine kurze Wanderung ab Wildbad Kreuth oder dem Klammparkplatz.

Die Alm besteht aus mehreren historischen Holzhütten, darunter auch die sogenannte König-Max-Hütte. König Max II. von Bayern soll hier auf seinen Reisen Rast gemacht haben – weshalb die Alm bis heute seinen Namen trägt. Die Hütte selbst wirkt schlicht, fast unscheinbar, aber mit einer Würde, die an eine Zeit erinnert, als die Berge Rückzugsorte für Monarchen, Dichter und Denker waren.

In den Sommermonaten ist die Alm meist bewirtschaftet – mit Brotzeit, kühlem Getränk, hausgemachtem Käse. Keine große Inszenierung, sondern echte Almwirtschaft. Statt Musik und Menschenmengen gibt’s Holzbankerl, das Bimmeln von Kuhglocken und den Duft von Heu und Kräutern.

Im Herbst kehrt oft schon Ruhe ein: Die Hütten stehen leer, die Weiden sind verlassen, und die Alm liegt still in der warmen Nachmittagssonne. Dann ist man vielleicht ganz allein hier – mit dem Wind, dem Blick ins Tal und dem Gefühl, an einem besonderen Ort zu sein.


Schildenstein (1613 m) – Aussichtsberg mit Geschichte im Mangfallgebirge

Der Schildenstein (1.613 m) liegt im vorderen Mangfallgebirge zwischen Kreuth und dem Achenpass – ein Gipfel, der nicht überlaufen ist und trotzdem alles bietet: abwechslungsreiche Wege, weite Ausblicke und einen Hauch historisches Flair.

Die beliebteste Route startet bei Wildbad Kreuth und führt über die Königsalm – eine bewirtschaftete Alm mit ehrlicher Brotzeit und ruhiger Atmosphäre – weiter hinauf Richtung Gipfel. Der Weg verläuft zunächst moderat, dann zunehmend steiler, ohne technisch anspruchsvoll zu werden. Besonders der Abschnitt über den sogenannten Rißsattel hat es in sich: felsig, alpin – und mit großartigen Ausblicken ins Isartal, zum Guffert und weit in die Voralpen hinein.

Kurz unterhalb des Gipfels steht die König-Max-Hütte – schlicht, windschief und dennoch ein kleines Stück bayerischer Geschichte. König Max II. soll hier auf einer seiner Reisen gerastet haben. Wer einmal oben war, versteht warum: Der Blick vom Schildenstein ist weit und klar – an guten Tagen reicht er bis zur Zugspitze, ins Karwendel und über das Tegernseer Tal.

Im Sommer säumen Alpenblumen den Pfad, im Herbst leuchten die Lärchen – ein Berg, der zu jeder schneefreien Jahreszeit seinen eigenen Reiz hat. Und wer oben steht, der merkt schnell: Der Schildenstein ist nicht spektakulär – aber genau richtig.