Der Gardasee – Italiens größter und vielleicht vielseitigster See – zieht Reisende seit jeher in seinen Bann. Eingebettet zwischen den majestätischen, schroffen Gipfeln der Alpen im Norden und den sanften, von Olivenhainen und Weinbergen geprägten Hügelketten im Süden, bietet er eine Landschaft voller Kontraste und dramatischer Schönheit. Im Mai 2024 hat sich die „Roaming Lens“ auf eine Reise entlang des glitzernden Wassers begeben, um das Erwachen des Frühsommers in Venetien und der Lombardei einzufangen. Es ist eine Region, in der sich das pulsierende, mediterrane Lebensgefühl nahtlos mit jahrhundertealter Geschichte, monumentaler Festungsbaukunst und versteckten Naturparadiesen verbindet.
Wenn das klare, intensive Licht des späten Frühjahrs über die weite Wasserfläche gleitet und die historischen Fassaden der Küstenorte zum Leuchten bringt, entfaltet der Gardasee eine ganz eigene, magische Dynamik.
Peschiera del Gara: meisterhafte Festungen im Flussdelta (19.05.24)
Peschiera del Garda nimmt eine ganz besondere Sonderrolle unter den Orten des Gardasees ein. Gelegen am äußersten Südostufer, genau dort, wo der See in den Fluss Mincio übergeht, präsentiert sich die Stadt als ein faszinierendes Meisterwerk der Militärarchitektur. Das gesamte historische Zentrum ist von gewaltigen, sternförmigen Festungsanlagen umgeben, die komplett im Wasser liegen und seit 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Peschiera ist eine Stadt der Brücken, Kanäle und monumentalen Tore – ein Ort, an dem das allgegenwärtige Wasser und die steinerne Geschichte eine einzigartige Symbiose eingehen. Wenn man über die historischen Brücken schlendert und der Blick auf die mächtigen, von Kanälen umschlossenen Festungsmauern fällt, spürt man sofort die strategische Bedeutung, die dieser Ort über Jahrhunderte hinweg hatte.

[19. Mai 2024] – Peschiera del Garda: Bollwerk am Südostufer.
Ausflug nach Verona (20.5.24)
Verona ist weit mehr als nur die Kulisse für die berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur. Die prächtige Stadt im Herzen Venetiens gleicht einem monumentalen Open-Air-Museum, in dem römische Antike, mittelalterliche Festungsbaukunst der Skaliger und charmantes italienisches Lebensgefühl nahtlos ineinandergreifen. Ein Spaziergang durch die historische Altstadt führt vorbei an imposanten Monumenten, lebhaften Marktplätzen und ruhigen Flussufern der Etsch. Es ist eine Stadt voller Dynamik, deren reiches Erbe und weites Panorama jeden Besucher sofort in den Bann ziehen. Wenn das warme Licht des späten Frühlingstages die alten Fassaden und rosafarbenen Marmorsteine zum Leuchten bringt, entfaltet Verona seinen ganz eigenen, zeitlosen Zauber.

[20. Mai 2024] – Verona: Rundgang durch die Altstadt.
Verona zieht Reisende meist mit dem Mythos von Romeo und Julia oder der monumentalen Arena in seinen Bann. Doch die wahrhaft magischen Momente entfalten sich oft abseits des Trubels, hoch oben auf den Hügeln, wo die Geschichte der Stadt eine tiefgründige Wendung nimmt. Auf dem Colle San Leonardo, nördlich der Altstadt, thront ein Monument, das den Wandel von kriegerischer Festung zu einem Ort der Stille und Versöhnung perfekt symbolisiert. Von hier oben verschmelzen Architektur, tiefe Spiritualität und ein atemberaubendes Panorama zu einem unvergesslichen Erlebnis für Ruhesuchende und Entdecker. Wenn das warme Licht des späten Tages über die sanften Hügel und die historische Silhouette Veronas gleitet, wird dieser geschichtsträchtige Hügel zum perfekten Rückzugsort.

[20. Mai 2024] – Verona: Santuario della Madonna di Lourdes.
Ausflug nach Venedig (24.05.24)
Venedig ist weit mehr als ein Reiseziel – es ist ein Zustand, in dem die Zeit im sanften Takt der Gondeln verstreicht. Die historische Altstadt, erstreckt über mehr als 100 Inseln und verbunden durch über 400 Brücken, gleicht einem Labyrinth voller architektonischer Weltwunder und versteckter Winkel. Ein klassischer Rundgang führt vom geschäftigen Canal Grande über den imposanten Markusplatz bis hin zu den stillen, künstlerischen Gassen des Sestiere Dorsoduro. Es ist eine Stadt der Kontraste, deren morbider Charme und theatralische Eleganz jeden Besucher augenblicklich in den Bann ziehen. Selbst ein plötzliches Sommergewitter auf dem Rückweg zur Piazzale Roma entzaubert diese Kulisse nicht, sondern verleiht dem glänzenden Pflaster und den dunklen Kanälen eine ganz neue, rohe Poesie.

[24. Mai 2024] – Venedig (Venezia): Durch Gassen und Geschichte.
Wer Venedig wirklich verstehen und fühlen möchte, muss die großen Plätze hinter sich lassen und dort verweilen, wo das Wasser leise an die alten Mauern klatscht. Nur wenige Gehminuten vom trubeligen Markusplatz entfernt, offenbart sich in den kleineren Wasserstraßen – den sogenannten Rii – die intimere und privatere Seele der Lagunenstadt. Hier, wo der Schritthall gedämpft wird und das Wasser dunkler schimmert, fließt die Zeit merklich langsamer. Es ist ein Netz aus Geschichte und Alltag, das einen faszinierenden Kontrast zum geschäftigen Treiben auf dem Canal Grande bildet. Ein Streifzug entlang dieser verborgenen Wasserwege führt zu historischen Brücken, schiefen Glockentürmen und dem glänzenden Mythos der venezianischen Gondelkultur.

[24. Mai 2024] – Venedig (Venezia): Kanäle um den Markusplatz.
Wer dem dichten Trubel rund um den Markusplatz entfliehen will, findet im Sestiere Dorsoduro ein völlig anderes Venedig: künstlerisch, authentisch und herrlich gelassen. Das Viertel südlich des Canal Grande wirkt wie ein gut gehüteter Geheimtipp. Statt auf große Touristengruppen trifft man hier auf Einheimische, Studierende der Kunstakademie und Spaziergänger mit einem Blick für die stillen Details der Lagunenstadt. Zwischen warmen Backsteinfassaden, offenen Innenhöfen und dem Duft aus kleinen, traditionellen Trattorien fließt das venezianische Leben hier in seinem ganz eigenen, unaufgeregten Rhythmus.

[24. Mai 2024] – Venedig (Venezia): Schlendern durch Dorsoduro.
Lido Campanello: Logenplatz fĂĽr erholsame Stunden am Seeufer (21.05.24)
Zwischen Peschiera del Garda und Castelnuovo del Garda erstreckt sich am südlichen Ufer des Gardasees ein wunderbarer Rückzugsort für Genießer. Der Lido Campanello verbindet das Beste aus zwei Welten: Einen klassischen, sauberen Kieselstrand, der flach in das glitzernde Wasser übergeht, und eine direkt angrenzende, gepflegte Liegewiese unter schattenspendenden Bäumen. Es ist ein Ort, der sowohl Ruhesuchenden als auch Familien ein unaufgeregtes und rundum angenehmes Ambiente bietet, um die Seele baumeln zu lassen. Wenn der Blick über die weite Wasserfläche und die sanft ansteigenden Hügelketten am Horizont schweift, stellt sich das mediterrane Urlaubsgefühl ganz von alleine ein.

[21. Mai 2024] – Lido Campello: Strandidylle bei Peschiera.
Lessinischen Alpen: Karge Hochplateaus und unberĂĽhrte Wildnis (25.05.24)
Die Lessinischen Alpen (Monti Lessini) im Norden von Venetien sind ein spektakulärer Geheimtipp für Naturbegeisterte, die das raue, ursprüngliche Italien abseits der touristischen Hotspots suchen. Diese einzigartige Gebirgslandschaft fasziniert durch ihre markanten Kontraste: Weite, saftig grüne Hochweiden, auf denen die traditionsreiche Milchwirtschaft lebendig ist, treffen auf schroffe Kalksteinformationen, tiefe Schluchten und bizarre geologische Phänomene. Es ist eine Region voller Stille und Weite, die Wanderer und Fotografen mit dramatischen Panoramablicken von den Gipfeln bis weit hinein in die Po-Ebene belohnt. Wenn das wechselhafte Frühlingslicht des Mai über die weiten Karstlandschaften zieht, erwacht die Natur der Lessinia zu einer rauen, poetischen Schönheit.

[25. Mai 2024] – Lessinische Alpen: zwischen sanften Weiden und wilden Karst.
Nur wenige Kilometer oberhalb von Fumane, eingebettet in die sanften Ausläufer der Lessinischen Alpen, verbirgt sich ein Ort voller Magie. Der Parco delle Cascate di Molina ist ein verstecktes Naturparadies, das dich augenblicklich mit dem beruhigenden Rauschen tief stürzender Wasserfälle, schattigen Schluchten und glasklaren Bächen empfängt. Fernab der Hitze des Tals tauchst du hier in eine Welt ein, die von der gestaltenden Kraft des Wassers und einer fast urzeitlichen, üppigen Vegetation geprägt ist. Zwischen hängenden Moosteppichen und tiefen Felsspalten entfaltet sich eine Kulisse, die die Natur von ihrer dynamischsten und zugleich friedlichsten Seite zeigt.

[25. Mai 2024] – Parco delle Cascate: ein verwunschenes Wasserspiel im Wald.
Hoch über dem Valpolicella, an der sanften Übergangszone, wo die geordneten Weinberge allmählich den rauen Kalkplateaus und dichten Wäldern der Lessinischen Alpen weichen, liegt das kleine Bergdorf Breonio. Auf über 700 Metern Höhe gelegen, ist dieser beschauliche Ort mit seinen knapp 400 Einwohnern eine Oase der Stille, Weite und puren Gelassenheit – der perfekte Zufluchtsort für alle, die dem geschäftigen Trubel der Ebene entfliehen möchten. Zu jeder Jahreszeit verändert das Dorf sein Gesicht: Im Frühjahr duftet es betörend nach Kirschblüten, während der Sommer den Geruch von frischem Heu bringt. Im Herbst färben sich die Hänge in ein prachtvolles Rotgold, bevor der Winter die Landschaft schließlich in frostige Klarheit hüllt.

[25. Mai 2024] – Breonio: steinernes Kleinod zwischen Weinbergen und Hochplateaus.
Wenn man die Straße von Fumane weiter bergauf in Richtung Cavalo verfolgt, belohnt die Strecke den Reisenden schon nach wenigen Kurven mit einem Panorama, das sprichwörtlich den Atem anhält. Die Veroneser Ebene liegt plötzlich weit und völlig offen vor einem – wie ein riesiger Teppich aus Licht, Feldern und verstreuten Dörfern, der sich unaufhaltsam bis zum Horizont ausbreitet. Es ist einer dieser seltenen Orte, an denen man unwillkürlich stehen bleibt. Nicht nur, um ein Foto zu machen, sondern um innezuhalten und sich selbst zu verorten: genau an der Grenze zwischen Bergen und Tiefland, zwischen absoluter Stille und unendlicher Weite. Im Vordergrund rahmen saftig grüne Hügel, alte Kastanienbäume und vereinzelt liegende Bauernhäuser die Szenerie ein, während dahinter die große, ruhige Fläche der Po-Ebene ruht – ein faszinierendes Schauspiel irgendwo zwischen unberührter Natur und pulsierender Zivilisation.

[25. Mai 2024] – Cavalo: der Moment, in dem die Welt sich öffnet.
Nur wenige Kurven oberhalb von Sant’Ambrogio di Valpolicella, an der sich durch das bewaldete Hinterland schlängelnden SP33c, liegt ein verstecktes Juwel. Der Terra dei Forti Viewpoint ist ein landschaftlich eindrucksvoller Aussichtspunkt, der dich mitten in das grüne Hügelland der Region entführt. Es ist ein Ort voller Kraft und Erhabenheit, an dem sich die Natur Venetiens von ihrer spektakulärsten und zugleich typischsten Seite zeigt. Die Szenerie fasziniert durch ihre rauen Kontraste: Steile Felsabbrüche stürzen dramatisch in die Tiefe, während unten das Etschtal ruht und sich dahinter ein feines Mosaik aus Weinbergen, Wäldern und sanften Hügelketten bis zum Horizont ausbreitet.

[25. Mai 2024] – Sant’Ambrogio di Valpolicella: der Terra dei Forti Viewpoint.
Abendstunden in Sirmione (26.05.24)
Sirmione, oft liebevoll als die „Perle des Gardasees“ bezeichnet, verzaubert durch seine einzigartige Lage auf einer schmalen Halbinsel, die sich wie ein Finger weit in das Südufer des Sees hineinstreckt. Nur über eine Brücke zugänglich, offenbart sich hinter den historischen Mauern eine faszinierende Welt, in der mediterrane Eleganz, lebendige Geschichte und die alpine Naturkulisse des Gardasees nahtlos miteinander verschmelzen. Es ist ein Ort der Kontraste – zwischen dem geschäftigen Treiben in den mittelalterlichen Gassen und der tiefen, spirituellen Ruhe, die man an den einsamen Ufern findet. Wenn das Licht des späten Nachmittags über die Halbinsel gleitet und das Wasser in tiefem Türkis erstrahlt, entfaltet Sirmione eine beinahe unwirkliche, romantische Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

[26. Mai 2024] – Sirmione: die Perle des Gardasees.
Lazise: Mittelalterlicher Charme am glitzernden Ostufer (27.05.24)
Lazise zählt zweifellos zu den glanzvollsten Juwelen am östlichen Ufer des Gardasees. Schon beim Betreten des historischen Kerns durch eines der drei monumentalen Stadttore wird spürbar, wie lebendig die Geschichte hier geblieben ist. Eine vollständig erhaltene, majestätische Stadtmauer der Skaliger umarmt die autofreie Altstadt, in der sich schmale, einladende Gassen mit weitläufigen, eleganten Plätzen abwechseln. Lazise gelingt der perfekte Spagat zwischen dem lebendigen, mediterranen Flair eines modernen Urlaubsortes und dem nostalgischen Zauber einer jahrhundertealten Festungsstadt. Wenn sich das Licht des späten Nachmittags im tiefen Blau des Gardasees bricht und die bunten Fassaden der Palazzi am alten Hafen zum Leuchten bringt, entfaltet der Ort eine unwiderstehliche, typisch italienische Romantik.

[27. Mai 2024] – Lazise: glanzvoller Juwel am östlichen Ufer.
