🇮🇹 Veneto (Venetien): Lessinische Alpen (25.05.24)

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„Die Lessinischen Alpen sind kein Postkartenpanorama – sie sind ein stiller Schatz, der sich nur dem Wandernden zeigt.“

Die Lessinischen Alpen (Monti Lessini) sind ein sanftes, oft unterschätztes Gebirge im Nordosten Italiens. Sie bilden den sĂĽdlichsten Ausläufer der Alpen und ziehen sich nördlich von Verona bis an die Grenze zur Provinz Trient. Charakteristisch ist nicht die alpine Schroffheit, sondern ein harmonischer Wechsel aus Wäldern, grĂĽnen Hochflächen, steinernen Dörfern und spektakulären Schluchten.

Hier oben, oft auf ĂĽber 1.000 Metern Höhe, scheint die Zeit langsamer zu gehen. Die Region ist bekannt fĂĽr ihre alten MarmorbrĂĽcheVulkangesteinFossilienfelder und fĂĽr den Parco Naturale Regionale della Lessinia â€“ ein Naturpark mit reicher Flora und Fauna, Dolinen, Felsbögen und eindrucksvollen Höhlen.


Durch das Valpolicella nach Fumane – Genussvolle Anreise mit Aussicht

Die Fahrt nach Fumane, einem kleinen Ort am Eingang der Lessinischen Alpen, beginnt wie ein gemächliches Einrollen in eine andere Welt – nämlich durch die sanften, weinbedeckten HĂĽgel des Valpolicella. Zwischen Sant’AmbrogioSan Pietro in Cariano und Negrar reiht sich Weingut an Weingut, Zypressen durchbrechen die Reihen der Reben, und kleine romanische Kirchen blitzen aus dem satten GrĂĽn.

Auf der kurvigen Landstraße nach Fumane weitet sich die Landschaft langsam: Die Rebstöcke weichen Olivenbäumen, das Licht verändert sich, und die Häuser werden steinerner, rustikaler – ein Vorgeschmack auf das Hochland, das bald beginnt.

Fumane selbst liegt malerisch eingebettet zwischen Weinterrassen und Bergkämmen. Es ist nicht nur Ausgangspunkt fĂĽr Wanderungen in den Parco della Lessinia, sondern auch Zentrum exzellenter Amarone-Weine â€“ mit Winzern, die tief in der Region verwurzelt sind.


Molina di Fumane – Wo Wasser, Stein und Stille sich treffen

Versteckt zwischen bewaldeten Hängen und grĂĽnen Wiesen liegt Molina, ein kleines Dorf oberhalb von Fumane, das sich seinen ursprĂĽnglichen Charme bewahrt hat. Umgeben von rauschenden Bächen, alten MĂĽhlen und schroffen Felsen, wirkt Molina wie aus der Zeit gefallen – ruhig, naturverbunden, klar.

Besonders bekannt ist der Ort fĂĽr den Parco delle Cascate di Molina, einen Naturpark voller Wasserfälle, Schluchten und Mooslandschaften. Ein gut ausgebautes Wegenetz fĂĽhrt durch den Park – ĂĽber HängebrĂĽcken, vorbei an tosenden Kaskaden und kleinen Höhlen. Je nach Route ist der Spaziergang gemĂĽtlich oder sportlich – aber stets eindrucksvoll.

Das Dorf selbst begeistert mit Steinhäusern, engen Gassen und duftenden Gärten. Die alten WassermĂĽhlen, von denen der Ort seinen Namen hat, zeugen von der engen Verbindung zwischen Mensch und Natur.


Parco delle Cascate di Molina – Ein Märchen aus Wasser und Stein

Nur wenige Kilometer oberhalb von Fumane, eingebettet in die sanften Ausläufer der Lessinischen Alpen, liegt der Parco delle Cascate di Molina â€“ ein verstecktes Naturparadies, das den Besucher mit rauschenden Wasserfällen, schattigen Schluchten und glasklaren Bächen empfängt.

Hier fĂĽhrt der Weg ĂĽber Holzstege, Wurzeltreppen und BrĂĽcken, vorbei an hängenden Moosteppichen, geheimnisvollen FelsvorsprĂĽngen und plätschernden Kaskaden, die sich in tĂĽrkisgrĂĽne TĂĽmpel stĂĽrzen. Es gibt drei ausgeschilderte Rundwege – leicht, mittel und anspruchsvoll â€“ sodass jeder sein eigenes Tempo finden kann.

Ein Highlight ist die groĂźe Schaukel am Wasserfall, die ĂĽber einem rauschenden Becken schwingt – ein Ort, der wirkt wie aus einem verwunschenen Filmset. Wer mit offenen Sinnen geht, hört das Murmeln des Wassers, das Knacken der Ă„ste und den Wind, der durch Farne und Laub streicht.


Abends in Breonio – Still gelegene Schönheit mit Weitblick

Hoch ĂĽber dem Valpolicella, wo die Weinberge allmählich den Kalkplateaus und Wäldern der Lessinischen Alpenweichen, liegt das kleine Dorf Breonio. Mit knapp 400 Einwohnern und einer Höhe von ĂĽber 700 Metern ist Breonio ein Ort der Stille, Weite und Gelassenheit â€“ fernab vom Trubel der Ebene.

Typisch fĂĽr das Dorf sind seine steingemauerten Häuserenge Gassen, Brunnen und gepflegte Vorgärten. Im Zentrum erhebt sich die Pfarrkirche San Marziale, daneben liegt ein kleiner Platz mit Aussicht auf die umliegenden Berge.

Breonio ist der ideale Ausgangspunkt fĂĽr Wanderungen ins Hochland von Sant’Anna d’Alfaedo, zu den Naturhöhlen rund um Fosse, oder fĂĽr gemĂĽtliche AusflĂĽge zur Ponte di Veja â€“ der größten natĂĽrlichen FelsbrĂĽcke Europas.

Im Frühjahr duftet es nach Kirschblüten, im Sommer nach Heu. Im Herbst färben sich die Hänge rotgolden, und selbst im Winter verzaubert die Landschaft mit frostiger Klarheit.


Weite im Blick – Ausblick von Cavalo auf die Veroneser Ebene

Wenn man von Fumane weiter bergauf nach Cavalo fährt, öffnet sich nach wenigen Kurven ein Panorama, das den Atem anhält: Die Veroneser Ebene liegt weit und offen vor einem, wie ein Teppich aus Licht, Feldern und Dörfern, der sich bis zum Horizont ausbreitet.

Gerade in der Dämmerung, wenn der Himmel sich blau färbt und die ersten Lichter der Ebene aufblitzen, wirkt dieser Moment fast surreal – als wĂĽrde man auf das Pulsieren eines ganzen Landstrichs blicken. Im Vordergrund saftige HĂĽgel, Kastanien, verstreute Bauernhäuser; dahinter die groĂźe, ruhige Fläche der Po-Ebene, irgendwo zwischen Natur und Zivilisation.

Es ist ein Ort, an dem man stehen bleibt, nicht nur fĂĽr ein Foto, sondern um sich zu verorten â€“ zwischen Bergen und Tiefland, zwischen Stille und Weite.


Top-Fotospot „Terra dei Forti“ bei Sant’Ambrogio di Valpolicella

Nur wenige Kurven oberhalb von Sant’Ambrogio di Valpolicella liegt ein verstecktes Juwel: der Terra dei Forti Viewpoint, ein landschaftlich eindrucksvoller Aussichtspunkt an der SP33c. Eingebettet in das grĂĽne HĂĽgelland der Terra dei Forti, eröffnet sich hier ein Blick, der die Kraft dieser Region spĂĽrbar macht.

Die steilen FelsabbrĂĽche, das Etschtal in der Tiefe und das dahinterliegende Mosaik aus Weinbergen, Wäldern und HĂĽgelketten ergeben eine Szenerie, wie sie typischer fĂĽr Venetien kaum sein könnte. Besonders in den frĂĽhen Morgenstunden oder zur goldenen Stunde am Abend wirkt die Landschaft fast surreal – das Licht tanzt auf den Reben, und der Blick schweift bis zum Monte Baldo.

Der Aussichtspunkt liegt ruhig, fernab des Touristenrummels – ideal für Fotografen, Ruhesuchende und alle, die den Moment genießen wollen. Auch für Wanderer und Radfahrer ist er ein lohnender Zwischenstopp entlang der kurvigen SP33c, die sich durch das bewaldete Hinterland schlängelt.