Hrad Vimperk (Winterberg): Wächter des Goldenen Steigs
Die Anlage von Vimperk (Winterberg) ist eine ursprünglich frühgotische Burg, die im Laufe der Jahrhunderte zu einem ausgedehnten, repräsentativen Renaissance- und Barockschloss umgebaut wurde. Sie thront majestätisch auf einem Felssporn über der gleichnamigen Stadt und dem Tal des Flusses Volyňka, am Fuße des Böhmerwaldes.
- Gründung und Funktion: Die Burg wurde wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts (um 1260) gegründet, möglicherweise von König Přemysl Ottokar II., und diente primär als Wachtfestung zum Schutz des wichtigen Handelsweges, des sogenannten „Goldenen Steigs“, der von Passau nach Böhmen führte.
- Bauliche Entwicklung: Aus der Gründungszeit ist die Vlčkova věž (Vlček-Turm) als ältester, erhalten gebliebener Teil erhalten. Unter den nachfolgenden Besitzern, darunter die mächtigen Rosenberger im 16. Jahrhundert, wurde die Burg schrittweise in ein Renaissanceschloss umgestaltet.
- Verteidigung: Im 15. Jahrhundert wurde die Verteidigungsfähigkeit durch die Errichtung der vorgelagerten Artilleriebastei Haselburg stark verbessert, die zu den bemerkenswertesten ihrer Art in Tschechien zählt.
- Heutige Gestalt: Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1857 erhielt das Schloss unter den letzten Besitzern, der Familie Schwarzenberg, seine heutige Gestalt. Der Gesamtkomplex gliedert sich in das ältere Obere Schloss(Burgkern), das Untere Schloss und die Haselburg-Bastion.
Das Schloss Vimperk, das seit 2015 umfassend restauriert wird, beherbergt heute das Muzeum Vimperska und bietet Besuchern die Möglichkeit, restaurierte Innenräume und die spannende Baugeschichte des „Tores zum Böhmerwald“ zu erkunden.
