Der Böhmerwald (Šumava): Das Grüne Dach Europas
Der Böhmerwald ist eines der größten und ältesten Gebirge Mitteleuropas und bildet die natürliche Grenze zwischen Tschechien, Deutschland (Bayerischer Wald) und Österreich (Böhmerwald). Er ist oft als das „Grüne Dach Europas“ bekannt und zeichnet sich durch seine weiten, dichten Wälder, Hochmoore, Gletscherseen und eine geringe Bevölkerungsdichte aus.
Für Ihre Burgen-Tour ist die Region entscheidend, da sie in zwei Teile unterteilt werden kann:
- Die eigentliche Šumava (Hochgebirge): Die raue, kühle Zone, in der die höchstgelegene Königsburg Kašperk zum Schutz des Handelsweges und der Goldvorkommen errichtet wurde.
- Das Pošumaví (Vorgebirge): Die sanftere, hügelige Übergangszone, in der die meisten anderen Festungen (wie Rabí und Velhartice) strategisch zum Schutz von Handelsrouten wie dem Goldenen Steig platziert wurden.
Kulturelle Zentren, Orte & Städte

Český Krumlov (Krumau): oft einfach Krumlov genannt, ist eine märchenhafte Stadt in Südböhmen. Das gesamte historische Zentrum und die Burg sind UNESCO-Welterbe. Die Vltava (Moldau) fließt in einer spektakulären Schleife um die Altstadt mit ihren engen Gassen. Die zweitgrößte Schlossanlage Tschechiens thront über allem.

Das Dorf Rabí in Südböhmen ist untrennbar mit der gleichnamigen, größten Burgruine Tschechiens verbunden, die hoch über dem Ort thront. Die kleine Gemeinde liegt malerisch am Fluss Otava (Watawa) und ist von sanften Hügeln umgeben. Rabí dient heute hauptsächlich als Basis für Touristen, die die monumentale Burg und die umliegende Natur erkunden.

Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg): ist ein malerischer Ort in Südböhmen an der Moldau. Das Städtchen ist bekannt für die imposante Burg Rožmberk, die auf einem Felsen über dem Fluss thront. Als eine der ersten Residenzen der Rosenberger zeugt die Burg von der reichen Geschichte der Region.

Das malerische Dorf Velhartice in Südböhmen liegt am Fuße der gleichnamigen mittelalterlichen Burg. Die Ortschaft ist geprägt von traditionellen böhmischen Holzhäusern und der ruhigen Atmosphäre des Böhmerwaldes. Historisch war Velhartice eng mit den Burgherren verbunden. Heute dient es als Ausgangspunkt für Wanderungen und als beliebtes Ziel für Besucher der einzigartigen Burg.

Vimperk (deutsch: Winterberg) ist eine historische Stadt im Böhmerwald (Šumava), Tschechien. Sie wird oft als „Tor zum Böhmerwald“ bezeichnet und liegt am Fluss Volyňka. Das Stadtbild prägt das monumentale Renaissance-Schlossauf einem Hügel. Vimperk war im Mittelalter wichtig für den Goldenen Steig und erlangte später Bekanntheit durch den Buchdruck und das Glashüttenwesen. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark Šumava.

Vyšší Brod (Hohenfurth): ist ein historischer Ort in Südböhmen am Oberlauf der Moldau. Bekannt ist er vor allem für sein beeindruckendes Zisterzienserkloster, eine der wichtigsten Klosteranlagen des Landes. Das Kloster ist ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum und dominiert mit seiner imposanten Architektur das Landschaftsbild.
Burgen, Schlösser und historische Monumente

Das Schloss Český Krumlov (Krumau) ist nach der Prager Burg der zweitgrößte Burg- und Schlosskomplex Tschechiens und UNESCO-Welterbe. Die Anlage thront auf einem Felsvorsprung über der Moldau. Wahrzeichen ist der bunte Schlossturm. Der Komplex umfasst fünf Schlosshöfe, 40 Gebäude, darunter ein original erhaltenes Barocktheater und die mehrstöckige Mantelbrücke. Es war Stammsitz der Rosenberger und später der Eggenberger und Schwarzenberger.

Die Burg Kašperk (Karlsberg) ist die höchstgelegene Königsburg Böhmens im Böhmerwald (Tschechien). Sie wurde 1356 von Kaiser Karl IV. gegründet. Ihr Hauptzweck war die Sicherung der Grenze zu Bayern und der Goldvorkommen bei Kašperské Hory. Die gut erhaltene gotische Ruine ist heute ein wichtiges Nationales Kulturdenkmal und beliebtes Ausflugsziel mit Führungen.

Hrad Rabí ist die größte Burgruine in Böhmen (Südböhmen), Tschechien. Die monumentale Anlage thront über dem Fluss Otava und der gleichnamigen Gemeinde. Die gotische Burg wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert zur uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Sie ist bekannt als der Ort, an dem der berühmte Hussitenführer Jan Žižka 1421 sein zweites Auge verlor. Heute ist die Ruine ein bedeutendes Nationales Kulturdenkmal.

Die Burg Rožmberk (Rosenberg) in Südböhmen ist eine der ältesten und bekanntesten gotischen Burganlagen Tschechiens. Sie wurde im 13. Jahrhundert durch die Witigonen gegründet, die Vorgänger des mächtigen Adelsgeschlechts der Rosenberger, deren erster Sitz sie war. Die Burg, die hoch über einem Moldaubogen thront, besteht aus einer Oberen und Unteren Burg und wurde im 19. Jahrhundert neugotisch umgestaltet.

Hrad Velhartice (Velhartitz) ist eine gotische Burg aus dem 14. Jahrhundert in Südböhmen. Sie ist einzigartig durch ihre architektonische Verbindung aus einer mächtigen Wehrmauer und der charakteristischen Steinbrücke, die den Gotischen Palast mit dem Renaissance-Palast verbindet. Die Burg war einst im Besitz des königlichen Kanzlers Bohuslav von Schwanberg und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Wehrbauten des Landes.

Das Schloss Vimperk (Winterberg) thront auf einem Felsvorsprung über der gleichnamigen Böhmerwaldstadt. Die monumentale Anlage entwickelte sich von einer gotischen Burg zu einem prächtigen Renaissance-Schloss. Es ist ein wichtiges architektonisches Denkmal Südböhmens. Nach umfassender Sanierung beherbergt es heute eine Ausstellung zur Geschichte des Böhmerwaldes (Šumava) und zur Kunst des historischen Buchdrucks.

Das Zisterzienserkloster Vyšší Brod (Hohenfurth) in Südböhmen ist das einzige aktive Männerkloster des Ordens in Tschechien. Es wurde 1259 von den Rosenbergern gegründet und ist seitdem fast ununterbrochen besiedelt. Die Anlage beeindruckt durch die gotische Kirche und die barocke Bibliothek mit über 70.000 Bänden, darunter wertvolle Manuskripte. Das Kloster ist ein wichtiges spirituelles und kulturelles Zentrum der Region.
Naturwunder, -landschaften & -monumente

Das Tal der Ostružná (Wistritz) liegt im malerischen Böhmerwald (Šumava), Tschechien. Der Fluss entspringt am Berg Můstek und fließt durch tiefe Wälder und Wiesen. Das Tal ist ideal für naturnahen Tourismus und verläuft in der Nähe historischer Orte wie Kašperské Hory (Bergreichenstein). Die Ostružná ist ein beliebter, aber anspruchsvoller Fluss für Kanufahrer und Wassersportler im Frühjahr.

Das Tal der Otava (Watawa) in Südböhmen ist bekannt für seine natürliche Schönheit und historische Bedeutung. Der Fluss durchfließt eine malerische Landschaft, gesäumt von tiefen Wäldern und Felsformationen. Entlang des Tals liegen mittelalterliche Burgen wie Rabí und Velhartice. Es ist ein beliebtes Gebiet für Goldwäscherei (historisch) und heute für Kanufahrten, was die Region touristisch attraktiv macht.

Das Pošumaví ist die sanftere, hügelige Übergangszone zwischen der rauen, bewaldeten Šumava und den offenen Ebenen Südböhmens. Es ist eine landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, die jedoch noch das typische raue Klima und die vielen Wälder der Bergregion aufweist. Zahlreiche historische Burgen (wie Rabí und Velhartice) wurden hier strategisch zum Schutz der Handelswege errichtet.

Das Tal der Úhlava erstreckt sich vom Böhmerwald-Vorgebirge bis in die Pilsner Ebene. Es ist eine wellige, landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, die im Kontrast zu den rauen Bergen steht. Besonders bekannt ist der Flusslauf, da er bei der Wasserburg Švihov strategisch genutzt wurde, um deren ausgedehnte Grabensysteme zu speisen.
Sonstige Highlights & Spots

Latrán ist das historische Viertel von Český Krumlov (Krumau), das sich nördlich der Moldau, direkt am Fuße des Schlosses, erstreckt. Es war ursprünglich die Siedlung der Burgbediensteten und Handwerker. Heute ist es ein Teil des UNESCO-Welterbes und besticht durch eine Gasse mit farbenprächtigen, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bürgerhäusern.
