🇮🇹 Dolomiten (I):📍Unterwegs in den Sextener Dolomiten

Die Sextener Dolomiten bilden den östlichen Abschluss der Südtiroler Dolomiten und zählen zweifellos zu den spektakulärsten Gebirgsgruppen der Alpen. Seit 2009 gehören sie als Teil des UNESCO-Welterbes zu den besonders geschützten Naturmonumenten. Das markanteste Wahrzeichen der Region – und das Symbol des gesamten Weltnaturerbes – sind die Drei Zinnen. Diese drei majestätischen Felstürme ragen steil in den Himmel und ziehen Alpinisten sowie Naturfreunde aus aller Welt in ihren Bann.

Einzigartig ist die Sextener Sonnenuhr, die aus den Berggipfeln Neuner, Zehner (Sextener Rotwand), Elfer, Zwölfer und Einser besteht. Je nach Sonnenstand über den Gipfeln lässt sich die Uhrzeit im Tal präzise ablesen – ein faszinierendes Naturschauspiel, das die tiefe Verbindung der Bewohner von Sexten mit ihrer Bergwelt verdeutlicht. Das Gestein der Dolomiten, der helle Dolomit, sorgt zudem für das berühmte „Alpenglühen“ (Enrosadira), bei dem die Wände im Abendlicht intensiv orange und rot leuchten.

Für Wanderer und Bergsteiger bietet die Region eine enorme Vielfalt. Die klassische Drei-Zinnen-Umrundung ist eine der beliebtesten Routen der Alpen, während Klettersteig-Geher auf historischen Pfaden wie dem Alpinisteig unterwegs sind. Diese Wege erinnern zugleich an ein dunkles Kapitel: Im Ersten Weltkrieg verlief hier die Gebirgsfront, weshalb man noch heute auf Tunnel und Stellungen stößt.

Trotz des Bekanntheitsgrades hat sich das Gebiet seinen rauen, wilden Charakter bewahrt. Ob im idyllischen Fischleintal oder auf den kargen Hochplateaus – die Sextener Dolomiten vereinen alpine Herausforderung mit einer unvergleichlichen, fast schon architektonisch anmutenden Schönheit der Felsen.


Talorte & Kulturelle Zentren

Toblach, das „Tor zu den Dolomiten“, liegt strategisch günstig am Eingang zum Höhlensteintal. Der Ort im Hochpustertal ist berühmt für seine Kultur-Highlights wie die Gustav-Mahler-Musikwochen und den idyllischen Toblacher See. Als Langlauf-Mekka und Ausgangspunkt zu den Drei Zinnen verbindet Toblach alpinen Sport perfekt mit Südtiroler Gastfreundschaft und Tradition.


Hütten (Rifugio)

Das Rifugio Berti liegt auf 1950 Metern am Rand der Popera-Gruppe in den Sextener Dolomiten. Die Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt für den anspruchsvollen Alpinisteig und bietet einen beeindruckenden Blick auf die Vallon Popera. Sie ist bekannt für ihre herzliche Atmosphäre und als Ausgangspunkt für geschichtsträchtige Hochtouren.

Das Rifugio Fonda Savio thront spektakulär auf 2367 Metern im Herzen der Cadini di Misurina. Die Hütte ist berühmt für ihren „Logenplatz“ gegenüber den Drei Zinnen und dient als zentraler Stützpunkt für den berühmten Bonacossa-Weg. Umgeben von bizarren Felsnadeln bietet sie Bergsteigern ein unvergleichliches, wildes Dolomiten-Erlebnis.


Täler & Almen

Das Fischleintal bei Sexten gilt als eines der schönsten Täler der Welt. Es führt über sanfte Lärchenwiesen tief hinein in den Naturpark Drei Zinnen, umrahmt von den gewaltigen Gipfeln der Sextener Sonnenuhr. Als Ausgangspunkt für Wanderungen zur Drei-Zinnen-Hütte bietet es ein unvergleichliches Panorama und alpine Idylle pur.

Das Höhlensteintal verbindet Toblach im Pustertal mit Cortina d’Ampezzo. Es trennt die Sextener Dolomiten von den Pragser Dolomiten und bietet spektakuläre Highlights wie den Toblacher See, den Dürrensee und den berühmten Drei-Zinnen-Blick. Das Tal ist ein geschichtsträchtiger Korridor und heute ein Paradies für Radfahrer, Langläufer und Naturgenießer.

Das Vallon Popera ist ein imposantes Hochkar in den Sextener Dolomiten, umrahmt von den Gipfeln der Popera-Gruppe. Als Schauplatz erbitterter Gebirgskämpfe im Ersten Weltkrieg ist es reich an historischen Spuren. Heute führt der Weg zum Rifugio Berti durch dieses wilde, felsige Tal, das Wanderer mit seiner rauen alpinen Schönheit beeindruckt.


Pässe, Grate und Gipfel

Die Cadini-Gruppe ist eine wild zerklüftete Gebirgsgruppe über dem Misurinasee. Bekannt für ihre bizarren Felsnadeln und steilen Türme, wirken die Gipfel wie eine gotische Kathedrale aus Stein. Der Aussichtspunkt „Cadini di Misurina Viewpoint“ bietet einen der spektakulärsten Fotospots der Dolomiten mit direktem Blick auf die gegenüberliegenden Drei Zinnen.

Der Creston Popera ist ein markanter Felsrücken in der Popera-Gruppe der Sextener Dolomiten. Bekannt durch die geschichtsträchtige „Strada degli Alpini“, zeugt er von den harten Kämpfen des Ersten Weltkriegs. Heute bietet er Bergsteigern spektakuläre Ausblicke auf die Vallon Popera und dient als wichtiges Bindeglied zwischen dem Rifugio Berti und der Elferscharte.

Die Drei Zinnen sind das markanteste Wahrzeichen der Dolomiten und ein UNESCO-Welterbe. Die drei markanten Zinnen – Große, Westliche und Kleine Zinne – ragen bis zu 2999 Meter hoch. Als Mekka für Kletterer und Wanderer faszinieren sie durch ihre senkrechten Nordwände und das spektakuläre Panorama im Naturpark Drei Zinnen.

Die Forcella della Torre (2400 m) ist eine markante Scharte in den wilden Cadini di Misurina. Sie liegt direkt unterhalb des imposanten Torre del Diavolo und bietet einen der spektakulärsten Ausblicke auf die Drei Zinnen. Als Schlüsselstelle des Sentiero Bonacossa ist sie ein Muss für trittsichere Bergwanderer und Liebhaber bizarrer Felsformationen.

Der Haunold ist der markante Hausberg von Innichen in den Sextener Dolomiten. Bekannt für sein familienfreundliches Skigebiet und die Sommerrodelbahn, bietet er gleichzeitig anspruchsvolle Pfade für Bergsteiger. Die Legende vom Riesen Haunold, der beim Bau des Doms half, verleiht dem Bergmassiv eine besonders mystische und kinderfreundliche Atmosphäre.

Der Monte Cristallo ist ein mächtiges Massiv oberhalb von Cortina d’Ampezzo. Mit 3221 Metern zählt er zu den höchsten und bekanntesten Gipfeln der Dolomiten. Berühmt für seine markante Form und die geschichtsträchtigen Klettersteige wie die „Ivano Dibona“, bietet er atemberaubende Tiefblicke und war Schauplatz spektakulärer Filmszenen in „Cliffhanger“.

Die Sentinella-Scharte (2717 m) ist ein strategisch bedeutender Übergang zwischen der Sextener Rotwand und dem Elferkofel. Im Ersten Weltkrieg heftig umkämpft, ist sie heute ein Schlüsselpunkt des berühmten Alpinisteigs. Die Scharte bietet einen schwindelerregenden Ausblick und erfordert von Bergsteigern absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit inmitten hochalpiner Trümmerlandschaften.


Weitere Highlights der Region

Der Drei-Zinnen-Blick im Höhlensteintal ist der einzige Punkt im Tal, von dem aus man die berühmten Nordwände direkt sieht. Unweit des Dürrensees gelegen, bietet die Aussichtsplattform ein kostenloses Panorama der markanten Gipfel. Ein Fernglas vor Ort erlaubt es Besuchern, Bergsteiger in den steilen Wänden dieses UNESCO-Welterbes zu beobachten.

Der Lago d’Antorno ist ein malerischer Bergsee unterhalb der Drei Zinnen auf 1866 Metern Höhe. Er liegt nahe dem Misurinasee direkt an der Mautstraße zur Auronzohütte. Mit seinen spiegelglatten Wasserflächen, in denen sich die Cadini-Gruppe reflektiert, ist er ein beliebtes Fotomotiv und idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Winteraktivitäten.

Der Lago di Landro (deutsch: Dürrensee) liegt idyllisch im Höhlensteintal zwischen Toblach und Schluderbach. Er ist bekannt für sein türkisgrünes Wasser und den spektakulären Drei-Zinnen-Blick von der Nordseite. Aufgrund seiner geringen Tiefe ist er einer der wärmsten Seen der Region und lädt im Sommer zum Verweilen in alpiner Kulisse ein.

Der Lago di Misurina, auch als „Perle der Dolomiten“ bekannt, liegt auf 1754 Metern Höhe vor der Kulisse der Drei Zinnen und des Sorapiss-Massivs. Berühmt für sein gesundes Mikroklima und das klare Wasser, spiegelt der See die umliegenden Gipfel spektakulär wider. Er ist idealer Ausgangspunkt für Touren zur Auronzohütte.

Der Lago di Popera ist ein kleiner, kristallklarer Karstsee, der auf 2153 Metern Höhe im Herzen des Popera-Massivs liegt. Eingerahmt von den steilen Wänden der Sextener Rotwand und des Elferkofels, spiegelt er die raue Felswelt der östlichen Sextener Dolomiten wider. Er ist über einen angenehmen Wanderweg vom Rifugio Berti aus erreichbar.


Klima & Reisezeit

Die Sextener Dolomiten in Südtirol besitzen ein ausgeprägtes alpines Hochgebirgsklima, das stark von der Höhenlage geprägt ist. Die Sommer sind kurz und mäßig warm, während die Winter lang, kalt und sehr schneereich ausfallen. Wetterumschwünge können jederzeit auftreten, besonders in den Hochlagen. Niederschläge verteilen sich über das ganze Jahr, im Sommer häufig als Gewitter.

Die beste Reisezeit hängt von den geplanten Aktivitäten ab. Juni bis September eignen sich ideal für Wandern, Bergsteigen und Klettersteige. In dieser Zeit liegen die Temperaturen in den Tälern meist zwischen 18 und 25 Grad, in höheren Lagen deutlich darunter. Der Sommer bietet optimale Bedingungen für alpinen Aktivurlaub, erfordert jedoch gute Ausrüstung und Wetterbeobachtung.

Der Herbst begeistert mit klarer Luft, intensiven Farben und ruhiger Atmosphäre, besonders im September. Der Winterist perfekt für Skifahren, Langlauf und Schneeschuhwandern. Insgesamt sind die Sextener Dolomiten ein ganzjähriges Reiseziel für Natur- und Bergliebhaber.

Klimatabelle von Toblach (1991-2020)1

  1. Normales et records climatologiques 1991-2020 à Dobbiaco – Infoclimat. https://www.infoclimat.fr/climatologie/normales-records/1991-2020/dobbiaco/valeurs/16033.html. Zugegriffen 21. Dezember 2025. ↩︎