Passau: Die Dreiflüssestadt am bayerischen Tor zum Osten
Passau, im Südosten Bayerns an der Grenze zu Österreich gelegen, ist eine Stadt von außergewöhnlicher geografischer und architektonischer Schönheit. Ihr Beiname „Dreiflüssestadt“ ist Programm: Hier fließen die Donau, der Inn und die Ilz aus drei verschiedenen Himmelsrichtungen zusammen. Besonders beeindruckend ist dieses Naturschauspiel an der Ortsspitze zu beobachten, wo sich das blaue Wasser der Donau mit dem grünen des Inns und dem schwarzen der Ilz vermischt.
Das Stadtbild ist geprägt von einem italienisch-barocken Flair, das auf italienische Baumeister des 17. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Über der malerischen Altstadt thront majestätisch der Dom St. Stephan. Er beherbergt die größte Domorgel der Welt, deren 17.974 Pfeifen ein unvergleichliches Klangerlebnis bieten. Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt laden mit kleinen Galerien, Cafés und Kunsthandwerksläden zum Flanieren ein. Ein weiteres historisches Highlight ist die Veste Oberhaus, eine der größten erhaltenen Burganlagen Europas, von der aus man einen fantastischen Panoramablick über die gesamte Stadt und den Zusammenfluss hat.
Passau ist nicht nur ein bedeutendes kulturelles Zentrum, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt für den Tourismus. Als Start- oder Zielpunkt zahlreicher Donaukreuzfahrten in Richtung Wien und Budapest sowie für Radfahrer auf dem berühmten Donauradweg versprüht die Stadt eine weltoffene Atmosphäre. Die Kombination aus bayerischer Tradition, studentischem Leben durch die Universität und dem maritimen Charme der Flüsse macht Passau zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.
Passauer Stadtregionen

Die Passauer Altstadt liegt auf einer schmalen Halbinsel zwischen Donau und Inn. Mit ihren verwinkelten Gassen, bunten Fassaden und italienischem Flair erinnert sie an den Süden. Hier finden Besucher charmante Cafés, die Künstlergasse Höllgasse und prächtige Plätze, die das historische Erbe der ehemaligen Fürstbischofsstadt lebendig halten.

Die Ilzstadt ist der älteste Stadtteil Passaus und liegt idyllisch am Ufer der Ilz. Einst als Viertel der Flößer und Fischer entstanden, bewahrt sie sich bis heute einen dörflichen Charme. Die Uferpromenaden und historischen Häuserzeilen laden zu ruhigen Spaziergängen abseits des Trubels der großen Donaupromenaden ein.

Die Innstadt liegt am rechten Inn-Ufer und ist über die Marienbrücke direkt mit der Altstadt verbunden. Ihr südländisches Erscheinungsbild mit pastellfarbenen Häusern und engen Gassen wirkt fast italienisch. Ein besonderes Highlight ist die Wallfahrtsstiege, die über 264 Stufen hinauf zur Wallfahrtskirche Mariahilf führt und herrliche Ausblicke bietet.

Der Stadtteil Oberhaus wird von der mächtigen Veste Oberhaus dominiert, die hoch über Passau auf dem Georgsberg thront. Neben der historischen Festungsanlage bietet der Stadtteil weitläufige Grünanlagen und den berühmten Aussichtspunkt „Batterie Linde“. Hier genießen Besucher den spektakulärsten Blick auf den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz.
Passauer Altstadt

Das Donauufer in Passau ist die pulsierende Lebensader der Stadt. An der „Fritz-Schäffer-Promenade“ legen die großen Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt an. Die breite Uferpromenade lädt mit Bänken, Alleen und Blick auf die Veste Oberhaus zum Spazieren ein, während zahlreiche Cafés das maritime Flair der Dreiflüssestadt direkt am Wasser erlebbar machen.

Das Innufer besticht durch seine grüne, naturnahe Atmosphäre und den Blick auf die pastellfarbene Innstadt. Im Gegensatz zur geschäftigen Donaupromenade laden hier schattige Wege zum entspannten Spazieren ein. Ein Highlight ist die „Innpromenade“, die an der Universität vorbeiführt und besonders bei Sonnenuntergang eine malerische Sicht auf den rasant fließenden, grünlichen Gebirgsfluss bietet.

Das Rathaus am Donauufer beeindruckt durch seine venezianisch-gotische Fassade aus dem 14. Jahrhundert. Im prunkvollen Rathaussaal erzählen monumentale Wandgemälde die Nibelungensage. Besonders markant sind die historischen Hochwassermarken am Rathausturm, die eindrucksvoll dokumentieren, wie hoch die Fluten von Donau und Inn die Stadt über die Jahrhunderte prägten.

Der Stephansdom in Passau ist das barocke Wahrzeichen der Dreiflüssestadt. Nach dem Stadtbrand von 1662 wurde er prachtvoll wiederaufgebaut und beherbergt heute die größte Domorgel der Welt. Mit fast 18.000 Pfeifen und seinem strahlend weißen Innenraum ist er ein Meisterwerk italienisch geprägter Architektur und ein kulturelles Zentrum der Region.
Ilzstadt

Die Freyunger Straße in der Ilzstadt bietet eine der malerischsten Ansichten Passaus. Die bunten Häuserfassaden schmiegen sich eng an den Felsen und spiegeln sich im dunklen Wasser der Ilz. Diese historische Häuserzeile, einst von Fischern und Handwerkern bewohnt, verleiht dem Stadtteil sein charakteristisches, fast nordisch-maritimes und doch bayerisches Gesicht.

An der Ilzmündung, der sogenannten Ortsspitze, vollendet sich das Dreiflüsse-Phänomen. Hier trifft die „Schwarze Perle“ Ilz aus dem Bayerischen Wald auf die mächtige Donau. Besonders faszinierend ist der farbliche Kontrast der Wassermassen. Der angrenzende Park ist ein beliebter Ruheort, um das Zusammenfließen der Ströme in entspannter Atmosphäre zu beobachten.

Die Kirche St. Salvator in Passau-Ilzstadt ist ein bedeutendes Zeugnis spätgotischer Architektur. Direkt am Ufer der Ilz gelegen, blickt der ehemalige Wallfahrtsort auf eine bewegte Geschichte zurück. Heute wird das Gebäude profan genutzt und beherbergt unter anderem ein Konzert- und Veranstaltungshaus, das durch seine außergewöhnliche Akustik und historische Atmosphäre besticht.
Innstadt

Die Kirche St. Gertraud ist das geistliche Herz der Innstadt. Ursprünglich als Spitalkirche im 14. Jahrhundert erbaut, wurde sie nach Bränden im barocken Stil neu gestaltet. Besonders sehenswert ist der schlichte, aber stimmungsvolle Innenraum. Sie liegt direkt am belebten Kirchenplatz und prägt mit ihrem markanten Turm das historische Viertel am Innufer.
Oberhaus

Die Veste Oberhaus zählt zu den größten erhaltenen Burganlagen Europas. Gegründet 1219, diente sie jahrhundertelang als Trutzburg der Passauer Fürstbischöfe. Heute beherbergt sie ein Museum zur Stadtgeschichte. Von ihren Mauern bietet sich ein unvergleichlicher Panoramablick auf die Altstadt und das farbenfrohe Naturschauspiel am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz.
Klima & Reisezeit
Passau liegt im Osten Bayerns an der Donau und zeichnet sich durch ein gemäßigt-kontinentales Klima aus. Die Sommer sind warm bis heiß, mit Tageshöchstwerten um 22 bis 24 °C, während die Winter kühl bis kalt sind, gelegentlich Frost auftreten kann, Schnee jedoch meist nur zeitweise liegen bleibt. Frühling und Herbst sind mild und angenehm, wobei die Niederschläge über das Jahr gleichmäßig verteilt sind; im Sommer treten häufig Gewitter auf, im Winter kann es durch Nebel feucht wirken.
Die beste Reisezeit für Passau liegt zwischen Mai und September. In diesen Monaten ist das Wetter ideal für Stadtbesichtigungen, Fluss- und Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren entlang der Donau oder Spaziergänge in der Altstadt. Der Sommer bietet zudem lange Tage und viel Sonnenschein. Frühling und Herbst eignen sich besonders für ruhige Besuche, während der Winter eher kühl und feucht ist, aber stimmungsvolle Advents- und Weihnachtsmärkte möglich macht. Insgesamt ist Passau vom späten Frühling bis zum frühen Herbst am attraktivsten für Reisende.

Klimatabelle der Station Passau-Oberhausen (1981-2010)1
- „Passau | Wetterrückblick & Klimadaten“. Meteostat, https://meteostat.net/de/station/10893?t=2025-12-21/2025-12-28. Zugegriffen 4. Januar 2026. ↩︎
