Südböhmen: Ein Märchen aus Seen, Schlössern und Geschichte
Südböhmen ist eine der bezauberndsten Regionen der Tschechischen Republik und wirkt vielerorts wie eine lebendig gewordene Kulisse aus einem historischen Roman. Gelegen im Süden des Landes, an der Grenze zu Österreich und Bayern, vereint die Region eine sanfte, wasserreiche Naturlandschaft mit architektonischen Schätzen von Weltrang.
Das unangefochtene Juwel der Region ist Český Krumlov (Böhmisch Krumau). Die UNESCO-geschützte Stadt, die sich in einer engen Schleife der Moldau an die Felsen schmiegt, gilt mit ihrem riesigen Schlossareal als eine der schönsten mittelalterlichen Städte Europas. Doch Südböhmen hat noch mehr zu bieten: Das strahlend weiße Schloss Hluboká (Frauenberg), das oft als das tschechische „Windsor“ bezeichnet wird, besticht durch seine filigrane Neugotik.
Geprägt wird die Region durch die charakteristische Teichlandschaft um Třeboň (Wittingau). Diese künstlich angelegten Gewässer aus dem 16. Jahrhundert sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch Zentrum der berühmten böhmischen Karpfenzucht. Im Westen erstreckt sich der Nationalpark Šumava (Böhmerwald), das „Grüne Dach Europas“, das mit seinen dichten Urwäldern, Hochmooren und dem Lipno-Stausee ein Paradies für Wanderer, Radfahrer und Wassersportler ist.
Südböhmen ist auch die Heimat des weltbekannten Bieres. In České Budějovice (Budweis), der Regionalhauptstadt, wird seit Jahrhunderten Braukunst auf höchstem Niveau zelebriert. Die Kombination aus herzhafter böhmischer Küche, historischem Ambiente und der gelassenen Lebensart macht die Region zu einem Ziel für Genießer und Kulturliebhaber gleichermaßen.
Kulturelle Zentren, Orte & Städte

Český Krumlov (Krumau): oft einfach Krumlov genannt, ist eine märchenhafte Stadt in Südböhmen. Das gesamte historische Zentrum und die Burg sind UNESCO-Welterbe. Die Vltava (Moldau) fließt in einer spektakulären Schleife um die Altstadt mit ihren engen Gassen. Die zweitgrößte Schlossanlage Tschechiens thront über allem.

Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg): ist ein malerischer Ort in Südböhmen an der Moldau. Das Städtchen ist bekannt für die imposante Burg Rožmberk, die auf einem Felsen über dem Fluss thront. Als eine der ersten Residenzen der Rosenberger zeugt die Burg von der reichen Geschichte der Region.

Vimperk (deutsch: Winterberg) ist eine historische Stadt im Böhmerwald (Šumava), Tschechien. Sie wird oft als „Tor zum Böhmerwald“ bezeichnet und liegt am Fluss Volyňka. Das Stadtbild prägt das monumentale Renaissance-Schlossauf einem Hügel. Vimperk war im Mittelalter wichtig für den Goldenen Steig und erlangte später Bekanntheit durch den Buchdruck und das Glashüttenwesen. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark Šumava.

Vyšší Brod (Hohenfurth): ist ein historischer Ort in Südböhmen am Oberlauf der Moldau. Bekannt ist er vor allem für sein beeindruckendes Zisterzienserkloster, eine der wichtigsten Klosteranlagen des Landes. Das Kloster ist ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum und dominiert mit seiner imposanten Architektur das Landschaftsbild.
Burgen, Schlösser und historische Monumente

Das Schloss Český Krumlov (Krumau) ist nach der Prager Burg der zweitgrößte Burg- und Schlosskomplex Tschechiens und UNESCO-Welterbe. Die Anlage thront auf einem Felsvorsprung über der Moldau. Wahrzeichen ist der bunte Schlossturm. Der Komplex umfasst fünf Schlosshöfe, 40 Gebäude, darunter ein original erhaltenes Barocktheater und die mehrstöckige Mantelbrücke. Es war Stammsitz der Rosenberger und später der Eggenberger und Schwarzenberger.

Latrán ist das historische Viertel von Český Krumlov (Krumau), das sich nördlich der Moldau, direkt am Fuße des Schlosses, erstreckt. Es war ursprünglich die Siedlung der Burgbediensteten und Handwerker. Heute ist es ein Teil des UNESCO-Welterbes und besticht durch eine Gasse mit farbenprächtigen, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bürgerhäusern.

Die Burg Rožmberk (Rosenberg) in Südböhmen ist eine der ältesten und bekanntesten gotischen Burganlagen Tschechiens. Sie wurde im 13. Jahrhundert durch die Witigonen gegründet, die Vorgänger des mächtigen Adelsgeschlechts der Rosenberger, deren erster Sitz sie war. Die Burg, die hoch über einem Moldaubogen thront, besteht aus einer Oberen und Unteren Burg und wurde im 19. Jahrhundert neugotisch umgestaltet.

Das Schloss Vimperk (Winterberg) thront auf einem Felsvorsprung über der gleichnamigen Böhmerwaldstadt. Die monumentale Anlage entwickelte sich von einer gotischen Burg zu einem prächtigen Renaissance-Schloss. Es ist ein wichtiges architektonisches Denkmal Südböhmens. Nach umfassender Sanierung beherbergt es heute eine Ausstellung zur Geschichte des Böhmerwaldes (Šumava) und zur Kunst des historischen Buchdrucks.

Das Zisterzienserkloster Vyšší Brod (Hohenfurth) in Südböhmen ist das einzige aktive Männerkloster des Ordens in Tschechien. Es wurde 1259 von den Rosenbergern gegründet und ist seitdem fast ununterbrochen besiedelt. Die Anlage beeindruckt durch die gotische Kirche und die barocke Bibliothek mit über 70.000 Bänden, darunter wertvolle Manuskripte. Das Kloster ist ein wichtiges spirituelles und kulturelles Zentrum der Region.
Naturlandschaften und -monumente

Der Böhmerwald (Šumava) ist das „Grüne Dach Europas“. Das riesige Waldgebirge an der Grenze zwischen Tschechien, Deutschland und Österreich bildet zusammen mit dem Bayerischen Wald das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Moorseen, Urwälder und der Lipno-Stausee machen die Region zu einem Paradies für Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende.

Das Moldautal südlich von Český Krumlov ist ein Paradies für Kanuten und Naturfreunde. Die Moldau windet sich hier in tiefen Schleifen durch dichte Wälder und vorbei an imposanten Felsen. Besonders der Abschnitt bei Rožmberk mit seiner mittelalterlichen Burg bietet eine idyllische Flusslandschaft, die Geschichte und aktives Naturerlebnis perfekt verbindet.
Klima & Reisezeit
Südböhmen in Tschechien besitzt ein gemäßigt-kontinentales Klima mit leichten atlantischen Einflüssen. Die Sommer sind warm, aber meist nicht extrem heiß, während die Winter kalt und häufig schneereich ausfallen. Frühling und Herbst sind eher kurz, können jedoch sehr angenehm sein. Niederschläge verteilen sich relativ gleichmäßig über das Jahr, mit einem leichten Schwerpunkt in den Sommermonaten.
Die beste Reisezeit ist Mai bis September. In diesem Zeitraum liegen die Temperaturen meist zwischen 20 und 26 Grad und bieten ideale Bedingungen für Städtereisen, Radfahren, Wandern und Naturerlebnisse an Seen und in Teichlandschaften. Der Sommer eignet sich besonders gut für Outdoor-Aktivitäten und kulturelle Besichtigungen, etwa in Český Krumlov.
Der Herbst punktet mit ruhiger Atmosphäre, klarer Luft und schöner Laubfärbung, besonders im September. Der Winterist kalt und für Winterlandschaften geeignet, jedoch weniger für klassische Rundreisen. Insgesamt ist Südböhmen vor allem im späten Frühling und Sommer besonders attraktiv.

Klimatabelle von České Budějovice (1991-2020)1

Klimatabelle von Jindřichův Hradec (1991-2020)2

Klimatabelle von Vyšší Brod (1991-2020)3
- „World Meteorological Organization Climate Normals for 1991-2020 — České Budějovice“. National Oceanic and Atmospheric Administration. Archived from the original on 5 November 2024. Retrieved 12 January 2024. ↩︎
- „Průměrná teplota vzduchu v jednotlivé měsíce v jednotlivé roky (Temperatures)“ (in Czech). Czech Hydrometeorological Institute. Archived from the original on 2024-09-09. Retrieved 2024-09-09. ↩︎
- „Teplota vzduchu v jednotlivé kalendářní dny“ (in Czech). Czech Hydrometeorological Institute.Retrieved 2025-02-25. ↩︎
