Burgen der Grafen von Waldeck zu Alten- und Hohenwaldeck

Die Grafen von Waldeck hatten ihr Einflussgebiet in der Region um Schliersee. Im hohen Mittelalter gehörte die Familie zum einflussreichsten Adel des südlichen Bayerns. Die Grafen errichteten in der Region um Schliersee und Miesbach einige Burgen, die in diesem Artikel aufgelistet worden sollen.


Burgen der Grafen von Waldeck:

Burg Altenwaldeck:

Die erste Stammburg der Waldecker wurde wohl bereits im 8. Jahrhundert errichtet. Bereits 770 wurde eine Spornburg in Verbindung mit den Waldeckern erwähnt. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Burg als Altenwaldeck bezeichnet. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Festung abgebaut.

Burg Hochburg (Schliersee):

Hochburg stand am Hang des Weinberges im Markt Schliersee und wurde im 12. Jahrhundert von den Waldeckern erbaut. Der Burgstall ist heute vom Karl-Haider-Denkmal überbaut.

Burg Hohenwaldeck:

Die wohl bekannteste Burg der Waldecker Grafen ist die heute noch erhaltene Ruine der Hohenwaldeck. Die Festung wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente wohl als Trotzbau gegenüber dem Bistums Freising. Die Waldecker lösten sich im fortlaufenden 13. Jahrhundert immer weiter von der Vasallenherrschaft des Bistums ab und errichtete somit eine weitgehend autonome Herrschaft über die Region. Die Festung Hohenwaldeck diente als Untermauerung und Befestigung der Autonomie. Heute sind noch einzelne Mauerwerke erhalten. 2020 wurde der Zugang zur Ruine gesperrt.

Burg Holnstein (Höllenstein):

Höllenstein bei Brannenburg wurde im 11. Jahrhundert von den Waldeckern errichtet.

Burg Miesbach:

Die Burg Miesbach wurde wohl im 11./12. Jahrhundert von den Waldeckern errichtet. 1312 wurde die Festung durch die Waldecker zerstört, um die Ablösung vom Bistum Freising einzuleiten. Die Burg befand sich im Areal des heutigen Landratsamtes.

Burg Parsberg:

Die Burg Parsberg wurde im 10. oder 11. Jahrhundert durch die Herren von Waldeck errichtet. Im 19. Jahrhundert fand die letzte Einebnung der Burgspuren statt.

Burg Wachsenstein (Waxenstein):

Die Burg Waxenstein befand sich am Abhang bei Krainsberg im Ortsteil Breitenbach auf einem Felsvorsprung des Lahners. Erbaut wurde die Burg von einem Waldecker. Dieser hatte in unmittelbarer Nähe noch einen kleineren Turm errichtet. 1326 wurde die Burg erstmals erwähnt. 1568 wurde Wachsenstein bereits als Ruine bezeichnet.

Burg/Schloss Wallenburg:

Die Burg Wallenburg wurde 1270 erstmals erwähnt. Die Feste galt wohl als Winterresidenz der Grafen von Waldeck, während Hohenwaldeck wohl als Sommerresidenz genutzt worden ist. Ab dem 15. Jahrhundert waren die Maxlrainer Besitzer der Burg. Ab dem 16. Jahrhundert kam es zum Umbau zu einem Schloss.

Burgruine Hohenwaldeck (2019)


Literatur und Quellen:

  1. Weithmann, Michael W., Bezirk Oberbayern (Hrsg.) [1995]:  Inventar der Burgen Oberbayerns, 3. Aufl., (o.O.) 1995.
  2. Meyer, Werner [1986]:  Burgen in Oberbayern, 1. Aufl., Frankfurt/Main 1986.
  3. Dölling, Friedhelm A. [2017]:  Wallenburg – Vergangenheit und Gegenwart. Ein Schloss und seine Geschichte, 1. Aufl., (o.O.) 2017.
  4. Ignaz Joseph von Obernberg [1841]: Die Burgen Hohenwaldeck am Schliersee und Altenwaldeck bei Au. Beitrag zur Geschichte derselben. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (herausgegeben vom historischen Verein von und für Oberbayern). Band 3, München 1841, S. 110–115.
  5. Herrschaft Waldeck. URL. Zugegriffen 2. August 2022.