Klima in Schwaben

Das Klima des bayerischen Regierungsbezirk Schwaben ist kühl-gemäßigt. Es ist zu vergleichen mit den klimatischen Bedingungen von Oberbayern und Niederbayern. Der Bezirk liegt im Übergangsbereich vom atlantischen Klima Ulm kontinental Klima. Die Winter sind für gewöhnlich kalt und frostig. Die Sommer sind warm. Die Übergangsmonate sind mild bis kühl.

Im Süden herrscht alpines und kontinentales Klima. Im Zentrum herrscht ein kontinental geprägtes Klima mit mildern Wintern. Im Norden ist es milder. Die Sommer sind etwas wärmer und die Winter sind milder ausgeprägt. Vom Süden nach Norden nimmt der Niederschlag ab. Im Alpenraum liegt der Schnitt zwischen 1200 und über 2000 mm. Da s Alpenvorland ist trockener mit einer Menge zwischen 900 und 1500 mm. Am trockensten ist der Norden. Hier fallen durchschnittlich 600 bis 900 mm.

Die wärmste Region ist das Nördlinger Ries und der Bodensee.


Klimakarten:

Temperaturen:


Augsburg:

Die Stadt Augsburg liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklimaauf der Ebene des Lechfeldes in leichter Tallage. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Für die letzten sechs Jahrzehnte wurde für Augsburg ein Anstieg der Temperatur, eine Abnahme der Niederschläge sowie die Zunahme des Auftretens von Extremwerten festgestellt.

Charakteristische Witterungen:

Die Witterungsperioden variieren zwischen gemäßigten, nicht zu kalten Wintern und warmen, aber nicht übermäßig heißen Sommern. Große Schneemengen, welche die Vegetation über die Frostperioden hinweg schützen, fallen meist erst ab Januar und halten sich bis Mitte März. Größere Niederschlagsmengen sind im Frühsommer zu verzeichnen, wobei diese größtenteils durch Westwinde herangetragen werden. Längere Trockenperioden treten im Hochsommer und Frühherbst auf. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung sehr warme und trockene Luftströmungen ins untere Alpenvorland nach Augsburg. Damit verbunden ist eine sehr gute Fernsicht, so dass auch die Bayerischen und Allgäuer Alpen oftmals sehr deutlich zu sehen sind.

Temperaturen:

Die Temperatur beträgt im Jahresmittel etwa 8,4 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge etwa 850 Millimeter. Im Zuge des (in Augsburg) „Jahrtausendsommers 2003“ wurde am 13. August eine Temperatur von 36,0 Grad gemessen, der bisherige absolute Höchstwert seit Beginn der Temperaturbeobachtungen beträgt 37,1 Grad vom 27. Juli 1983. Die niedrigste registrierte Temperatur betrug −28,2 Grad, gemessen am 12. Februar 1929.

Wetterextreme:

Augsburg ist durch seine Lage im gewitterintensivsten Bundesland Bayern des Öfteren von heftigen Unwettern betroffen, welche zu enormen Lech- und Wertachhochwassern führen. Die schlimmsten Auswirkungen hatte dies 1999, als ein Stauwehr an der Wertach brach und ganze Stadtteile unter Wasser standen. An Herbsttagen ist es in Augsburg sehr häufig neblig, was sich durch die Lage in der Talebene des Lechs erklären lässt. Daneben nimmt die Stadt nach München Platz zwei der schneereichsten Großstädte Deutschlands ein.

Klimatabelle von Augsburg-Mühlhausen (1990-2018):

Klimatabelle von Augsburg-Mühlhausen (1961-1990):


Kaufbeuren:

Kaufbeuren weist ein feuchtes Kontinentalklima mit recht kalten Wintern und kühlen bis mäßig-warmen Sommern auf. Die Niederschlagsmengen sind ganzjährig recht hoch und erreichen ihren Zenit in den Monaten zwischen Mai und August. Gewitter sind vor allem zwischen Juni und August keine Seltenheit und sind manchmal von enormer Intensität geprägt.

Klimatabelle:


Kempten:

Kempten liegt bei mittleren Jahresdurchschnittstemperaturen und Niederschlagsmengen im deutschen Durchschnitt, jedoch befindet sich die Niederschlagsmenge im oberen Bereich. Mit 1272 Millimeter durchschnittlichem Niederschlag und einer Durchschnittstemperatur von 6,9 Grad Celsius im Jahr (von 1961 bis 1990) fällt die Stadt nicht aus dem Rahmen der gemäßigten Klimazone.

Wetterextreme:

Wie im gesamten Voralpenland kommt es öfter im Jahr zu Föhn und durch den Wolkenstau vor den Alpen zu ergiebigen Niederschlägen in Form von Regen oder Schnee. Aufgrund von Überschwemmungen der Iller wurde die Hochwasserschutzmauer nach dem Pfingsthochwasser 1999 auf dem linken Illerufer verlängert. Die Maßnahme hat sich beim Alpenhochwasser 2005 erstmals bewährt.

Klimatabelle:


Memmingen:

Memmingen liegt mit der Jahresdurchschnittstemperatur und der Niederschlagsmenge in der gemäßigten Zone. Der Niederschlag ist meist etwas höher und die Tiefsttemperaturen etwas niedriger als der Durchschnitt. Im Frühjahr und Herbst ist durch die nahe Iller und die durch die Stadt fließende Memminger Ach dichter Nebel in der Altstadt und den westlichen Ortsteilen recht häufig. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer durchschnittlichen Tagestiefsttemperatur von −5 °C und einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von +2 °C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit je 12 °C durchschnittlicher Tiefsttemperatur und 24 °C durchschnittlicher Höchsttemperatur.

Klimatabelle:


Landkreis Aichach-Friedberg:

Der Landkreis liegt östlich von Augsburg; die Grenze zwischen den beiden Gebieten bildet meist der Lech. Wichtigster innerer Fluss ist die Paar, die den Landkreis von Südwesten nach Nordosten durchquert und an der einige Friedberger Stadtteile sowie Aichach liegen.

Klimatische Bedienungen:

Das Klima im Landkreis ist mit den Klimaten des Lechfeldes und der Münchener Schotterebene zu vergleichen. Die Winter sind streng und neblig mit mäßigen Schneefällen. Die Sommer sind hingegen warm und teils auch schwül. Gewitter kommen recht häufig vor. Grundsätzlich ist das Klima ähnlich wie in der bayerisch-schwäbischen Hauptstadt Augsburg.

Aichach:


Landkreis Augsburg:

Der Landkreis Augsburg umschließt die Stadt Augsburg von allen Seiten außer von Osten. Südlich von Augsburg liegt das Lechfeld. Auch der nördliche Landkreis liegt im Lechtal. Die Landschaften im westlichen Landkreis Augsburg sind – von Nord nach Süd: Holzwinkel, Reischenau und Stauden.

Klimatische Gegebenheiten:

Die Landschaften des Landkreises haben einen Einfluss auf das regionale Klima. Im Lechfeld herrscht ein deutlich kontinentaler geprägtes Klima vor. Im Lechtal sind die Winter ebenfalls recht streng. Im Westen werden die Wintermonate leicht milder, allerdings sind diese immer noch recht kalt. Die Sommer sind grundsätzlich warm und gewittrig.

Augsburg:


Landkreis Dillingen an der Donau:

Das Kreisgebiet wird geprägt durch die Donau, die es von Südwesten nach Nordosten auf einer Länge von 27 km durchfließt. Der Fluss schuf eine heute unter Naturschutz stehende Auenlandschaft mit Wäldern. Der Mensch schuf zahlreiche Baggerseen. Südlich des Flusses breitet sich das Donauried aus, das bis zur Flussbegradigung im 19. Jahrhundert oftmals überflutet war. Heute wird es als Wiesen- und Weideland genutzt, an dessen Rändern sich ein fruchtbares Ackerland ausbreitet. Weiter südlich schließt sich das Hügelland des Zusamtales an, das zum Naturpark Augsburg-Westliche Wälder gehört. Die Zusam ist ein kleiner rechter Nebenfluss der Donau, der südlich von Donauwörthmündet. Am linken Ufer der Donau hat das nördliche Kreisgebiet Dillingen noch Anteil an den Ausläufern der Schwäbischen Alb und dessen Vorland. Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 403 m ü. NN im Donauried bei Schwenningen bis 610 m ü. NN im Zöschinger Forst.

Klimatische Gegebenheiten:

Das Donautal wird von kalt-nebligen Wintern und sehr warmen Sommern geprägt. Die Schwäbische Alb weist ein kühleres Klima, dafür aber im Winter deutlich sonnigere Witterung auf. Das Albvorland weist ein subkontinentales Klima mit hohen Niederschlägen auf. Das Donauried weist ein feuchtes Klima mit kontinentalen Einschlägen auf. Die Winter sind kalt und neblig, während die Sommer sehr warm bis heiß werden können.

Dillingen an der Donau:

Wertingen:


Landkreis Donau-Ries:

Der Landkreis Donau-Ries umfasst im Nordwesten das Nördlinger Ries, eine nahezu kreisrunde, in den Mittelgebirgszug des Schwäbisch-Fränkischen Jura eingesenkte Beckenlandschaft, deren Durchmesser etwa 22 km beträgt. Seine Existenz verdankt das Ries einem Meteoriteneinschlag, dem sogenannten Ries-Ereignis. Dem Ries schließt sich im Osten die Fränkische Alb an. Im Süden fällt diese zum Donau-Lech-Gebiet ab, welches geologisch zur Riesalb zählt. Die Donau streift das südliche Kreisgebiet von Westen nach Osten. Dort liegt die Große Kreisstadt Donauwörth, in deren Stadtgebiet die von Süden kommenden Zusam und Schmutter und die von Norden einmündende Wörnitz münden. Die Wörnitz durchfließt den Landkreis von Norden nach Süden und nimmt bei Heroldingen (Stadt Harburg) die von Westen einmündende Eger auf. Im Südosten des Kreisgebietes bei Marxheim mündet der von Süden heranfließende Lech in die Donau.

Klimatische Gegebenheiten:

Im Nördlinger Ries spricht man von einem Beckenklima. Das Ries gehört zu den wärmsten Regionen Schwabens und weist recht warme Sommer auf. Die Winter sind kalt und können mit dem Eintreten der Inversionswetterlage auch tiefe Werte erreichen. In der Fränkischen Alb wird das Klima deutlich kühler und feuchter. Die Winter sind schneereicher und die Sommer nicht ganz so warm, dafür steigt die Niederschlagsmengen deutlich an. Im Donautal herrscht ein mildes Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Im Donau-Lech-Gebiet herrscht ein gemäßigtes Feuchtklima mit kontinentalen Einschlägen vor.

Donauwörth:

Harburg:

Nördlingen:


Landkreis Günzburg:

Die Donau trennt den kleinen Riedbereich (Schwäbisches Donaumoos, ein Teil des Donaurieds) im Norden mit den Ortschaften Riedhausen bei Günzburg und Riedheim von den südlich gelegenen unteren Iller-Lech-Schotterplatten, auf denen der Großteil der übrigen Ortschaften und Gemeinden des Kreises liegt. Dieses Gebiet wird von den beiden rechten Nebenflüssen der Donau Günz und Mindel sowie von der Kammel durchzogen. Die Günz mündet bei Günzburg, die Mindel weiter stromabwärts westlich von Gundremmingen. Die Kammel mündet südlich von Offingen in die Mindel, kurz bevor diese in die Donau mündet. Das Gebiet östlich der Mindel ist Teil der Stauden (im Süden) beziehungsweise der Holzwinkels (im Norden) und damit Teil des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder. Das Gebiet südlich der Donau, die unteren Iller-Lech-Schotterplatten, die Stauden und der Holzwinkel sind Teil des Tertiärhügellands. Geprägt wird diese hügelige Landschaft durch die von Süden nach Norden verlaufenden Flusstäler der Günz, Kammel, Mindel und Zusam und den Zuflüssen dieser Fließgewässer. Die Riedel genannten Höhenzüge zwischen den Tälern sind meist bewaldet – oft mit Fichtenforsten. An den Hängen mit geringer Neigung überwiegt Ackerbau, in den Tälern überwiegen meist Wiesen. Vor der Drainage gab es dort große Niedermoorbereiche.

Klimatische Gegebenheiten:

Im gesamten Landkreis herrscht ein feuchtes Klima der gemäßigten Breiten mit kontinentalen Einflüssen. Im Donauried kommt es im Winter zu starken Nebelaufkommen, während die Sommer sehr warm sind. Auf der Iller-Lech-Schotterplatten kommt es ebenfalls zu warmen Sommern und nicht ganz so häufiger Nebelentwicklung im Winter. In den Hügelländern herrscht je nach Höhenlage ein subkontinentales Klima.

Günzburg:

Krumbach:


Landkreis Lindau:

Der Landkreis grenzt im Südwesten an die Ufer des Obersees, des östlichen und tiefsten Teils des Bodensees. Auf einer Insel im See befindet sich die Altstadt der Kreisstadt Lindau. Nach Westen folgen Bad Schachen (ein Stadtteil von Lindau), Bodolz, Wasserburg und Nonnenhorn. Die Uferorte sind neben dem Fremdenverkehr auch von der Fischerei und dem Weinanbau geprägt, der vor allem in Nonnenhorn und am Hoyerberg bei Lindau betrieben wird. Nach Nordosten schließt sich ein Hügelland mit Endmoränen und Drumlins an. Der Landkreis ist gleichzeitig Teil des Westallgäus. Der Bergrücken des Pfänders verläuft in nordnordöstlicher Richtung, die Höhen liegen meist über 700–800 m ü. NN. Nach Osten folgen weitere parallel zum Pfänderrücken verlaufende Bergkämme. Der Landkreis grenzt an das österreichische Bundesland Vorarlberg und durch den Bodensee an die Schweizer Kantone St. Gallen und Thurgau.

Klimatische Gegebenheiten:

Durch die erheblichen Höhenunterschiede gibt es im Landkreis deutliche klimatische Unterschiede: Während am Bodensee bereits die Obstbäume blühen und Temperaturen über 25 °C erreicht werden, kann man im Westallgäu noch meterhohen Schnee vorfinden. Am Pfänderrücken kommt es zu Steigungsregen, daher sind dort die Jahresniederschläge am höchsten (deutlich über 1.000 mm/a), während es im Westen und Osten trockener ist (um 800 mm/a). Das Westallgäu ist durch eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer (bis 2.000 Stunden pro Jahr) gekennzeichnet.

Lindau:

Weiler-Simmerberg:


Landkreis Neu-Ulm:

Der Landkreis erstreckt sich größtenteils im Alpenvorland östlich der Iller südlich der Donau, nur die Gemeinde Elchingen liegt nördlich am Rande der Schwäbischen Alb. Das Kreisgebiet erstreckt sich auf der so genannten „Iller-Lech-Platte“, einer Schotterfläche, die zur Iller im Westen und zur Donau im Norden abfällt. Im Süden steigt das Kreisgebiet auf Höhen bis 610 m an.

Klimatische Gegebenheiten:

Die Lage auf der Iller-Lech-Platte verschafft dem Landkreis ein relativ mildes Klima, als in den Allgäukreisen. Der Landkreis gehört zu den wärmsten Reginen von Bayerisch-Schwaben. Neu-Ulm weist ein feuchtes Klima der gemäßigten Breiten auf. Aufgrund der Lage im Donautal, weist Neu-Ulm ein recht hohes Nebelaufkommen auf. Der Landkreis gehört zu den gewitterreichsten Regionen des Freistaates Bayern.

Weißenhorn:


Landkreis Oberallgäu:

Der Landkreis Oberallgäu ist der südlichste Landkreis in Deutschland. Das Gebiet des Landkreises umfasst alpines und voralpines Gelände. Der höchste Berg ist die Hochfrottspitze(2649 m). Der niedrigste Punkt im Landkreis liegt an der Iller bei Fluhmühle in der Gemeinde Altusried (622 m). Die bekannteste Schlucht ist die Breitachklamm, durch welche die Breitach fließt. Diese entspringt im benachbarten Österreich, erreicht an der Walserschanze deutsches Gebiet und fließt dann in nördlicher Richtung weiter. Am Illerursprung bei Oberstdorf bildet sie zusammen mit der Stillach und Trettach die Iller, die ebenfalls in nördlicher Richtung das gesamte Kreisgebiet durchfließt und es bei Altusried in Richtung Memmingen verlässt.

Klimatische Gegebenheiten:

Der Landkreis ist die kälteste Region von Bayerisch-Schwaben. Am kältesten ist das Alpenvorland mit den Alpen. Im oberen Illertal herrscht ein strenges und starkkontinentales Klima. Die Winter sind dort sehr kalt. Weiter im Norden wird das Klima milder.

Oberstdorf:


Landkreis Ostallgäu:

Das Gebiet des Landkreises Ostallgäu umfasst im Süden die Alpen sowie deren Vorland. Im Norden schließt sich die schwäbisch-bayerische Hochebene an. Hier liegt bei Lamerdingen mit 578 m der niedrigste Punkt des Landkreises. Das alpine Gebiet zieht sich hinauf zur Hochplatte (2082 m) in den Ammergauer Alpen. Das Voralpengebiet besitzt auf rund 800 m Höhe eine Vielzahl von Weihern und Seen, wovon der Forggensee, ein vom Lechdurchflossener Stausee, mit rund 16 km² der größte ist. Der Lech durchfließt das südöstliche Kreisgebiet. In der Mitte durchzieht die Wertach, ein linker Nebenfluss des Lechs, die bei Augsburg mündet, den Landkreis Ostallgäu von Süden nach Norden. Ganz im Westen entspringen auf den langgezogenen Riedelhochflächen die westliche und die östliche Günz sowie die Mindel, die bei Günzburg in die Donau münden.

Klimatische Gegebenheiten:

Die Alpen weisen das kälteste Klima des Landkreises auf. In den Gipfellagen der höheren Berge herrscht ein alpines bis subpolares Klima. In den mittleren Bergland ist das Klima sehr streng und unbeständig mit viel Regen, Schnee und Wolken. Im Alpenvorland herrscht ein feuchtes Kontinentalklima mit streng-kalten Wintern und mäßig-warmen Sommern vor. In den Hügelländern der kleineren Gebirge ist das Klima deutlich strenger, als in den Tallagen und Becken.

Füssen:

Marktoberdorf:


Landkreis Unterallgäu:

Das Kreisgebiet wird von den vier Längstälern von Iller, Günz, Mindel und Wertach durchzogen. Dazwischen finden sich meist bewaldete Endmoränen aus der Eiszeit. Das Land öffnet sich von Norden nach Süden aus breiten Ebenen zu einem abwechslungsreichen Hügelland. Im südlichen Teil gehört das Kreisgebiet landschaftlich dem ausgesprochenen voralpinen Gründlandgebiet an. Am Nordrand des Landkreises werden im Günztal nördlich von Zaiertshofen 510 und im Mindeltal nördlich von Tiefenried etwa 520 Höhenmeter gemessen. Das Gelände steigt nach Süden hin an und erreicht oberhalb von Oberwarlins (Gemeinde Böhen) an der Grenze zum Landkreis Oberallgäu mit 849 Metern seinen höchsten Punkt. Der Höhenunterschied beträgt also mehr als 300 Meter. In ähnlicher Relation schwankt auch das Klima der einzelnen Landkreisteile. Das Klima ist voralpin, wobei atlantische Einflüsse überwiegen.

Klimatische Gegebenheiten:

Im südlichen Landkreisbereich wird das Klima von Föhn- und Stauwetterlagen der Ostalpen beeinflusst. Niederschläge und Temperatur sind von der Höhenlage abhängig. Die Höhe der jährlichen Niederschläge beträgt zwischen 900 mm im Norden und 1.200 mm im Süden des Landkreises. Damit zählt das Unterallgäu zu den regenreichsten Gebieten Deutschlands. Mit einer mittleren Temperatur von 6,8 bis 7,3 °C im Jahresdurchschnitt und 13 bis 15 °C in der Hauptwachstumszeit von Mai bis Juli sind die Temperaturen als „mäßig kühl“ oder „kühl“ einzustufen. Der südliche Landkreis rechnet schon aufgrund der Höhenlage bis 845 Meter zur kühleren Zone. Diese „Klimalinie“ läuft etwa von Legau über Bad Grönenbach, Ottobeuren, Wineden bis Warmisried. Im Unterallgäu kommt es im Vergleich zu den andere Allgäu-Kreisen zu weniger Gewitter. Der Grund für dieses Phänomen lässt sich nicht erklären, jedoch sind die wenigen Gewitter dennoch intensiv.

Mindelheim (1961-1990):

Mindelheim (2005-2018):


Klima der schwäbischen Landschaften:

Der Regierungsbezirk Schwaben weist eine Vielzahl von unterschiedlichen Landschaften auf. Im Süden befinden sich die Alpen mit ihren Vorländern und größeren Flusstälern. Im äußersten Südwesten liegt der Bodensee mit seinen äußerst mildem Klima. Der Süden (Oberallgäu) und Südosten (Ostallgäu), sowie der obere Teil des Landkreis Lindau (Westallgäu) wird von einem subkontinentalen bis kontinentalen Klima des Alpenvorlandes geprägt. Das Unterallgäu, sowie Mittelschwaben, weisen ein wärmeres Klima auf, da diese auf der Iller-Lech-Platte liegen. Dennoch werden auch die Winter hier von einem kontinentalen Faktor beeinflusst. Im Lechfeld und Nordosten herrscht ein similares Klima zur Münchener Schotterebene. Die Winter dort werden von dichten Nebelfeldern und recht kalten Temperaturen geprägt. Der Nordwesten (Landkreis Neu-Ulm und Günzburg) wird von Iller-Lech-Platte beeinflusst. Der Norden (Donauregion und Schwäbische Alb) ist am wärmsten und weist Klimaregionen nach Höhenlage auf. In den Höhenlagen der Schwäbischen Alb ist es deutlich kühler, als im Becken des Nördlinger Ries. Im nachfolgenden werden einzelne Großlandschaften mir ihrem Klima vorgestellt.


Bodensee:

Bodenseeklima ist der regionale Begriff für die klimatischen Bedingungen rund um den Bodensee, die verhältnismäßig stark und weiträumig durch den See beeinflusst werden.Die Lufttemperaturen werden durch die verhältnismäßig niedrigen Wassertemperaturen abgekühlt und gemildert.

Sommer:

Bei windschwachem und warmen Sommertagen kommt es zu vermehrter Verdunstung und dadurch zu einer höheren Luftfeuchtigkeit, dadurch stellt sich eine schwüle Hitze ein. Nach längeren Wärme- und Hitzeperioden können die Wassertemperaturen auf über +20°C steigen. An windigen Tagen wehen abkühlende Brisen und durch die hohe Verdunstung wird Wärme entzogen. Im Frühherbst kommt es bei stabilen Hochdrucklagen zu leichtem Frühnebel mit Auflösung in den späten Vormittagsstunden. Bei Gewittern und Föhn können gefährliche Fallwinde entstehen mit verhältnismäßig hohem Wellengang. Daher ist der Bodensee für Wassersportler nicht ungefährlich. Grundfür die starken Fallwinde ist die Kessellage des Sees mit den umliegenden Höhenzügen.

Winter:

Im Winter hat der See die Funktion eines Wärmespeichers, dadurch werden extrem niedrige Temperaturen verhindert. Durch diese Milderung weist der See nur wenige Frosttage auf. Allerdings stellt sich dadurch großflächige Nebelfelder und Hochnebel ein, der oftmals Tage anhält. Der Bodensee gilt daher im Winter auch als „Nebelloch“.

Lindau:


Donauried:

Im Donauried herrscht ein kühl-feuchtes Klima der gemäßigten Breiten mit subkontinentalen Einfluss. Der durchschnittliche Niederschlag summiert sich auf ca. 750 mm pro Jahr. Das Donauried liegt im Regenschatten der Schwäbischen Alb. Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur liegt zwischen +7,5°C und +8,8°C. Der Juli ist mit +18°C der wärmste Monat, während der Januar mit -1°C der kälteste Monat im Jahr ist. Die Winter sind aufgrund der Beckenlage deutlich kälter, als im Umland, da sich häufig die Inversionswetterlage einstellt. Hinzukommend entwickelt sich häufig Nebel, jedoch nicht so häufig wie in anderen Moorgebieten oder Seenlandschaften in der Umgebung. Die Vegetationszeit ist ca. 20 Tage länger als Oberschwaben.

Dillingen an der Donau:


Lechfeld:

Das Lechfeld ist eine Ebene zwischen Augsburg und Landsberg (Lech) und liegt südlich der schwäbischen Hauptstadt. In der Flussebenen ist das Klima deutlich kontinentaler und strenger geprägt. Die Winter sind deutlich kälter und nebliger, als in Augsburg selbst. Die Niederschläge sind auch höher. Im Lechfeld liegt hauptsächlich die Stadt Augsburg mit Landkreis.


Nördlingen Ries:

Im Nördlinger Reis findet man ein mikroklimatische Beckenklima vor. Der Metoritkrater liegt im Regenschatten der Schwäbischen Alb, dadurch gedeiht hier eine steppenähnliche Flora und Heidelandschaften aus Wacholder. Im Winter und Spätherbst können sich Inversionswetterlagen einstellen, die die Temperaturen im Krater deutlich tiefer sinken lassen, als in den umliegenden Hügeln. Hinzukommend entwickelt sich häufig Nebel.

Nördlingen:


Schwäbische Alb:

Aufgrund der Höhenlage ist das Klima auf der Schwäbischen Alb rauer und die Temperatur meist etwa 3 bis 5 °C niedriger als im Vorland. Im Jahresdurchschnitt liegt sie auf der Alb zwischen 4 und 7 °C, das langjährige Mittel für den Januar bei −2 °C, für den Juli bei rund 15 °C. Im Vergleich zu anderen Mittelgebirgen ist die Alb recht kalt, etwa ebenso kalt wie der deutlich höhere Südschwarzwald.

Niederschlag und Wolkenbildung:

Da die Regenwolken bevorzugt von Nordwesten heranziehen, verzeichnet der Albtrauf durch den Steigungsregendeutlich höhere Nieder­schlags­mengen als das tiefer gelegene Albvorland. Von der West- zur Ostalb nehmen die Niederschläge der fallenden Höhe entsprechend in der Tendenz ab. Der weit im Westen liegende Große Heubergfällt hierbei jedoch aus dem Rahmen. Trotz großer Höhe fallen dort kaum mehr Niederschläge (rund 1000–1100 mm pro Jahr) als auf der tieferen mittleren Alb zwischen Reutlingen und Göppingen. Ursächlich dafür ist der Regenschattendes dem Heuberg im Nordwesten nahen Schwarzwaldes.

Inversionswetterlagen:

Im Herbst und Winter stellen sich manchmal sogenannte Inversionswetterlagen ein, durch die es auf der Albhochfläche sonnig und warm ist, während das Neckarvorland oder das Donautal im kalten Nebel liegen. An solchen Tagen gibt es auf der Albhochfläche dann oft Fernsicht bis zu den Alpen.

Harburg: