Los-Llanos-Savanne

Los-Llanos-Savanne

“Llanos” ist die spanische Bezeichnung für ausgedehnten Ebenen, die sich über Teile von Mittel- und Südamerika erstrecken und die mit einer für die Savanne typischen Vegetation bewachsen sind. Diese hauptsächlich in Kolumbien und Venezuela gelegene Graslandschaften umfassen eine ausgedehnte Region im Nordwesten des Orionco-Einzugsgebiet und grenzen im Süden an den Regenwald Amazoniens. Insgesamt nehmen die Llanos zusammen mit dem circa 68000 km² großen Trockenwald von Apere Villavicencio eine Fläche von mehr als 450000 km² ein. Etwa 60% liegen auf venezolanischem Staatsgebiet und bedecken damit ein Drittel der Gesamtfläche dieses Landes.

Berittene Viehhirten hüten das Vieh der “Hatos” , der großen Ranches, und durchstreifen dabei eine Landschaft mit einer großen Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die von einem charakteristischen Süßwassersystem durchzogen ist. In den Llanos strömen die Flüsse friedlich in ihrem grünen Bett, um plötzlich in die Tiefe zu stürzen und Wälder mit Kaskaden aus Wasser zu tränken. Die Ebene präsentiert sich mal übersät von glänzenden Pfützen, dann wieder trocken und grün. Wasser und Feuer prägen vielerorts die Llanos: Während der feuchten Jahreszeit im Sommer und Herbst führen Niederschläge zu Überschwemmungen, in der Trockenzeit des Winters und Frühlings verursacht die intensive Sonneneinstrahlung hingegen zahlreiche Brände.

Im Westen werden die Llanos von den Anden begrenzt und liegt an Fuße des Gebirges. Die Feuchtsavanne liegt 80 Meter über den Meeresspiegel. Die Landschaft steigt in die Höhe nur maximal 0,02 %. Die zentralen Ebenen sind oft überflutet und gehören mit zu den größten Feuchtgebieten der Erde. Der Untergrund der Llanos besteht aus maximal 12 Millionen Jahre altem, sehr durchlässigem Geschiebe, Jungschutt aus der Erosion der Anden. Die Biodiversität ist groß und umfasst alle lebenden Organismen.