Wostoksee

Der Wostoksee ist der größte von mehr als 150 bisher bekannten subglazialen Seen, die sich unter dem Eisschild Antarktikas befinden. Der Süßwassersee liegt in einer Tiefe von 3.700 bis 4.100 Metern unter dem Eis und erstreckt sich von der russischen Wostok-Station fast 250 km nach Norden, ist 50 km breit und hat eine Wassertiefe von bis zu 1.200 m.

Das Alter des Eises wurde auf 420.000 Jahre datiert, in der Epoche des Pleistozän wurde der See durch eine Eiskappe versiegelt.

Der über dem See liegende Gletscher bewegt sich mit geringer Geschwindigkeit und bringt Sedimente in den See. Auf der „ausströmenden Seite“ des Gletschers gefriert Seewasser. Dies führt zu einer Höhendifferenz der beiden Seeseiten von mehr als 400 m. Auch der Boden des Sees ist nicht eben, sondern es erheben sich sogar „Inseln“ über die Oberfläche des Sees hinaus in das Eis hinein.

Der Wostoksee bietet vermutlich einen sehr extremen Lebensraum. Neben seiner Temperatur ist auch der Sauerstoffgehalt extrem, nämlich etwa 50-mal höher als in normalem Süßwasser, zum einen aufgrund des hohen Drucks, zum anderen aufgrund des Vorkommens von Klathraten, bei denen der gasförmige Sauerstoff in eine Eisstruktur eingelagert ist.

Die in den letzten 85 Metern der Bohrkerne in dem gefrorenen Wasser des Wostoksees gefundenen Mikroben könnten entweder auf Leben im See hindeuten oder sind lediglich ein Anzeichen für eine Kontamination während der Bohrung.

Im April 2005 untersuchten deutsche, russische und japanische Forscher die Wirkung der Gezeitenkräfte auf den See. Abhängig vom Stand der Sonne und des Mondes beträgt der Tidenhub dort zwischen 1 und 2 cm. Das Forscherteam vermutet, dass die Gezeitenkräfte Strömungen erzeugen, was für das Überleben von Mikroorganismen notwendig sei.

 

Länge 250 km
Breite 40–50 km
Fläche 15.690 km²
Tiefe (unter dem Eis) 3700–4100 m
Tiefe (des Wasserbeckens) 400–1000 m
mittlere Tiefe 344 m
Volumen 5.400 km3
Temperatur −3 °C

 

 

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