Klima im Bundesstaat Minnesota

Minnesota weist ein extremes Klima auf. Generell lässt sich das Klima im Bundesstaat als kontinental mit sehr kalten Wintern und heißen Sommern beschreiben. Aufgrund der Inlandlage und dem fehlen von größeren Gebirgsketten haben arktische Luftmassen die Möglichkeit ohne Milderung bis in die USA zu gelangen, dadurch kommt es zu hohen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Die Rekordtemperaturen liegen zwischen -51°C in Tower und +46°C in Moorhead. Neben den hohen Temperaturunterschieden kommt es im Bundesstaat regelmäßig zu Blizzards, Gewitterstürmen mit Superzellen, Hagel und Tornados, sowie starken Sturmböen. Die Vegetationsperiode unterschiedet sich stark von Nord nach Süd. Im Norden liegt die Dauer bei 90 Tagen, während diese im Süden auf 160 Tagen ansteigt. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen +3°C und +9°C. Am wärmsten ist die Region im äußersten Südosten im Mississippi River Valley. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen zwischen 480 und 890 mm. Dürre kommen im Schnitt alle 10 bis 50 Jahre vor.

Das feuchte Kontinentalklima von Minnesota wird von strengen Wintern und warmen bis heißen Sommern geprägt. Aufgrund der Lage im Upper Midwest und der Größe des Bundesstaates weist Minnesota einige regionale Unterschiede auf. Beispielswiese weist die Region am Lake Superior und dessen Umgebung, auch Arrowhead Region genannt, ein deutlich anderes Klima auf als der Rest des Bundesstaates. Der Lake Superior hat einen mildernden Effekt auf das Klima in der Arrowhead Region, dadurch sind die Sommermonate relativ kühl, während die Winter deutlich milder sind. Am wärmsten ist es im südöstlichen Minnesota. Nach der Köppen-Klimaklassifikation gibt es zwei große Klimazonen: ein feuchtes Kontinentalklima mit heißen Sommern (Dfa) und ein feuchtes Kontinentalklima mit warmen Sommern (Dfb).

Klimakarte von Minnesota nach Temperaturen und Niederschlägen:


Inhaltsverzeichnis: 

  1. Klimatischer Jahresverlauf in Minnesota 
    1. Winter
    2. Frühling
    3. Sommer
    4. Herbst
  2. Arrowhead Region
  3. Lake Superior und Umgebung 
    1. Lake Effect und Schneefälle
  4. Red River Valley
  5. Wetterextreme und -phänomene
    1. Niederschläge und Dürren
    2. Stürme und Windsysteme

Klimatischer Jahresverlauf in Minnesota:

Winter:

Die Winter werden von sehr kalten Temperaturen geprägt. Die Niederschläge kommen vorwiegend als Schnee herab, aber auch Eisregen ist in den Wintermonaten möglich. Neben den tiefen Temperaturen kommen noch verschiede Sturmsysteme hinzu, wie die Alberta Clippers oder die Panhandle Hooks. Diese Stürme können sich mitunter zu Blizzards entwickeln. Die Schneemengen variieren sehr stark, d.h. im Süden liegen die durchschnittlichen Schneemengen bei 13 cm, während sich im Norden Schneemengen auf über 4 m ansammeln. Die schneereichste Region stellen die Superior Highlands an der Nordküste des Lake Superior dar. Im Schnitt liegen die Nachttemperaturen im Januar zwischen -15°C und -23°C. Jedoch können die Temperaturen in sehr kalten Nächten auf unter -40°C sinken. Die Rekordtemperatur liegt bei -51,1°C.

Frühling:

Der Frühling stellt eine stürmische und unbeständige Jahreszeit dar. Im Frühjahr kann es zu Schneestürmen oder zu den ersten Hitzewellen kommen. Brisant sind vor allem auch die möglichen Tornado Outbreaks. Generell ist das Wetter im Frühling sehr facettenreich, d.h. neben Schneestürmen und eisigen Temperaturen können erste Sommer- und Hitzetage mit heftigen Gewitterstürmen auftreten.

Sommer:

Die Sommermonate werden im Süden von Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit geprägt. Im Norden hingegen herrscht warmes und ein weniger feuchtes Klima vor. Die Mischung aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit lässt Gewitterstürme entwickeln. Im Schnitt gibt es 30 bis 40 Gewittertage im Jahr. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Sommer liegen bei +30°C im Süden und +25°C im Norden. Jedoch sind auch deutlich höhere Temperaturen möglich. Die Rekordtemperatur liegt bei +46°C. Der Sommer weist die höchste Tornadoaktivität auf. Im Schnitt gibt es 27 Tornados pro Jahr.

Herbst:

Der Herbst gleicht dem Wetter im Frühling. Der Jet Stream verursacht deutlich unbeständigere Wetterlagen und eine hohe Temperaturschwankung. Im späten Oktober und November können Stürme entstehen. Der Herbst und Frühling sind die windigsten Jahreszeiten in Minnesota.


Arrowhead Region:

Die Arrowhead Region stellt den nordöstlichen Teil von Minnesota dar. Miteinbegriffen ist die Lake Superior-Region mit samt der Küste und die dazugehörenden Counties: Carlton, Cook, Lake and Saint Louis. Die Region weist ein feuchtes Kontinentalklima mit warmen Sommern auf, wobei es sich hierbei um die mildeste Region des nördlichen Minnesotas handelt, vor allem an den Ufern des Lake Superior ist das Klima recht mild. Die Region ist arm besiedelt und weitgehend bewaldet. Die Winter sind sehr streng und kalt, während die Sommer kühl bis warm sind. Im Vergleich zu Nordwest-Minnesota sind die Winter leicht milder und die Sommer etwas kühler, hinzukommend sind die jährlichen Niederschläge höher.

Ely:1The Weather Channel: Ely.2NOAA: Niederschlagstage, Schneemenge3Weather-Atlas: Sonnenstunden

The Weather Channel (Temperatur, Niederschlagsmenge), NOAA (Niederschlagstage, Schneemenge), Weather-Atlas (Sonnenstunden).


Lake Superior und Umgebung:

Die Küste und das Umland des Lake Superior weist das moderateste Klima in der Arrowhead Region im nördlichen Minnesota auf. Die Sommerhitze wird merklich gemildert, dadurch liegen die durchschnittlichen Tageswerte im Juli bei unter +25°C. Grand Marais weist mit +14,5°C sogar die kältesten Sommer im gesamten Bundesstaat. Hingegen sind die Wintertemperaturen deutlich milder. Aufgrund der Größe des Sees ist der klimatische Einfluss bedeutend. In Grand Marais liegt die durchschnittliche Tagestemperatur im Juli bei +21°C, während in Virginia (161 km westlicher) die Tageshöchsttemperatur bei +25°C liegt. Im Winter liegt die maximale Durchschnittstemperatur bei -5°C in Grand Marais und -9°C in Virginia. Im Norden erstrecken sich die Sawtooth Mountains. Diese Gebirgskette schirmt die nördlichen Luftströmungen etwas ab und verhindert auch, dass die mildernden Luftmassen des Sees weiter gen Norden strömen. Dadurch entsteht ein Mikroklima an der Küste des Sees. 

Lake-Effect und Schneefälle:

Die Großen Seen (Great Lakes) sind bekannt für ihre enormen Schneemengen. Aufgrund der Windrichtungen und dem vergleichsweise warmen Wasseroberfläche verwandelt sich die feuchte Luft beim Auftreffen am Ufer zu Schnee. Im Winter des nördlichen Minnesotas kommt der Wind aus nordwestlicher Richtung, sprich aus dem Inland. Dadurch ist der Lake-Effect sehr dezimiert. Am Ufer kann ein Lake-Effekt eher eintreten, jedoch hat der Lake Superior nur sehr schwache Auswirkungen auf das restliche nördliche Minnesota. Insgesamt gesehen sind die Schneemengen dennoch sehr hoch. Duluth ist die schneereichste Stadt in Minnesota. Im Schnitt fallen dort um die 215 cm Schnee pro Jahr.

Duluth:4U.S. Climate Data: Duluth.5NOAA6SeaTemperature.info: Duluth. Average Water Temperatures.

U.S. Climate Data (Temperaturen, Niederschlagsmenge, Schnee), NOAA (Niederschlagstage, Sonnenstunden, Luftfeuchtigkeit: 1961-1990), SeaTemperature.info (Wassertemperatur).

Grand Marais:7U.S. Climate Data: Grand Marais.8NOAA: Grand Marais.9SeaTemperature.info: Grand Marais.

U.S. Climate Data (Temperaturen, Niederschlagsmenge, Schneefall), NOAA (Niederschlagstage), SeaTemperature.info (Wassertemperatur)


Red River Valley:

Das Red River Valley liegt im im äußersten Nordwesten von Minnesota und wird vom Red River of the North durchflossen. Der Fluss und das fruchtbare Tal bildet die Grenze zwischen Minnesota und North Dakota. Der Fluss fliesst gen Norden und mündet in den Lake Winnipeg (Manitoba-Kanada). Das Red River Valley weist ein feuchtes Kontinentalklima auf. Die Niederschläge sind geringer, als in den östlicheren Regionen von Minnesota. Die Winter sind eiskalt. Die Sommer sind im Gegensatz sehr warm bis heiß. Das Tal gilt zu den heissesten Regionen des nördlichen Minnesotas. Hier wurde auch der absolute Maximalrekord erreicht: Moorhead ist mit +46°C die heisseste Stadt von Minnesota. Die Januartemperaturen liegen bei -7/-18°C, während die Julitemperaturen bei +28/14°C liegen. Trotz der abnehmenden Höhe wird es gen Norden immer extremer und kälter. Im nördlichen Teil des Tales liegen die nächtlichen Januartemperaturen im Schnitt bei unter -20°C, während die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Juli bei +25/26°C liegen.

Moorhead:10U.S. Climate Data: Moorhead.11NOAA12NOAA: Sonnenstunden der Stadt Fargo (ND).

U.S. Climate Data (Temperauren, Niederschlagsmenge, Schneefall), NOAA (Niederschlagstage, Sonnenstunden von Fargo: 1961-1990).

St. Vincent:13NOAA: St. Vincent.

NOAA (Temperaturen, Niederschläge, Schnee)


Wetterextreme und -phänomene:

Niederschläge und Dürren: 

  • Dürren sind ein alljährliches Problem in Minnesota. Während der Vegetationsperiode fallen auch die meisten Niederschläge, dadurch stellen Dürren ein Problem vor allem für Landwirte dar. Eine zu geringe Niederschlagsmenge in der Vegetationsperiode richtet einen immensen Schaden für den Ackerbau an. Die letzte große Dürre in Minnesota war im Jahr 1988. Die Periode zwischen April und Juli war die zweittrockenste Periode im 20. Jahrhundert. Zugleich war zwischen Mai und August die heißeste Periode, die jemals registriert wurde. Der Dürreschaden in der Landwirtschaft lag bei ca. 1,2 Mrd. Dollar. Ein weiteres Probleme sind Dust Bowls (→ Stürme und Windsysteme) und Waldbrände. 1984 kam es zum Great Hinckley Fire, dieser Waldbrand zerstörte Hinckley und tötete 459 Menschen. 1918 brach ein Waldbrand in Cloquet aus und brachte 453 Menschen um. Zu den aktuellsten Waldbrand zählt das Cavity Lake Fire. Dieses Feuer zerstörte 2006 eine Fläche von 129 km².
  • Überschwemmungen und Hochwässer kommen vor allem während der Schneeschmelze vor, d.h. im Frühjahr. Die vielen Flüsse treten zu dieser Jahreszeit stark über das Ufer. Zu heftigen Überschwemmungen kam es 1965, 1969, 1997, 2001 und 2009. Das Hochwasser 1965 war die schlimmste Überschwemmung des Mississippi River in Minnesota. 1997 kam es zum heftigsten Hochwasser des Red Rivers in Minnesota. Dieses Hochwasser wurde durch enorme Schneemengen verursacht, die durch ingesamt 11 Blizzards angesammelt wurden. Neben der Schneeschmelze sind auch längere Regenperioden für Hochwässer ursächlich.

Stürme und Windsysteme:

  • Dust Bowl: in besonders trockenen Jahren können sich Dust Bowls entwickeln. Zu den erwähnenswertesten Jahren zählen 1976 und die 1930er. Vor allem im südlichen Minnesota kam es zu solchen Staubstürmen, aufgrund der andauernden Dürreperioden.
  • Schneestürme/Blizzards: In Minnesota können Schneestürme auftreten. Der schlimmste Schneesturm von allen lässt sich zudem als Lake-Effekt einordnen. Am 06. Januar 1994 fielen in Finnland (MN) innerhalb von 24 Stunden um die 91 cm Schnee und innerhalb von drei Tagen um die 120 cm.
  • Tornados sind zwischen März und November möglich. Die meisten Tornados treten jedoch im Monat Juni, gefolgt vom Juli, Mai und August auf. Die meisten Tornados entstehen in der südlichen Hälfte von Minnesota. Südminnesota stellt das nördliche Ende der Tornado Alley dar. Im Schnitt zählt 27 Tornados pro Jahr. Ein F5-Tornado tritt alle 25 Jahre auf. Am 16. Juni 1992 entwickelte sich ein Tornado der Stärke F5 und war Teil eines Outbreaks mit ingesamt 27 Tornados.

Einzelnachweise:

  1. Monatliche Wettervorhersage für Ely, MN, Vereinigte Staaten – weather.com. URL. – abgerufen am 2021-03-12. — The Weather Channel
  2. NOAA
  3. d.o.o, Yu Media Group: Ely, MN – Detailed climate information and monthly weather forecast. URL. — Weather Atlas
  4. Weather averages Duluth, Minnesota. URL. – abgerufen am 2021-03-12 – U.S. Climate Data.
  5. NOAA – Duluth WSO AP MN – Climate Normals 1961-1990. URL. abgerufen am 2021-03-12.
  6. Water temperature in Duluth, MN today. United States. URL. – abgerufen am 2021-03-12. — SeaTemperature.info 
  7. Weather averages Grand Marais, Minnesota. URL. – abgerufen am 2021-03-12 – U.S. Climate Data.
  8. NOAA
  9. Water temperature in Grand Marais, MN today. United States. URL. – abgerufen am 2021-03-12. — SeaTemperature.info
  10. Weather averages Moorhead, Minnesota. URL. – abgerufen am 2021-03-12 – U.S. Climate Data
  11. NOAA
  12. NOAA – Fargo WSO AP ND – Climate Normals 1961-1990. URL. abgerufen am 2021-03-13. Grund für die Verwendung der durchschnittlichen Sonnenstunden von Fargo ist die unmittelbare Lage zu Moorhead (Grenze ist der Red River).
  13. NOAA