Bodetal und Laubwälder des Harzrandes bei Thale

Das FFH-Gebiet “Bodetal und Laubwälder des Harzrandes bei Thale” umfasst weitläufige Waldgebiete und wunderschöne Felslandschaften auf. Grund für die Ausweisung zum FFH-Gebiet ist die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und der unterschiedlichen Morphologie. Das Schutzgebiet liegt zwischen Friedrichsbrunn bis an die Rappbodetalsperre und den Eichberg, sowie bis zum Klingenberg bei Stiege.


Landschaften:

Felsformationen im Bodetal bei Thale

Das Schutzgebiet liegt im Übergang zum Mittelharz und dem Nördlichen Harzrand, d. h. auf 170 m bis 517 m über den Meeresspiegel. Zu den landschaftlichen Highlights zählt das Tal der Bode mit der canyonartigen Schlucht im Abschnitt zwischen dem Hexentanzplatz und der Roßtrappe. Weitere Fließgewässer sind die Luppbode und Rappbode. Alle Täler der drei Fließgewässer sind tiefeingeschnitten. Nahe von Thale durchbricht die Bode den Ramberg-Granit aus dem Oberkarbon.

Roßtrappe:

Die Roßtrappe ist ein 403 m ü. NHN hoher Granitfels im Harz. Sie liegt auf der Flur der Stadt Thale im sachsen-anhaltischen Landkreis Harz. Von der Roßtrappe erschließt sich ein Ausblick auf die Felsen des Hexentanzplatzes, die „Steinerne Kirche“, ins Bodetal und Harzvorland mit der Stadt Thale sowie zum Brocken. Der Granitfels der Roßtrappe erhebt sich hoch über das Bodetal. Zu erreichen ist der Felsen von Thale, Treseburg oder Wienrode auf einer Fahrstraße, zu Fuß oder mit einem Sessellift (Thale) aus zu erreichen. Auf dem Felsen liegt das Berghotel Rosstrappe mit Aussichtsterrasse auf das nördliche Harzvorland und der Norddeutschen Tiefebenen. Nahe des Hotels liegt de Bergstation mit dem Sessellift.

Hexentanzplatz:

Der Hexentanzplatz ist ein Plateau (454 m ü. NN), hoch über dem Bodetal, gegenüber der Roßtrappe in Sachsen-Anhalt gelegen. Die Bodetal-Seilbahn führt von Thale aus zum Hexentanzplatz. Dort befindet sich auch das Harzer Bergtheater Thale, eines der ältesten Naturtheater Deutschlands, mit 1.350 Plätzen, das 1903 von Ernst Wachler gegründet wurde. Das Plateau zählt zu den sagenumwobensten Orten Deutschlands und stellt in der Mythologie des Harzes eine fundamentale Rolle. Den Erzählungen nach ist der Hexentanzplatz der erste Treffpunkt der Hexen zur Walpurgisnacht, eh sie sich zum Brocken begeben um dort mit den Teufel zu feiern. Vom Hexentanzplatz hat man eine Weitsicht bis zum Brocken, über das Bodetal, bis hin zum nördlichen Harzvorland und der Norddeutschen Tiefebene. Der Hexentanzplatz ist mit der Roßtrappe die letzte hohe Talflanke des Bodetals und liegt am Austritt des Flusses in das Harzvorlandes.


Flora und Vegetation:

Wald- und Buschvegetationszonen:

  • Waldmeister-Buchenwald:Waldtyp der auf nährstoffreichen Böden wächst, sehr artenreich und kommt wächst auf den Böden der Unterharzhochfläche. Dominante Pflanzenarten sind Eichen, Berg-Ahorne, Vogelkirschen, Linden und einige Kräuter wie Waldmeister, Teufelskrallen und Seggen.
  • Hainsimsen-Buchenwald: bevorzugt flachen und sauren Boden mit Quarzit- und Granitstandtorten. Dominante Pflanzenarten sind Buchen, Trauben-Eiche, Fichten und Heidelbeeren.
  • Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald: gedeiht an den Mittelhängen des Bodetals. Zu den dominantesten Arten zählen Haselnüsse, Buche und Eichen. Die Krautschicht wird vorwiegend von einigen Wildblumenarten gebildet.
  • Fingerkraut-Eichen-Trockenwald: Waldtyp der sonne- und wärmeverwöhnten Südhängen des Bodetals. Dieser Waldtyp gedeiht auf basenreichem Diabas. An den Trockenhängne kommt auch der seltene Felsheide-Kiefern-Wald vor.
  • Schlucht- und Hangmischwälder: wächst entlang der Hänge zur Bode bis Treseburg. Der Wald forstwirtschaftlich nicht stark genutzt, daher hat sich ein sehr ursprünglicher Linden-Bergulmen-Bergahorn-Wald erhalten. Zu den besonderen Baumarten zählt die Eibe, die im Kernbereich des Bodetals gedeiht.
  • Erlen-Eschenwälder: wächst im Talgrund mit einer artenreichen Krautschicht aus Hahenfuß und Milzkrautarten.
  • Trockene Europäische Heiden: Vegetationstyp der waldfreien Standorten mit nährstoffreichen Böden, wie an den Südhängen des Bodetals. Dort wachsen Wolfsmilch-Heidekrautheiden, Graslilien und Zwergmispel-Gebüsche.

Flure und Wiesenlandschaften:

  • Feuchte Hochstaudenflure: gedeiht außerhalb felsiger Bereiche auf beiden Ufern der Bode im oberen Flusstal und den Nebenbächen.
  • Berg-Mähwiesen: finden sich in Bachtälern und flacheren Hängen vor. Vegetationstyp weist eine artenreiche Kräuterwelt auf.
  • Borstgrasrasen: siedelt auf dem Klingenberg und wird von Segge-Arten, Borstgräsern, Arnika und Bärwurzen geprägt.
  • Magere Flachland-Mähwiesen: findet man ausschliesslich am Harzrand vor.

Felsvegetationszonen:

  • Silikat-Felsspalten und kieshaltige Schutthalden: Rasen-Steinbrech-Gesellschaft mit vielen Kräuterarten, die sich auf Felsen und Schutthalden bildet.