Madison und Umgebung (WI)

Madison ist Hauptstadt von Wisconsin und zugleich der Verwaltungssitz von Dane County. Im Jahr 2018 lag die Bevölkerungszahl bei ca. 258.000 Einwohner somit ist Madison die zweitgrößte Stadt in Wisconsin, nach Milwaukee. Die Madison-Metropolregion weist ca. 654.000 Einwohner auf. Die Metropolregion schliesst neben Dane County, auch die Counties Iowa, Green und Columbia ein.

Madison liegt auf einer Landenge (Isthmus) zwischen vier Seen: Lake Mendota, Monona, Kegonsa und Waubesa. Die Stadt ist Sitz der University of Wisconsin-Madison und weist als wichtigste Sehenswürdigkeiten das Wisconsin State Capitol und dem Henry Vilas Zoo auf. Historisch gesehen war Madison immer schon Zentrum progressiver Politik, Aktivismus und Demonstrationen. Die Bildungseinrichtungen haben einen signifikanten Einfluss auf Ökonomie, Kultur und Demographie der Metropole.

Madison im Winter (© Pixabay-License / Yinan Chen)


Geographie:

(© Pixabay-License / David Mark)

Madison liegt im Zentrum von Dane County im süd-zentralen Wisconsin. Milwaukee liegt 124 km östlich und Chicago 196 km südöstlich von Madison. Die Downtown von Madison liegt am Isthmus des Lake Mendota und Monona.

Gewässer:

“The City of Four Lakes” ist, wie der Name schon deutet, von vier Seen des Yahara River umgeben: Lake Mendota, Monona, Waubesa und Kegonsa. Die letzten beiden Seen liegen nicht im Stadtgebiet von Madison, aber befinden sich unmittelbar südlich der Stadt. Ein weitere See ist der Lake Wingra. Der Yahara River ist Zufluss des Rock River, dieser mündet schlussendlich in den Mississippi River.


Klima:

Nach der Köppen-Klimaklassifikation liegt Madison in der Klimazone des feuchten Kontinentalklimas mit heißen Sommern. Das Wetter ist variabel und von hohen Temperaturunterschieden zwischen den Jahreszeiten geprägt. Die Winter sind streng und eisig mit Tagestemperaturen um die 0°C, während die Nächte Temperaturen von unter -12°C aufweisen. Nachttemperaturen von unter -18°C sind an 17 Nächten im Jahr möglich. Die Tagestemperaturen im Sommer liegen für gewöhnlich um die +27-28°C. An 12 Tagen werden Höchstwerte von +32°C und mehr erreicht. Die Sommermonate weisen deutlich mehr Regenfall auf, als die Wintermonate. Dennoch sind auch die Niederschlagsmengen im Winter hoch.

Klimadaten des Messzeitraumes 1981-2010:


Geschichte:

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten Ho-Chunk-Indianer, auch Winnebago, in der Umgebung des heutigen Madison. Das Gebiet wurde von den Ureinwohnern “Taychopera”, das “Land der vier Seen”, genannt. Die ersten Siedler kamen von der Ostküste. Ihnen folgten Einwanderer aus Europa (Deutschland, Irland, Norwegen).

1832 nach dem Balck Hawk War, Ureinwohner mussten das Land der US-Regierung überlassen.

1836 Madison wurde Hauptort des Wisconsin-Territorium.

1837 Siedler lasse sich nieder und der Bau des ersten Kapitols begann.

1848 Wisconsin wird US-Bundesstaat und Madison Hauptstadt, Gründung der Universität.

1854 Anschluss an Eisenbahnstrecke, wirtschaftlicher Aufschwung in Folgejahren.

1856 Erhebung zur Stadt.

1857 Bau des zweiten Kapitols.

1869 Fertigstellung des Kapitols.

1904 Kapitol brennt ab.

1907 Bau des dritten Kapitols.

1917 Fertigstellung des Kapitols.

Wisconsin State Capitol (© Pixabay-License / David Mark)


Sehenswürdigkeiten:

Museen:

  • Chazen Museum of Art (früher Elvehjem Museum of Art)
  • Geology Museum der Universität
  • Madison Children’s Museum
  • State of Wisconsin Historical Museum
  • Textile Museum der Universität
  • Wisconsin Veterans Museum

Wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

  • Wisconsin State Capitol (© Pixabay-License / Yinan Chen)

    Wisconsin State Capitol, mit Aussichtsplattform und einer allegorischen Darstellung der Germania im Senatssaal

  • Monona Terrace (nach einem Plan von Frank Lloyd Wright)
  • First Unitarian Society Meetinghouse (Frank Lloyd Wright)
  • State Street (verkehrsberuhigte Einkaufsstraße)
  • University of Wisconsin-Madison
  • Synagoge, erbaut 1863
  • Lake Mendota und Lake Monona
  • diverse Indianergrabhügel, u. a. auf dem Campus der Universität (unweit der Sternwarte)
  • Memorial Union, mit einem traditionell deutsch ausgemalten Ratskeller (Wandbild mit 8 lebensgroßen Kneipanten)
  • Memorial Union Terrace
    Auf der Terrace, direkt am Lake Mendota gelegen, trifft sich vor allem in den wärmeren Monaten Jung und Alt. Sowohl Studenten, Absolventen und Einheimische treffen sich hier, um die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, die hier angeboten werden, zu nutzen. Dazu zählen unter anderem die Möglichkeiten ein Kanu oder ein Segelboot auszuborgen, dem Sportclub Hoofers beizutreten, einheimisches Bier im Rathskeller auszuprobieren, Bratwürste vom „Brat Stand“ zu genießen, zu lernen oder zu einfach die Aussicht genießen. Jeden Montagabend finden Filmabende statt, an denen die neuesten Filme in einer gratis Vorstellung vorgeführt werden. Während der Sommermonate finden die sogenannten „Hot Summer Nights“ statt, an denen Bands der verschiedensten Genre (von Salsa bis zu Punk) gratis Konzerte spielen.

Camp Randall Stadium (© Pixabay-License / David Mark)


Natur im Stadtgebiet von Madison:

University of Wisconsin-Madison Arboretum:

Das University of Wisconsin-Madison Arboretum ist eine Lehr- und Forschungseinrichtung der University of Wisconsin-Madison und Ausführungsort historischer Forschung zur ökologischen Renaturierung. Ingesamt weist das Arboretum eine Fläche von 5 km² auf und beherbergt diverse Vegetationszonen von dichten Wäldern über weiten Prärien des Bundesstaates Wisconsin. Mehr als 300 Arten heimischer Pflanzen, die einst den Süden von Wisconsin besiedelten, gedeihen hier auf engsten Raum. Großteils besteht die Landschaft aus Prärien und Baumsteppen:

  • Darunter die Curtis Prairie, die als weltälteste Prärie der Erde beschrieben wird. Dort waschen Präriesterne und das Indian Grass. Zwischen der Curtis Prairie und den weiten Schwemmländern liegt das Gebiet Marsh Connection, praktisch die Übergangszone zur Sumpfregion.
  • Die Greene Prairie wurde von Henry Greene während der 1940er und -50er im Arboretum angebaut. Die Marion Dunn Prairie wurde in einen ehemaligen Absetzbecken gepflanzt.
  • Die Sinaiko Overlook Prairie stellt eine Übergangszone zwischen den Feuchtgrasländern und den Steppen mit halbtrockenen Boden. Dominiert wird die Vegetationszone durch das Indian Grass.
  • Zu den Baumsteppen zählt die Southwest Grady Oak Savanna und Wingra Oak Savanna. Letztere weist einen großen Bestand an Bur-Eichen auf. Um dieses Landschaft herzustellen musste das gesamte Gelände von nichtheimischen Gestrüpp, Sträuchern, Bäumen und Unkräutern entfernt werden. Die Oak Savanna stellt das ehemalige Landschaftsbild von einigen Teilen Südwisconsin’s.

Zu den laubabwerfenden Waldtypen gibt es im Gebiet des Arboretum ca. diverse Waldarten:

  • Die Gallistel Woods repräsentieren den in Südwisconsin verbreiteten Zuckerahornwald. Die Grady Dry Oak Woods waren im südlichen Wisconsin weit verbreitet.
  • Die Noe Woods besteht aus Weiß- und Schwarzeichen. Die größeren Eichen weisen ein alter von über 150 Jahren auf. Die Wingra Woods bestehen aus Eichen- und Zuckerahornwälder. Weitere Baumarten sind die Amerikanische Linde und Buche.

Auch Nadelwälder sind im Gebiet vertreten. Ingesamt findet man drei unterschiedliche Waldgebiete vor:

  • Der Boreal Forest mit Tannen und Fichten. Die Leopold Pines mit unterschiedlichen Kiefernarten, die zwischen 1933 und 1937 dort angepflanzt wurden. Zwischen den Kiefern findet man auch Rotahornbäume und Birken sowie Busch- und Bodenvegetation.
  • Der Lost City Forest ist ein Mischwald. Einst wollte man hier Häuser bauen, jedoch gingen die Baufirmen pleite und das Bauland wurde mit einen wunderschönen Wald übersiedelt.

Nicht nur Wälder und Prärien kommen im Gebiet des Arboretums vor sondern auch viele Feuchtgebiete mit Sümpfen und Marschländern. Darunter der Gardner Marsh, ein mit grasbewachsenes und von Büschen durchzogenes Sumpfland. Das Gebiet Redwing Marsh ist Habitat für diverse Wasservogelarten. Der Southeast Marsh ist das größte Feuchtgebiet im Arboretum. Die Teal Pond Wetlands weisen eine Sumpfvegetation aus Kalamus und durch das Gebiet führende Holzstege auf. Das Sumpfgebiet Wingra Marsh ist ein weitgehend unberührtes Feuchtgebiet.

University of Wisconsin-Madison Arboretum (© Pixabay-License / Yinan Chen)