Isarauen zwischen Bairawies und Icking

Isar im Gemeindegebiet Dietramszell (47°50’04.4″N 11°31’06.8″E)

Die Isar zählt von den deutschen Alpenflüssen, zu den sicherlich bekanntesten. Der Ursprung des Flusses liegt im österreichischen Karwendelgebirge und erreicht nach 20 km Flussstrecke bereits die Grenze zu Bayern. Ingesamt legt die Isar eine Strecke von 283 km zurück und mündet schlussendlich in die Donau. Die Isar zählt zu einen der eindrucksvollsten Wildflüssen in Deutschland. An weiten Teilen wird das Ufer von einen zusammenhängenden Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt. Diese Auwälder stellen eine urtümliche Flussufervegetation mit diversen Pflanzen- und Tierarten dar. Zu den bekanntesten Auwaldgebieten im Bereiche zwischen Bad Tölz und Icking sind die Ascholdinger und Pupplinger Auen. Beide liegen ca. 30 km südlich von München. Generell weist die Isar zwischen Bairawies und Icking eine weitgehend naturbelassene Wildflusslandschaft auf.


Natur:

Prallhang bei Bairawies (47°49’58.3″N 11°31’39.3″E)

1912 wurde dieses Gebiet erstmals unter Schutz gestellt. Heute ist das gesamte Isartal von Bad Tölz bis Schäftlarn auf einer Lange von 28 km und bis zu 4,5 km Breite als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dadurch ist eine äußerst vielfältige, inzwischen sogar einzigartige, Vegetation entstanden. Dieser Naturraum stellt auch eine wichtige Brutstätte für zahlreiche Vogelarten dar. Die Pupplinger und Ascholdinger Auen gelten inzwischen als die einzige großräumige Wildflusslandschaft in Mitteleuropa.

Naturräume:

Die Naturräume im Isarauengebiet reichen von gehölzfreien Pioniergesellschaften, Weichholzauen, Hartholzauen über Kies- und Sandflächen sowie ganzjährig oder saisonal gefüllte Altwasserinnen.

  • Die Auwälder können grundsätzlich in drei Zonen gegliedert werden. Vorerst gedeihen gehölzfreie Pioniergesellschaften auf junge Aufschüttungen, diese entwicklen sich dann nach und nach zu Weichholzauen und schlussendlich zur Hartholzauen. Letztere findet man nur in hochwasserfreien Regionen vor, da sich dort der Boden nicht mehr verändert. In den Weichholzauen, den Flussufern und Schuttinseln verändert sich das Landschaftsbild nach jedem Hochwasser.
  • Hinzukommend können die Böden in zwei Entwicklungsreihen eingeteilt werden. Zu einem die Kiesflächen und zum anderen Sandflächen. Erstere werden von diversen Kräutern besiedelt. Nach und nach gedeihen Weiden und Tamarisken. Später, wenn der Boden durch Wurzeln gefestigt wird, gesellen sich Kiefern und Wacholder hinzu. Der Kiesboden ist sehr durchlässig, dadurch bilden sich Pflanzenpolster aus Schneeheide und Silberwurz.  Zweiter, die sandigen Flächen, werden anfangs von Gräsern eingenommen. Aufgrund des nährstoffreichen Sandbodens ist dort die Vegetation deutlich üppiger. Kiefern wachsen hier schneller und erreichen größere Höhen. An feuchten Standorten wachsen dichte Misch- und Erlenwälder.
  • Das gesamte Auengebiet wird von Altwasserrinnen durchzogen. Diese stellen ein ganzes System dar und bilden einen eigenen Naturraum. Manche Rinnen sind ganzjährig mit Wasser gefüllt, andere wiederum nur periodisch. Einzelne Altwasserrinnen werden auch vom Grundwasser gespeist. Jede einzelne Altflussrinne weist ein eigenes Biotop und Ökosystem auf.