Big Thicket

“The Big Thicket” ist die Bezeichnungen eines dichten Waldes im Southeast Texas. Es stellt ein wichtigstes Ökosystem mit hoher Biodiversität dar. Die Region wird auch als “Arche Amerikas” oder “Biological Crossroads of North America” bezeichnet. Der National Park Service eröffnete 1974 das Big Thicket National Preserve (BTNP). Die UNESCO wies das Preserve als Biosphärenreservat aus. Die Artenvielfalt an Tieren ist sehr hoch. Im Gebiet leben 500 Wirbeltierarten. Auch die Pflanzenvielfalt ist sehr hoch. Grund hierfür sind die vielen Ökosysteme im Big Thicket. Der Wald weist mehr als 160 Baum- und Straucharten, 800 Kräuterarten, 1000 Blumenarten sowie 340 verschiede Arten an Gräsern auf. Das Big Thicket war historisch gesehen, der dichteste Wald im heutigen Texas.

Der Big Thicket weist keine genauen Grenzen auf. Ingesamt erstreckt sich der Wald über 14 Counties und weist somit eine Fläche von 13.600 km² auf. Im Waldgebieten fliesst der Trinity River und der Pine Island Bayou. Weitere Flüssen sind der Sabine River und der San Jacinto River.

Zypressensumpf (© Pixabay-License / Rene Rauschenberger)


Geschichte:

Schon die amerikanischen Ureinwohner lebten und jagten im Big Thicket. Vor 1780 waren keine dauerhaften Siedlungen nachgewiesen. Die Alabama-Coushatta waren der erste Indianerstamm, der sich dauerhaft im dichten Wald niederliess. Spanische Entdecker und Missionare vermieden das Waldgebiet und umgingen diesen. Holzfällungen im späten 19. und 20. Jahrhundert wurde das Waldgebiet stark dezimiert. Die ersten Versuche den Wald vor Holzfällung und der Industrialisierung zu schützen begann in den 1920er-Jahren durch die von Richard Elmer Jackson gegründeten East Texas Big Thicket Association. In den letzten Jahren wurde die Behauptung der Wichtigkeit des Waldes als Ökosystem in Frage gestellt, da dieser Waldtyp nicht nur im texanischen Südosten sondern auch in Louisiana zu finden ist.

(© Pixabay-License / Ray Shrewsberry)


Klima:

Aufgrund der Nähe zum Golf von Mexiko gibt der Region ein Klima mit milden Wintern und feucht-heißen Sommer mit ganzjährig hoher Luftfeuchtigkeit. Die Niederschläge summieren sich auf 1400 mm pro Jahr. Der Norden ist etwas trockener, als der Süden. Tropische Stürme und Hurrikans können Regenmengen von 2500 mm verursachen. Die Winter sind mit Nachttemperaturen zwischen +3°C bis +9°C und Tageswerten zwischen +13°C und +18°C recht mild. Kaltfronten können Temperaturen unter den Gefrierpunkt verursachen. Jedoch ist Frost äußerst selten, und wenn dann nur an 20 Nächten pro Jahr möglich. Schnee ist äußert rar und kommt einmal alle zehn Jahre vor. Die Sommer sind mit Nachttemperaturen von +21°C bis +22°C und einer Tagestemperatur zwischen +32°C und +34°C recht heiß. Pro Jahr gibt es 110 Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens +32°C. Auch sind Temperaturen von +35°C sind nicht selten. Werte von über +38°C können auftreten. Hinzukommt noch die hohe Luftfeuchtigkeit, die die gefühlte Temperatur deutlich ansteigen lässt und die Hitze erdrückender und teils lebensgefährlich macht.


Ökosysteme:

  • Hochländer: Wälder aus Eichen und Pinien, sowie offene bis bewaldete Grasländer.
  • Sandylands: die sandigen Ländern vermischen sich mitunter zusammen mit den Eichen- und Pinienwälder des Uplands. Neben den Wäldern befinden sich dort weite Grasländer mit großen Bäumen.
  • Savannen: die Sandylands stellen das aride Gegenteil zu den Savannen dar. Die Savannen sind das feuchte Gegenteil zu den Sandylands. Diese Savannen findet man an abflusslosen Orten vor.
  • Slope Forests: die Wälder bestehen aus Koniferen, Laubbäumen und immergrünen Laubbäumen. Die Slopes stellen die Übergang zum feuchten Bottomland und den trockneren Uplands.
  • Schwemmebenen (Floodplains): vorzufinden in den Tiefländern, Flussebenen und nieder gelegen Gegenden. Schwemmebenen sind auch am Ufer und im Umland der größeren Bäche, Bayous und Flüsse vorzufinden. Die Ebenen werden häufig überschwemmt. Die hohe Anzahl an Pflanzenarten der Vegetation ist auf die nährstoffreichen Böden zurückzuführen.
  • Baygalls (Bayheads): Sümpfe mit Zypressen und Tupelobäumen. Sumpflandschaft mit dichten Wäldern und wenig Sonnenlicht. Bodengestrüpp sehr dicht.
  • Zypressensümpfe: vorzufinden in Flachländern, Schwemmebene und Baygalls. Sumpfzypressen wuchtig und stämmig.
  • Mischgrasprärien (Mixed-grass Prairies): eher kleiner Anteil des Big Thicket Ökosystems. Stellen isolierte Fragmente der Prärien der Golfküstenebene dar.

Sumpfzypressen in Südtexas (© Pixabay-License / resample89)