West Texas

West Texas ist eine frei definierter Teil des Bundesstaates Texas und beansprucht den ariden bis halbtrockenen Part von Texas. Mit West Texas meinst man die Region westlich der Linie zwischen den Städten Wichita Falls, Abilene und Del Rio. Es besteht keine genaue Grenze zwischen East und West Texas. Der amerikanische Historiker und Geographe Prescott Webb sah den 98ten-Meridian als Grenze zwischen East und West Texas. A. C. Greene sah den Bravos River als Grenze zwischen den beiden Teilen.

Wüstenlandschaft des westlichen Texas (© Pixabay-License / 8249023)


Geographie:

Der Großteil von West Texas weist raues Gelände auf und ist durch viele kleinere Gebirgszüge durchzogen. Im Gegensatz zum restlichen Bundesstaat Texas ist das Klima deutlich gebirgiger und trockener. West Texas wird häufig nach physiografischen Merkmalen unterteilt. Der Teil West Texas, der westlich des Pecos River liegt, wird häufig als “Far West Texas” oder “Trans-Pecos” bezeichnet. Diese Begriffe legte der texanische Geologe Robert T. Hill im Jahr 1887 fest. Die Trans-Pecos-Region liegt in der Chihuahua-Wüste und ist der trockenste Landesteil von Texas. Ein weiterer Part von West Texas sind die Llano Estacado, ein weites Grashochland, das von östlichen New Mexico bis zum Texas Panhandle reicht. Östlich des Präriehochlands Estacado liegt das “Redet Country” der Osage Plains (auch Rolling Plains). Südlich der Llano Estacado liegt das Edwards Plateau. Die Rolling Plains und das Edwards Plateau stellen zugleich Subregionen, als auch Übergangsgebiete zwischen West und East Texas dar.

Rio Grande Valley (© Pixabay-License / David Mark)

Counties und Städte:

Ingesamt bilden 70 Counties den Teil von West Texas. Zusammengefasst befinden sich dort fünf große Metropolregionen: El Paso, Lubbock, Abilene, Midland/Odessa und San Angelo. Zu den zehn größten Städte zählen: El Paso (ca. 674.000 Einwohner), Lubbock (ca. 240.000 Einwohner), Amarillo (ca. 196.000 Einwohner), Midland (ca. 124.000 Einwohner), Abilene (ca. 120.000 Einwohner), Odessa (ca. 111.000 Einwohner), San Angelo (ca. 97.500 Einwohner), Socorro (ca. 32.500 Einwohner), Big Spring (ca. 28.000 Einwohner) und Plainview (ca. 22.000 Einwohner).

El Paso (© Pixabay-License / Björn Blanck)


Klima:

West Texas weist geringere Niederschläge als das restliche Texas auf. Das Klima lässt sich als arid bis semi-arid definieren. Aufgrund des trockenen Klimas und des steinigen Bodens, ist die Region anfällig für Erosion und die Landwirtschaft ist nur erschwert möglich. Aufgrund dessen müssen die Felder bewässert werden. Das Wasser wird von weiter Norden aus El Paso oder Juarez (Mexiko) hergeleitet. Das Wasser wird meist dem Rio Grande entnommen somit ist der einst mächtige Fluss nur ein Schatten seiner selbst. An manchen Stellen und zu trockenen Zeiten führt der Fluss gar kein Wasser mehr.


Gebirge:

Davis Mountains:

Davis Mountains (© Pixabay-License / sudanotx)

Die Davis Mountains, eist auch unter Limpia Mountains bekannt, ist eine Bergkette nahe Fort Davis im westlichen Texas. Der Großteil des Gebirges ist Privateigentum oder steht unter dem Schutz von Erhaltungsmaßnahmen. Das Gebirge ist recht zerstreut und stellt keine zusammenhängendes Gebilde dar sondern besteht vielmehr aus isolierten Gipfeln und Bergrücken, die von weiten Ebenen unterbrochen sind. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs. Noch heute findet man vulkanische Reste vor, wie das Trans-Pecos Texas Volcanic Field mit einen Alter von 35 Mio. Jahren. Der höchste Punkt des Gebirges ist der 2555 m hohe Mount Livermore, dieser ist zugleich fünfhöchster Berg von Texas.

Guadalupe Mountains:

Guadalupe Mountains (© Pixabay-License / awsloley)

Die Guadalupe Mountains (span. Sierra de Guadalupe) sind eine Bergkette in West Texas und dem südöstlichen New Mexico. Die Bergkette weist den höchsten Gipfel des texanischen Bundesstaates auf: dem 2667 m hohen Guadalupe Peak. Der El Capitan ist der wohl markanteste Berg im westlichen Texas. Im Gebirge befindet sich der Guadalupe Mountains National Park. Eingegrenzt wird das Gebirge durch das Pecos River Valley und den Llano Estacado im Osten und Norden sowie von den Delaware Mountains im Süden, und den Sacramento Mountains im Westen.

Chisos Mountains:

Chisos Mountains (© Pixabay-License / Moritz Schulze)

Die Chisos Mountains sind eine Bergkette in der Region von Big Bend im westlichen Texas. Das Gebirge liegt im Big Bend Nationalpark. Somit stellen die Chisos Mountains, die einzige Gebirgskette der USA dar, die ausschließlich innerhalb eines Nationalparks liegen. Hinzukommend ist es das südlichste Gebirge des Festlandes der USA. Der Emory Peak ist mit 2385 m, der höchste Punkt der Chisos Mountains. Das Gebirge ist von der Chihuahua-Wüste umgeben.

Franklin Mountains:

Franklin Mountains (© Pixabay-License / Cianna Woods)

Das kleine Gebirge der Franklin Mountains liegt nördlich von El Paso und reicht bis nach New Mexico. Das Gebirge entstand durch die Krustenverschiebung des Cenozoic Rio Grande Rift. Das Alter lässt sich bis auf 45 Mio. Jahre schätzen. Der höchste Punkt der Franklins ist der 2192 m hohe North Franklin Peak. Der Großteil des Gebirges liegt im Franklin Mountains State Park. Die Franklins bestehen hauptsächlich aus Sandstein. Manche Steine sind verhärtetes Magma. Manche Stehen sind bis zu 1,25 Mrd. Jahre alt.


Canyons:

Caprock Canyons:

Die Caprock Canyons liegen im Caprock Canyons State Park und Trailway. Das rote Gestein stellt einen leuchtenden Kontrast zur grünen Vegetation dar. Die Canyons liegen am östlichen Ende der Llano Estacado.

Palo Duro Canyon:

Palo Duro Canyon (© Pixabay-License / GeorgeB2)

Es handelt sich um den zweitgrößten Canyon in den Vereinigten Staaten. Er ist ca. 193 km lang und hat eine durchschnittliche Breite von 10 km, die an einigen Stellen auf bis zu 37 km anwächst. Die maximale Tiefe beträgt 244 m. Der Palo Duro Canyon wird wegen seiner Größe und wegen seiner beeindruckenden geologischen Eigenschaften, u.a. der vielfarbigen Gesteinsschichten, auch der Grand Canyon von Texas genannt.

Santa Elena Canyon:

Bis zu 500 m hoch ragen die Felswände der Chisos Mountains am Santa Elena Canyon über dem Rio Grande auf. Da wird eine Kanufahrt schnell von einem reinen Naturerlebnis zu einem spirituellen Erlebnis: Das Gefühl, dass der Mensch nur ein Sandkorn im Universum ist, drängt sich auf, die Endlichkeit des eigenen Lebens wird greifbar schon mancher ist hier zum Philosophen geworden.

Santa Elena Canyon (© Pixabay-License / elizabethdanford)


Grasländer:

Llano Estacado (Staked Plains): 

Die Llano Estacado stellen ein weites Grasland auf einer Höhenlage zwischen 900 und 1500 m im östlichen New Mexico und nordwestlichen Texas dar. Es zählt als einer der größten Mesas oder Tafelländer des nordamerikansichen Kontinents. Die Llano Estacado stellen das südliche Ende der Western High Plains, einer Ökoregion der Great Plains, dar. Zudem ist sie Teil der einst genannte Great American Desert. Der Canadian River formte die Nordgrenze des Grashochlandes, somit ist sie vom anderen Ist der High Plains abgeschnitten.

Rita Blanca National Grassland:

Das auf 1400 m gelegen Grasland liegt an der Grenze zwischen Texas und Oklahoma und sinkt von Nord nach Süd auf 1100 m ab. Das Klima ist von einer Steppenvegetation der semi-ariden Breiten bewachsen und stellt einen wichtigen Lebensraum Dickhornschafe, Hasen, Präriehunden, Kojoten und Raubvögel dar. Die Vegetation besteht weitgehend aus Kurzgräsern.


Nationalparks:

Big Bend Nationalpark:

Rio Grande Valley im Big Bend Nationalpark (© Pixabay-License / David Mark)

Der Big-Bend-Nationalpark befindet sich im Süden von Texas an der Grenze zu Mexiko. Der Rio Grande bildet einen über 1500 km langen Teil dieser Grenze zwischen Mexiko und den USA und rund ein Viertel davon bildet gleichzeitig die Grenze des Nationalparks. Der Park umfasst eine Gesamtfläche von über 3.200 Quadratkilometern und zählt damit zu den größten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Südlich des Rio Grande liegen die mexikanischen Staaten Chihuahua and Coahuila und die neu eingerichteten Naturschutzgebiete Maderas del Carmen und Cañon de Santa Elena. Der Park umfasst einen großen Teil der Chihuahua-Wüste. Das Klima der Gegend ist sehr extrem. Im Spätfrühling und Sommer können die Temperaturen oft 40 Grad Celsius überschreiten. Die Winter sind normalerweise sehr mild, aber Frost ist durchaus möglich. Die Regenzeit dauert etwa von Mitte Juli bis September, doch einige sehr trockene Landstriche erhalten bisweilen keinen Tropfen Regen.

Carlsbad Caverns Nationalpark:

Carlsbad Caverns (© Pixabay-License / Christopher O’Toole)

Der Carlsbad-Caverns-Nationalpark (englisch Carlsbad Caverns National Park) ist ein Nationalpark in den USA. Er befindet sich im US-Bundesstaat New Mexico und ist weltweit berühmt für dieTropfsteinhöhlen – die „Carlsbad Caverns“ (Carlsbad-Höhlen) – und zahlreiche andere aus einem Riff aus der Perm-Periode entstandenen Felsformationen. Im Park gibt es 83 einzelne Höhlen, darunter die tiefste bekannte Kalksteinhöhle mit einer Tiefe von 487 Metern unter der Erdoberfläche. Die Carlsbad-Höhle hat einen der weltweit größten unterirdischen Räume. Das Gebiet wurde am 25. Oktober 1923 als „National Monument“ unter Schutz gestellt und am 14. Mai 1930 zu einem Nationalpark aufgewertet. Die Carlsbad Caverns wurden am 6. Dezember 1995 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Der Nationalpark umspannt ein Areal von 189 km².

Guadalupe Mountains Nationalpark:

Wie ein monumentaler Wall zieht sich das Massiv der Guadalupe Mountains durch das trockene Land im Westen von Texas. Durchschnitten wird es von zahlreichen Schluchten und Tälern, in denen eine riesige Artenvielfalt in Flora und Fauna gedeiht. Ein weites Netz von Wanderwegen durchzieht den im Jahr 1972 gegründeten Nationalpark und führt u. a. zum Guadalupe Peak, mit 2667 Meter der höchste Berg von Texas. Entstanden sind die Berge aus einem prähistorischen Riff, das einmal unter der Wasseroberfläche eines riesigen Binnenmeers lag. Fossilien im Kalkstein erinnern an die ungewöhnlichen Lebewesen dieser Zeit. Indianer lebten bereits 12.000 Jahre in den Guadalupe Mountains. Erst im späten 19. Jh. vertrieb die Kavallerie die dort beheimateten Mescalero-Apachen. Sie ernährten sich größtenteils von Wildpflanzen und leben vor allem von der Bisonjagd. Die steinernen Murmeln scheinen wohl spielende Riesen hinterlassen zu haben, als sie zu ihrer Bergkette heimkehrten. Der dort herausragende Felsen El Capitan mit 87 Meter Höhe galt Postkutschen-Reisenden einst als vertrautes Landzeichen.


State Parks

  • Balmorhea State Park: artesische Quelle mit einer täglichen Schüttung zwischen 35.000 und 44.000 Hektoliternpro Stunde.
  • Big Bend Ranch State Park: State Park in der Big-Bend-Area: Wüsten, Gebirge, Canyons und Flusslandschaften des Lower Rio Grande Valley. Viele Sportaktivitäten möglich.
  • Big Spring State Park: benannt nach der dort entspringen Quelle “Big Spring”, einst befand sich dort eine echte Quelle, mittlerweile durch eine künstliche ersetzt.
  • Caprock Canyons State Park: rote Canyonlandschaft in der Steppenlandschaft des Llano Estacado.
  • Devils River State Natural Area: Stromschnellen und Wasserfälle des Devil Rivers. Die Dolan Falls stellen die wasserreichsten Wasserfälle in ganz Texas dar.
  • Devil’s Sinkhole State Natural Area: große Doline ist Heimat von einer riesigen Population an Mexikanische Bulldoggfledermäusen. Besichtigung nur mit vorheriger Reservierung möglich.
  • Franklin Mountains State ParkWüstengebirgslandschaft der Franklin Mountains mit vielen Sportmöglichkeiten. Manche Gesteine sind bis zu 1,25 Mrd. Jahre alt.
  • Kickapoo Cavern State Park: 20 bekannte und erkundete Höhlen. Kickapoo Caverns sind ca. 430 m lang. Weites Netz an Mountainbikestrecken und Wanderwegen.
  • Lake Colorado City State Park: Stausee mit riesigen Dam und wichtiges Refugium für Wasservögel.
  • Monahans Sandhills State Park:

    Monahans Sandhills (© Pixabay-License / Navari)

    Sanddünen inmitten der südlichen Llano Estacado. Manche Sanddünen sind bis zu 21 m hoch. Klimatisch gesehen stellen die Monahans Sandhills keine Wüste, sondern ein semi-arides Gebiet dar.

  • Palo Duro Canyon State Park: zweitgrößter Canyon der Vereinigten Staaten: 193 km lang und max. 244 m tief. Wird auch “Grand Canyon of Texas” genannt.
  • San Angelo State Park: 18.000 Jahre alte Funde von paeloamerikanische Kultur, kleine Bisonherde und weite Wegenetze für Mountainbiker und Wanderer.

Berglandschaft der Big-Bend-Area (© Pixabay-License / Eduardo Letkeman)