Von Königsdorf über das Moos zum Malerwinkel

Der 16.02.2020 bot sich für eine längere Wanderung an. Die Temperaturen erreichten an diesem Tag +16°C und der Föhn verursachte eine bläuliche Färbung der Alpen mitsamt des gelben und diesigen Himmels. Die Wanderung startet in Königsdorf und führt entlang des Landgrabens durch dem Waldgebiet “in der Hölle” zum Redlmoos und weiter über Schuss (Einöde bei Berg-Königsdorf) zum Malerwinkel. Der Rückweg führt über Schuss zum Weihermoos, weiter zur Anhöhe des Ortsteils Berg und schlussendlich durch Osterhofen und Niederham, um wieder in Königsdorf anzukommen. Die Route ist landschaftlich sehr reizvoll, da die Landschaftstypen von weiten Feldern, über dunkle und moosige Fichten- und Mischwälder und kleinere Moorgebiet führt. Immer wieder eröffnen sich wunderbare Panoramen auf die Alpen. Ein absoluter Höhepunkt der Tour ist der Malerwinkel. Vom Aussichtspunkt bietet sich ein Blick auf die Isar mit Bairawies und dem Zellbachtal in Richtung Dietramszell.

Strecke der Wanderung in drei Teilstrecken mit jeweiligen GoogleMaps-Karten:

  1. Teilstrecke: Königsdorf, in der Hölle, Redlmoos, Schilder bei Schuss – 2,3 km / 30 min (Link)
  2. Teilstrecke: Schilder bei Schuss bis Malerwinkel – 650 m / 10 min (Link)
  3. Teilstrecke: Malerwinkel bis Königsdorf – 3,4 km / 40 min (Link)

Malerwinkel


Königsdorf, Felder und Landgraben: 

Königsdorf liegt auf einem Moränenhügel, der sich von einer weiten Ebenen erhebt. Einst war das Flachland der Grund des glazialen Wolfratshauser Sees. Dieser verschwand nach dem Rückgang der Gletscher und hinterliess uns die Moor- und Feuchtgebiete der Tölzer Moorachse. Topographische Karten sprechen vom Gebiet “Auf der breiten Weide”, dort liegen auch der Flugplatz und der Königsdorfer Ortsteil Wiesen. In Richtung Norden reicht die Ebene bis zum Burghang von Wolfratshausen. Die Isar trennt das Flachland vom Ascholdinger Isarfeld, wobei es sich um die gleiche Ebene handelt, die von dem Fluss durchschnitten wird.

Blick vom Flugplatz und Königsdorf (nicht auf der Wanderung)

Jedenfalls führt die Wanderung erstmals entlang der B11 und weiter dem Landgraben folgend. Der Landgraben, im Unterlauf auch Zellwieser Mühlbach gennant, ist ein Bach und Zufluss der Loisach. Der Bach dient zur Entwässerung der höhergelegenen Moorgebiete und wird von kleineren Zuläufen gespeist. Der Bachlauf ist weitgehend von Menschenhand beeinflusst und verläuft parallel des Wanderweges bis zur B11. Weiter in Richtung Süden, bei Zellwies, ist der Bachlauf weitgehend naturbelassen.

Landgraben (Aufnahme vom 04.02.2020)

Der Weg führt entlang des Baches. Nach Osten hin erheben sich kleinere Anhöhen, die teils bewaldet sind. Weiter der Straße folgend gelangt man weiter in Richtung eines Bauernhofes an der Grundstraße. Schließlich mündet ein Zufluss in den Landgraben. Dieser schlängelt sich malerisch durch kleinere Eschen. Jedoch folgt man den Weg weiter am Landgraben. Man verlässt die Straße am Punkt, wo sich der Weg in links und rechts gabelt. Um zum Redlmoos zu gelangen, muss man den rechten Weg nehmen und eine Anhöhe hinaufsteigen. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Blick auf die weite Ebene, den Alpen und dem Ortsteil Wiesen.

Blick von der Anhöhe


Von der Hölle zum Redlmoos:

Die Anhöhe erreicht gabelt sich der Weg ein weiteres Mal. Diesmal nimmt man den linken Weg um weiter in Richtung Norden in das Waldgebiet “in der Hölle” zu gelangen. Woher der gruselige Name kommt ist nicht bekannt. Jedenfalls ist der Wald wunderschön. Anfangs liegt rechts des Weges ein moosiger Fichtenwald, während links sich eine landwirtschaftlich genutzte Feuchtwiese befindet. Allmählich führt der Weg in den Wald. Dieser ist en typischer Mischwald mit Tannen, Fichten und Buchen. Zwischendurch stoßt man an einer Stelle mit überschwemmten Waldgebiet.

Moosiger Fichtenwald

Überschwemmter Wald

Wichtig ist, dass im Wegverlauf ein kleinerer Weg nach rechts wegführt, diesen nicht zu gehen. Man bleibt weiter auf den bisher gefolgten Weg und nimmt an dem kleinen Feuchtgebiet in einer kleinen Kurven den rechten Weg. Dieser Weg führt weiter in Richtung Redlmoos. Im Süden, rechter Hand, eröffnet sich ein Feld mit Häuser. Links wird der Boden allmählich feucht und sumpfiger. Das Redlmoos ist ein Niedermoor nördlich von Königsdorf. Das Niedermoor liegt westlich der Einöde Schuß. Das Moor ist völlig von Wälder umrundet. Der geringere Teil wird landwirtschaftlich genutzt. Die Moorränder sind stark bewaldet, während der Moorkern noch gut erhalten ist. Vom Weg aus hat man keinen Blick in die Moorlandschaft. Jedoch gelangt man durch einen kurzen Umweg in den Wald zu einer kleineren Lichtung des Moores. Der Weg führt weiter und man stoßt auf eine kleinere Kreuzung, biegt nach rechts ab.

Redlmoos

Kurz nach dem man das Redlmoos hinter sich lässt beginnt eine offene Feuchtlandschaft. Dort trifft man auf eine T-Kreuzung. Dort schlägt man den linken Weg ein. Man folgt einen feuchten Graben mit kleineren Auwaldbäumen und folgt diesen Weg bis zum nächst beginnende Waldrand. Von dort geht man rechts querfeldein, um auf die Forststraße in Richtung Schuss zu gelangen. Auf der Straße folgend trifft man auf Schilder. Man folgt diesen in Richtung Geretsried und kommt schließlich nach Schuss.

Offene Feuchtlandschaft. Im zentralen Hintergrund, unterhalb des Waldrandes, erkennt man die berghinaufführende Forststraße nach Schuss.


Von Schuss zum Malerwinkel:

Malerwinkel

Schuss ist eine kleine Einöde der Gemeinde Königsdorf und liegt inmitten im Wald. Erreichbar ist der Ort nur durch eine Schotterstraße. Der Weg von Königsdorf zum Malerwinkel ist eine beliebte Wander- und Radroute. Die Schilder weisen einen an der Kreuzung nach rechts in Richtung Bad Tölz. Jedoch folgt man den Weg gerade aus in Richtung Geretsried und Wolfratshausen. Die Straße führt einen an Schuss vorbei in einen Mischwald. Nach einigen hundert Metern erreicht man bereits den Malerwinkel. Achtsamkeit ist geboten beim finden der Aussichtsbänke, diese befinden sich rechst und oberhalb der Straße, direkt am Abhang zum Fluss.

Dieser Aussichtspunkt, der sich direkt oberhalb der Rottach-Mündung befindet, wird als Malerwinkel bezeichnet, da dieser Ort ein beliebtes Motiv für Maler gewesen ist. Entstanden ist dieser spektakuläre Flussteil vor etwa 15.000 Jahren (gegen Ende der Würm-Eiszeit) als die Isar den Moränenrücken zwischen Rampertshofen (Dietramszell) und dem Malerwinkel durchbrach und somit den Wolfratshauser See bildete. Grund für die Stauung des Flusswassers war ein hoch aufragender Endmoränenwall bei Hohenschäftlarn. Dieser lag am Nordenede des Sees und brach zusammen somit lief der See aus und die einzigartige Landschaft wurde gebildet. Geologisch gesehen stellt der Malerwinkel einen glazialen Flussdurchbruch dar. Eine weitere Anekdote ist der Funde eines Bronzeschwerts. Dieses wurde 1877 in der Nähe gefunden und stammt vermutlich aus der Bronzezeit (1800 bis 700 v. Chr.)

Blick auf Bairawies und dem Hastwald

Malerwinkel mit dem Naturschutzgebiet Hastwald 


Vom Malerwinkel nach Königsdorf: 

Blick auf die Zugspitze mit dem Wanderweg und den Laubbäumen.

Der Rückweg folgt der Straße des Hinweges. Im grundgenommen bleibt man auf der Schotterstraße bis Berg. Nach Schuss eröffnet sich ein Blick auf den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze mit 2962 m. Die sich entlang schlängelte Straße mit den knorrigen Laubbäumen und dem Alpenblick stellt ein schönes Fotomotiv dar. An diesem Tag war die Sicht stark vom Föhnwind geprägt, d. h. die Berge erscheinen in einem metallischem Licht mit gelb-orangen sowie diesigen Himmel. Die Bewölkung nahm im Laufe des Tages zu.

Nun folgt man den Weg hinab in eine kleine Senke, diese liegt zwischen Schuss und Berg. Dort befindet sich das Weihermoos. Diese Moorgebiet ist bereits auf Landkarten des frühen 19. Jh. zu finden und erscheint dort unter dem Namen “Weyermoos”. Hierbei handelt es sich um ein Niedermoor mit erhaltenen Kern, wobei die Randbereiche landwirtschaftlich genutzt werden. Der Weg führt am Rande des Moors entlang. Der Abfluss des Moors stellt ein Bach dar, der kurz danach zu einem Weiher aufgestaut wird. Im weiteren Verlauf fliesst der Bach weiter durch einem Wald und mündet nach einigen hundert Metern in den
. Der Weg führt zwischen dem Weiher und dem Moos. Auf der Seite des Moorgebietes befindet sich ein kleiner Bruchwald.

Weihermoos

Bruchwald zwischen dem Weihermoos und Weiher. Dieser Feuchtwald entstand vermutlich höchstwahrscheinlich durch die Aufsaugung des abfliessenden Baches.

Bruchwald

Nun folgt man den Weg weiter in Richtung Berg. Der Anstieg wird etwas steiler. In Richtung Norden blickt man nochmals auf die Senke des Weihermooses. In Richtung Süden, vor einem, eröffnet sich immer mehr ein atemberaubendes Alpenpanorama auf das Wettersteingebirge, dem Ammergauer und Allgäuer Alpen. An diesem Föhntag lassen sich auch Gipfel eines Gletschermassives der Stubaier Alpen erkennen. Schlussendlich hat man Berg erreicht. Von dort aus erkennt man schon Osterhofen und Königsdorf mit Pfarrkirche St. Laurentius. Der Weg führt nun zum Ausgangspunkt durch die Ortschaft (siehe oben Link bei 3. Teilstrecke).

Blick auf das Weihermoos

Blick auf die 3000er der Stubaier Alpen

Blick auf die Allgäuer Alpen