Klima in Afghanistan

Die Winter sind wegen der Höhenlage, vor allem im Norden, gelegentlich auch für Schneefälle bis in die Täler bekannt. Der Süden gehört klimatisch gesehen zu den wärmeren Subtropen, in denen der Anbau von Dattelpalmen möglich ist, während der Norden eher zur gemäßigten Klimazone gezählt wird.


Jahreszeiten:

Die winterlichen Winde aus dem Westen bringen häufig Niederschläge, während die Sommer sehr trocken und nur im äußersten Südosten vom Monsunregen geprägt sind. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind aufgrund der Höhenlage des Landes recht hoch. Es kommt zu keinem signifikanten Unterschied zwischen der Durchschnittstemperatur des niederen Himalayas mit der in Afghanistan. Anzumerken ist, dass es in Afghanistan zu extremen Temperaturen kommen kann. Der geringste Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht ist im Norden, wenn das Wetter kalt ist. Am größten ist der Temperaturunterschied bei Hitze. Für sieben Monate im Jahr (Mai bis November) liegt die durchschnittliche Temperatur bei über +17°C. Kältewelle können auftreten und die Temperaturen könne auf -24°C fallen. Die Region um Ghazni weist die kältesten Winter mit Nachttemperaturen von unter -25°C auf. Die heißeste Region ist Oxus mit Tageswerten zwischen +45°C und +50°C.

Sommer:

Die Sommerhitze ist intensiv. Am heißesten ist es im Sistan-Becken, Jalalabad und Turkestan. Die Simoom-Winde wehen in der Provinz Kandahar. Neben der starken Hitze entwicklen sich häufig Sand- und Staubstürme mit heftigen Böen. In Kabul sind die Sommer vergleichsweise temperiert, da der Hindukusch kühle Brisen in die Stadt wehen lässt. Die Nächte sind dort für gewöhnlich kühl. Im Südwesten herrscht im Sommer Monsun, vor allem entlang des Fußes des Himalayas und des Kabul-Tales. Auch am Talende des Kurram-Tales fällt viel Regen.


Wetterextreme:

Dürre und Klimawandel:

Im Jahr 2000 hatte die Hälfte der Bevölkerung unter einer häufig auftretenden schweren Dürre zu kämpfen. Solche Dürreperioden könnten sich in Zukunft, aufgrund des Klimawandels, zunehmen. Dieser führt zur Abnahme der Niederschläge vor allem im Winter und Frühjahr. Dadurch kommt es zu einer Verstärkung des ariden Klimas.

Monsun und Klimawandel:

Für die Monsunregion im Südosten des Landes wird ein unbeständiges Niederschlagsmuster erwartet, da durch die zunehmende Erwärmung der Atmosphäre auch das indische Monsunsystem labiler wird.

Schnee:

In Ghanzi fällt viel Schnee. In Kandahar fällt in den Ebenen und flachen Hügelländern selten Schnee. Falls es doch schneit, dann schmilzt er sehr schnell.


Klimatabellen der wichtigsten Städte:

Bamiyan:

Das Klima ist ein Übergangsklima zwischen einem kalten Trockenklima und einem kalten Halbtrockenklima dar. Die Sommer sind kurz und warm mit sehr wenig Niederschlägen. Die Winter sind sehr streng und kalt mit mäßigen Schneefall.

Faizabad:

Das Klima in Faizabad ist ein kontinentales Mittelmeerklima. Die Sommer sind trocken-heiß und die Winter feucht-kalt. Die Niederschläge fallen meist im Frühling und Winter. Die Sommer hingegen sind sehr trocken.

Ghazni:

Ghazni liegt im Übergangsgebiet vom kalten semi-ariden Klima zum feuchten Kontinentalklima mit warmen Sommern. Die Winter sind sehr kalt, verschneit und sonnig. Die Sommer sind untertags heiß und in den Nächten kühl. Die Niederschläge sind im Winter und Frühjahr hoch, die Sommer- und Herbstmonat sind trocken.

Herāt:

Herat weist ein kaltes semi-arides Klima auf. Die Niederschläge sind bis auf dem Winter und Frühling sehr gering. Die Sommer sind heiß, aber etwas temperierter als in anderen afghanischen Städten.

Jalalabad (Dschalalabad):

Die Stadt weist ein heißes Wüstenklima auf. Jalalabad ist eine der heißesten Orte Afghanistans. Das Klima ist vergleichbar mit dem in Arizona. Die durchschnittlichen Regenmengen liegen zwischen 152 und 203 mm. Frost ist ungewöhnlich und während des Sommers werden Temperaturen von bis zu +50°C gemessen. Der nördliche und südwestliche Teil der Stadt (niedrigere Höhenlage) weisen eine deutlich höhere Windaktivität aus westlicher Richtung auf, dadurch werden die Sommer etwas gekühlt. Die Stadt weist die höchste durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im Sommer aller afghanischen Städte auf.

Kabul:

Kabul weist ein kaltes halb-trockenes Klima auf. Die Winter sind streng mit sehr kalten Nächten. Grundfür die ganzjährig eher kühlen Temperaturen ist die Höhenlage. Die Sommer weisen eine niedrige Luftfeuchte und eine gemäßigte Hitze auf. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei +12°C.

Kandahar:

Kandahar weist ein semi-arides Klima mit niedrigen Regenmengen und hohen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Die Sommer beginnen Mitte Mai und Enden erst im Spätseptember. Die Sommer sind extrem trocken. Die Tageswerte können auf über +45°C steigen. Der Herbst reicht von Frühoktober bis Spätnovember und ist trocken mit Tageswerten um die +20°C, während die Nächte deutlich kühler werden. Der Winter beginnt im Dezember, endet im Frühmärz und ist von viel Regen geprägt. Der Frühling ist mild bis warm. In laufe des Jahres werden die Temperaturen rasch wärmer und erreichen im Spätfrühling Temperaturen von leicht über +30°C. Das Wetter ist grundsätzlich sonnig, vor allem im Sommer und Herbst. Regenfall ist von April bis Dezember recht selten und die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei +18,6°C.

Masar-e Scharif:

Das Klima der Stadt ist ein kaltes Steppenklima mit sehr heißen Sommern und kalten Wintern. Die Niederschlagsmengen sind niedrig. Der meiste Niederschlag fällt zwischen Dezember und April. Die Temperaturen im Sommer liegen häufig bei über +40°C. Die Winter sind kalt und die Nächte sind frostig. Schnee ist zwischen November und März möglich. 

Sarandsch:

In Sarandsch (Zaranj) herrscht ein heißes Wüstenklima mit extrem heißen Sommern und kühlen Wintern auf. Die Niederschlagsmenge ist sehr gering und weist ihren Höhepunkt im Winter auf. Die Temperaturen im Sommer können auf +50°C steigen.


Baktrien (Baktrische Ebene, Oxus-Region):

Extremes Klima mit geringen Niederschlägen, bis auf Frühjahr, und sehr heißen Sommern und kalten Wintern. Hier werden mitunter die höchsten Temperaturen in Afghanistan gemessen. Aufgrund dieser Gegebenheiten herrscht in der Baktrischen Tiefebenen ein semi-arides und sonniges Kontinentalklima mit Maximaltemperaturen von +45°C und mehr. Die Winter weisen mitunter Werte von -20°C bis -25°C auf.

Balch:

Kundus:

Masar-e Scharif:

Scheberghan:


Hindukusch und Pamir:

Das Klima im Hindukusch wird von eisiger Kälte, sehr langen Wintern, viel Schnee und kurzen Sommern geprägt. Das Klima ist extrem und lebensfeindlich. Die Berge erreichen eine Höhe von 4000 bis 5000 m. Manche Gipfel erreichen auch über 6500 m. Der höchste Berg Afghanistans ist der Noshaq (7492 m). In den Tälern ist das Klima wärmer und milder, jedoch sind die Sommer nicht heiß.

Kholdarchit (4291 m):

Pārūn (2550 m):


Süden:

Der Süden Afghanistan wird von spärlichen Steppen und trostlosen Wüsten geprägt. Die Umstände sind dort extrem lebensfeindlich und das Klima äußerst trocken. Die Sommer sind extrem heiß mit Tagestemperaturen von +50°C. Die Winter sind kühl bis warm mit kalten Nächten. Von Nord nach Süd wird das Klima immer heißer und trockener. Zu den größten Städten im Süden des Landes zählen Lashkar Gah, Farah, Kandahar und Sarandsch.

Chagai-Hügel:

Die Chagai-Hügel liegen in der ariden Klimazone und außerhalb des Monsungürtels. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt knapp über 100 mm. Die Temperaturen sind extrem, diese reichen von sehr hohen Sommertemperaturen bis zu eisigen Wintertemperaturen. Die untere Klimatabelle zeigt die Durchschnittswerte des Ortes Bāhrām Chāh.

Registan-Wüste:

Die Wüste weist ein extremes Klima auf. Sie zählt zu den lebensfeindlichsten Regionen des Landes. Die Winter sind kalt und streng, d. h. die Tage sind mild, während die Nächte eiskalt werden können. Die Sommer sind extrem heiß mit Tageswerten von bis zu +50°C. Die Niederschläge sind gering.


Südwestliches Plateau:

Das Südwestliche Plateau liegt im Südwesten Afghanistans an de Grenze zu den Iran und Pakistan. Dort herrscht ein ganz anderes Klima als im restlichen Afghanistan. Der Süden des Plateaus weist ein extrem heißes Wüstenklima mit Tageswerten bis zu +50°C auf. Die Winter sind kühl bis mild mit kalten, teils auch sehr kalten Nächten. Der Norden des Plateaus weist ein warmes semi-arides Klima auf. Die Winter sind kühler als im Süden und weisen einen höheren Schneefall auf. Die Sommer sind sehr heiß mit Temperaturen über +40°C. Charakteristisch für den Süden Afghanistans sind die Simoom-Winde. Diese treten an ca. 120 Tagen im Jahr auf und bilden Staub- und Sandstürme mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 150 km/h auf.

Sistan-Becken:

Das Sistan-Becken weist mit die heissesten und extremsten Sommer in Afghanistan auf. Die Temperaturen steigen dort auf +50°C. Neben der unerträglichen Hitze kommt es häufig zu Staub- und Sandstürmen.


Zentrales Hochland:

Das zentrale Hochland (1000 m bis 4000 m) weist zwei Klimatypen auf: zu einem ein kaltes Wüstenklima im Zentrum des Hochlandes und ein kaltes semi-arides Klima im restlichen Hochland. Das Hochland ist von einem ariden bis halbariden Klima geprägt somit ist Regen recht selten. Im Winter fällt Schnee. Die Temperaturen können in den Wintermonaten auf -15°C bis -25°C fallen. Beispielsweise Kabul wird von den umliegenden Bergen beeinflusst somit sind die Sommer nicht ganz so heiß, wie Baktrien oder im Süden des Landes. Jalalabad liegt im östlichen Zentralhochland und wird leicht vom Monsun aus Pakistan beeinflusst. Die Stadt liegt am Fuße des Hindukusch somit ist das Klima deutlich wärmer, dennoch ist trotz des Monsuns der Regen recht gering. Im Nördlichen Zentralland beeinflusst das subalpine bis alpine Gelände die klimatischen Gegebenheiten. Dort ist das Klima extrem und lebensfeindlich mit sehr kalten Wintern und warmen kurzen Sommern. (→ Hindukusch und Pamir).

Bamiyan:

Ghazni:

Jalalabad:

Kabul:


Weitere Klimaräume:

Süden:

  • Dascht-e Margoh: Die Salztonebene im Südwesten des Landes weist ein arides Klima mit sehr heißen Sommern und kühlen Wintern auf. Die Niederschläge sind äußerst gering.