Julische Alpen – Berge des Julius Cäsars

Die Julische Alpen – die Berge des Gaius Julius Caesars, spielen in der Geschichte Sloweniens eine bedeutende Rolle. Ingesamt vier Sprachgebiete treffen dort aufeinander: Slowenisch, Italienisch, Deutsch und Friualisch. Noch heute tragen vereinzelte Ortschaften ihre Namen nach den oben genannten Sprachen. Die Landschaft zählt zu den schönsten in ganz Slowenien. Besondere Anziehungspunkt ist der Ort Bled, am gleichnamigen See. 

Die Julischen Alpen, benannt nach Gaius Julius Caesar, ist ein Gebirgsgruppe der Südlichen Kalkalpen in Slowenien (Ober- und Innerkrain) und Italien (Friaul-Julisch Venetien). G. J. Caesar erreichtet im Gebiet von Friaul und Westkrain das Minicipium Forum Iulii. In der Antike wurden auch südlichere Gebirgsketten als Julische Alpen bezeichnet, wie die Mittelgebirgsketten Ternowaner und der Birnbaumer Wald. Heute stellen beide Mittelgebirge eigenen Regionen dar.

Triglav-Massiv (Pixabay License / sosinda)


Geographie und Landschaft:

Bleder See (Pixabay License / 12019)

Die Julische Alpen sind sehr schroff. Der Triglav (Dreikopf) ist mit 2864 m, der höchste Berg Sloweniens und der Julischen Alpen. Einst war er auch höchster Gipfel des früheren Jugoslawiens. Vereinzelt finden sich Kargletscher vor. Das Raibler-Tal, der Predilpass und das Kortnica-, und Soča-Tal teilen das Gebirge in eine östliche und westliche Gruppe auf.

Östliche Julische Alpen:

Viele Gipfel der Östlichen Julischen Alpen sind über 2000 m hoch und Teil langer Bergketten. Die Landschaft besteht nicht nur aus schroffen Felsen, sondern auch aus weiten Hochebenen an der östlichen Grenze, wie Pokljuka, Mežakla und Jelovica. Der Triglav liegt auch in diesem Bergareal.

Westliche Julische Alpen:

Die Westlichen Julischen Alpen sind flächenmäßig kleiner und liegen meist in Italien. Nurdie Kanin-Gruppe liegt in Slowenien. Zu den höchsten Gipfeln zählen der Jôf di Montasio (2,755 m), Jôf Fuart (2,666 m) und der Kanin (2582 m).

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Wichtigste Gipfel:

  • Triglav 2864 m
  • Montasch 2754 m
  • Škrlatica 2740 m
  • Mangart 2677 m
  • Jof Fuart 2666 m
  • Jalovec 2645 m
  • Razor 2602 m
  • Kanin 2585 m
  • Kanjavec 2568 m
  • Prisojnik 2547 m
  • Kleine Mojstrovka 2332 m
  • Strug 2265 m

Pässe:

Zu den wichtigsten Pässe der Julischen Alpen zählen:

  • Vršič Pass (1611 m): liegt verbindet das Sava- mit dem Soča-Tal. Er ist der höchste befahrbare Pass in Slowenien.
  • Predil Pass (1156 m): auf der Strecke von Villach nach Tarvisio und Bovec nach Gorizia.
  • Pontebba Pass (797 m): auf der Strecke Villach nach Travisio und Pontebba nach Udine.

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Hochebenen:

  • Jelovica: das Karstplateau weist dichte Tannenwälder auf und liegt auf 1100 bis 1411 m Seehöhe. Wobei das Gelände von Süd nach Nord abfällt.
  • Mežakla: ein 15 km langes Hochlandgebiet entlang der Vorbergen der Julischen Alpen über Jesenice. Das Plateau liegt auf 1200 m bis 1593 m Seehöhe. Es ist stark mit Tannen und Birken bewaldet. Bekannt ist das Plateau für seine äußerst klaren Bäche.
  • Pokljuka: bewaldetes Karstplateau auf 1100 bis 1400 m Seehöhe. Beliebtes Wintersportzentrum und Sommerwandergebiet. Das Plateau liegt im Triglav-Nationalpark in den Gemeindegebieten von Bled, Bohinj und Gorje.

Seen:

  • Bleder See: 2,1 km langes und 1,4 km breites Gewässer mit einer Fläche von 1,45 km² im Übergang der Julischen Alpen in das Laibacher Becken. Bekannt ist der See für die Insel Blejski Ottos mit der bekannten Marienkirche. Der See ist mitsamt der Insel ein äußerst beliebtes Fotomotiv. Die Überfahrt wird mit traditionellen Holzbooten angeboten.
  • Wocheiner See (Bohinjsko jezero): 3,18 km² großer Bergsee im Triglav-Nationalpark. Er liegt nahe der Savica-Wasserfälle, die auch Hauptzufluss des Sees sind. Der See ist ein beleibtes Fotomotiv, aufgrund des äußerst klaren Wassers und der atemberaubenden Bergkulisse.

Kulturelle Zentren und Touristenorte:

  • Bled (Veldes): (Sommer; Casino, See)
  • Bohinj (Wochein): (Sommer u. Winter; Skigebiete)
  • Kranjska Gora (Kronau): (Sommer u. Winter; Skigebiet, Casino)
  • Rateče (Ratschach): (Weltcupschanze in Planica)
  • Tarvis: (Sommer u. Winter)
  • Neveasattel: (Skigebiet)

Naturlandschaften und -monumente:

  • Boka-Fall: ingesamt 144 m fällt das Wasser der Boka in die Tiefe.

    Savica-Wasserfall (Pixabay License / gerhardeichbauer)

    Der freie Fall der ersten Stufe beträgt 106 m, die zweite weitere 30 m. Der Boka-Fall ist der höchste Wasserfall in Slowenien.

  • Kozjak-Fall: der Kozjak-Fall ist der größte von sechs Wasserfällen des Kozjaks. Der Wasserfall hat über Jahrmillionen in das Gestein eine natürlich Halle erschaffen, die einer Karsthöhle gleicht. Das Wasser sammelt sich in einem Bassin.
  • Savica-Wasserfall: die Wasserfälle liegen im Tal von Bohinj im Triglav-Nationalpark. Zuerst fällt das Wasser 38 m über einen Felsen. Danach fällt das Wasser weitere 51 m hinab in den Stausee des Ukanc-Kraftwerkes. Die Velika Savica vereint sich mit der Mala Savica zur Savica. Diese fliest durch den Bohinjsee. Die Kaskaden zählen zu den schönsten ihrer Art in Slowenien und der Ostalpen.
  • Soča-Tal: Das Tal der Soca bietet von der Quelle bis zur Mündung eine Vielzahl bedeutender Naturdenkmäler:

    (Pixabay License / www-erzetich-com)

    Der Soca-Ursprung (1.050 m) ist eine der schönsten Quellen in den Alpen (mit gesichertem Zugang). Es folgt die Mlinarica, eine wilde, im höchsten Abschnitt 70 – 80 m tiefe Klamm, mit gesichertem Zugang nur bis zur Mündung und zum ersten Wasserfall. Dann folgen die Soca-Schluchten: Die Soca meißelte hier auf ihrem Weg eine ganze Reihe von Schluchten aus, von denen die Großen und die Kleinen Schluchten vor und hinter dem Dorf Soca im Trentatal am bemerkenswertesten sind (Zugang von der Straße). Der nun folgende Boka-Wasserfall ist, mit einer Höhe von insgesamt 144 Metern und einer Breite von 18 Metern, der höchste Wasserfall Sloweniens. Über zwei Stufen stürzen ca. 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe. Der Wasserfall liegt bei Bovec, südwestlich von Žaga.

  • Soča-Tal (Pixabay License / infinitecroatia)

    In der Nähe  von Bovec gibt es einen wunderschönen Panorama-Wanderweg. Die Schluchten von Tolminka bilden den niedrigsten Punkt (180 m) des Triglav-Nationalparks und gehören zu den längsten und auch tiefsten Schluchten in Slowenien. Der Kontaktpunkt der Tolminka- und Zadlašcica-Schluchten mit ihren Flussbetten ist eine einmalige Erscheinung. Die Tolminka-Schlucht ist 200 m lang und zwischen 5 m und 10 m breit. Eine große Seltenheit im Alpenraum ist die Thermalquelle (22°C) am Tolminka-Ufer knapp vor dem Ende des Weges in der Schlucht. 60 m über der Tolminka spannt sich die bekannte Teufelsbrücke (Hudicev most) auf der Straße Zatolmin-Cadrg, unter der Brücke befindet sich der Eingang zu einer Karster Grotte, die Dante- aber auch Zadlaška-Grotte genannt wird. Im engen Teil der Zadlažcica-Schlucht ist ein dreiseitiger Felsen eingekeilt, der aufgrund seiner Form den Namen Bärenkopf erhalten hat.

  • Triglav: Der Triglav ist mit 2864 m der höchste Berg Sloweniens.

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    Er ist das Zentrum des Triglav-Nationalparks. Die auffällige Form des Bergmassives ist von über 100 km Entfernung zu erkennen. Vor allem imposant ist die Nordwand über das Vratatal. Mit einer breite von 3 km und einer Höhe von 1500 m ist sie einer der höchsten Wände der Ostalpen. Der Berg ist das slowenische Nationalsymbole und zentraler Teil des nationalen Wappens. Der Name bedeutet “Dreihaupt” oder “Dreikopf” und geht auf einer Legende der slowenischen Mythologie zurück. Demnach thronte auf dem Berg die alte slawische Gottheit des dreiköpfigen Triglaw. Mit einem Haupt bewacht er den Himmel, mit dem zweiten beherrscht er die Erde und mit dem dritten Kopf neigt er sich der Unterwelt zu.

  • Vintgarklamm (Blejski vintgar): die Vintgarklamm (slow. Blejski vintgar) ist eine 4 km lange Klamm nahe der Stadt Bled im nordwestlichen Slowenien. Die Schlucht gehört zum Nationalpark Triglav und wurde bereits am Ende des 19. Jahrhunderts als touristische Sehenswürdigkeit ausgebaut.

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    Die Klamm mit mitsamt dem Flusstal der Radovna wird als ein Naturdenkmal geschützt. Die Klamm wurde von der Radovna zu einer 300 m tiefen Schlucht ausgewaschen. Besonders spektakulär sind die senkrechten Felswände zwischen den Bergen Hom und Brošt. Dieser Abschnitt ist ca. 1600 m lang und wird von dem 13 m hohem Wasserfall Šum begrenzt. Der Wasserfall weist die größte Fallhöhe aller Flusswasserfälle in Slowenien auf. Ein kostenpflichtiger Pfad führt in ca. 30 min über Brücken, Holzstege und Galeeren durch die Felswände der Klamm. Die Vintgarklamm zählt zu den schönsten Schluchten Sloweniens und der südöstlichen Alpen.


Triglav-Nationalpark:

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Mit 2864 m ist der Triglav der höchste Berg Sloweniens und zugleich der Namensgeber sowie Zentrum des Nationalparks. Der Nationalpark weist neben schroffe Gebirgslandschaften auch zahlreiche Gletscher- und Bergseen auf. Das Gestein besteht vorzüglich aus Kalkstein. Zu den landschaftlichen Höhepunkten zählen der Triglav, die Täler von Soča und Sava Bohinjka sowie der Wocheiner See (Bohinjsko jezero) und die waldreichen Hochebnen Pokljuka und Mežakla. Der Nationalpark weist neben kulturellen und landschaftlichen Attraktionen, auch bekannte Sagengestalten der slawischen Mythologie auf. Es ist beispielsweise vom Zlatorog, ein Gamsbock mit goldenen Hörner, die Sprache. Um dieser Mythengestalt ranken sich viele überlieferte Legenden, bei denen stets Liebe und Verrat sowie Gier und Vernichtung im Zusammenhang stehen. Am Jasia-See bei Kranjska Gora und am Bohinjsee stehen Statuen des Goldhorns.


Wocheiner See (Pixabay License / jiriposival0)