Nördliches Harzvorland

Blick von der Abfallkante des Rambergs bei Thale auf das Harzvorland.

Das Nördliche Harzvorland meint das hügelige Vorland des nördlichen Harzrandes in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die Landschaft ist sanft gewellt und wird durch kleinere Höhenzüge (Huy, Hakel, Fallenstein), Flussniederungen und riesigen Ackerländern geprägt. Nicht nur die Landschaft ist sehr reizvoll sondern auch die kulturell wichtigen Städte. Klimatisch wird die Region vom Harz stark beeinflusst, da der Großteil des Vorlandes im Regenschatten des Gebirges liegt. Die Ackerböden sind sehr fruchtbar und somit können in der Region Hackfrüchte, Getreide, aber auch Obst und Wein angebaut werden. Die Vegetation besteht aus sehr alten Wälder aus Buchen, die auf trockenen Kalkböden gut gedeihen.


Geographie:

Das Nördliche Harzvorland weist drei Großlandschaften auf:

  1. Harzrandmulde
  2. Großes Bruch
  3. Ostbraunschweigisches Hügelland

Das Harzvorland weist auch kleinere Hügel- und Bergzüge auf. Diese stechen aus der sonst sanft gewellten Landschaft heraus:

  1. Hakel
  2. Huy
  3. Fallstein
  4. Elm
  5. Harslebener Berge

Kulturelle Zentren und Städte:

Halberstadt:

Halberstadt ist die architektonische Sehenswürdigkeit der Region. Der Halberstädter Dom zählt zu den schönste Gotikbauten und beherbergt einen Domschatz, der zu den kostbarsten Kirchenschätzen der Welt gehört. Die wichtigsten Bauwerke Halberstadts befinden sich am Domplatz, einem historischen Ensemble, das im Osten vom Domund im Westen von der Liebfrauenkirche begrenzt wird. An der Nordseite befinden sich die historischen Domherrenkurien, in denen sich heute das Städtische Museum, die Dombauhütte, das Heineanum und das Gleimhaus befinden. Im Süden stehen das ehemalige Domgymnasium und die Dompropstei, die beide zur Hochschule Harz gehören, sowie das neoromanischePostgebäude. An der Nordwestseite befinden sich der Petershofund die Peterstreppe.

Oschersleben:

Die Stadt liegt inmitten der Magdeburger Börde und wurde durch die umgebenden fruchtbaren Schwarzerdeböden stark landwirtschaftlich geprägt. Die Geschichte der Stadt erstreckt sich über mehr als 1000 Jahre. Bekannt ist Oschersleben für die 1997 erbaute Motorsport Arena Oschersleben. Die Rennstrecke, auf der bereits viele nationale und internationale Rennen ausgetragen wurden, ist eine von fünf permanenten Rennstrecken in Deutschland. In einigen Resten ist die Burg Oschersleben erhalten. Weitere historische Bauwerke sind das barocke Rathaus Oschersleben von 1691, die neugotische evangelische Nikolaikirchevon 1881, deren spätgotischer Westbau mit zwei Türmen um 1400 errichtet wurde sowie die 1867 bis 1869 errichtete katholische Marienkirche mit Pestkreuz (14. Jahrhundert) und Strahlenkranzmadonna (15. Jahrhundert). Jüngeren Datums ist die Neuapostolische Kirche.

Quedlinburg:

Quedlinburgs architektonisches Erbe steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und macht die Stadt zu einem der größten Flächendenkmale in Deutschland. In der historischen Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen befinden sich gut 2000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten. Am Markt liegt das Renaissance-Rathaus mit der Roland-Statue, südlich davon der Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche und dem Domschatz als Zeugnisse des Quedlinburger Damenstifts. Auch der Münzenberg mit der romanischen Klosterkirche St. Marien und im Tal dazwischen die romanische Kirche St. Wiperti, der sich anschließende Abteigarten und der Brühl-Park gehören zum Weltkulturerbe.

Thale:

Thale ist die sagenumwobenste und mitunter auch bekannteste Stadt des anhaltischen Harzes. Die Stadt liegt am Nordrand des Harzes am Fuße des Rombergs. In direkter Umgebung befindet sich der Hexentanzplatz und die Roßtrappe. Die Stadt selbst weist viele Freizeitangebote für Familien auf. Die ersten Siedlungszeugnisse stammen aus dem 8. Jahrhundert und war von dort an ein wichtiger Standort der Eisenverarbeitung. Das Kloster wurde nach der Zerstörung im Bauernkrieg aufgelöst. Das bedeutendste Gebäude der Stadt ist ein Wohnturm aus dem 12. Jahrhundert, welcher einst das Westwerk der Kirche bildete.


Naturlandschaften und -monumente:

Elm:

Der Elm ist ein 25 km langer, 3 bis 8 km breiter und 323 m hoher Bergzug im äußersten Norden des Harzvorlandes mit tiefen Hainbuchen- und Hochwäldern.

Großer Fallstein:

Der Große Fallstein ist ein 288 m hoher Breitsattel aus Muschelkalk. Der Berg ist ein von Buchen, Birken, Eichen und Fichten geprägter Mischwald.

Großes Bruch:

Das insgesamt 84 km² große Feuchtgebiet erstreckt sich in einer ausgeprägten Talniederung zwischen Oschersleben (Sachsen-Anhalt) und Schladen-Werla (Niedersachsen). Die Landschaft besteh aus schilf- und weidengesäumten Gräben und Niederungs-Wiesenlandschaften.

Harslebener Berge und Steinholz:

Es stellt ein Trockenwaldgebiet und Trocken-, Halbtrocken- und Magerrasen auf den Harslebener Bergen, einem langgezogenen Höhenzug im nördlichen Harzvorland, unter Schutz. Die Waldbereiche werden überwiegend von naturnahen Eichen-Buchen- und Eichenwäldern eingenommen. Daneben sind auch naturferne Nadelforste vorhanden. Die offenen Bereiche werden von Trocken- und Magerrasen eingenommen. Auf sandigen Standorten wächst auch Heide.

Hakel:

Der 245 m hohe Hakel ist ein Höhenrücken aus Muschelkalk. Auf der höchsten Erhebung steht die Ruine Domburg, ein eine germanische Kultstätte und später eine Burg. Der Bergrücken ist großteils mit Eichen-Hainbuchenwäldern bedeckt.

Huy:

Der 315 m hohe Bergzug besteht aus Buntsandstein und Muschelkalk. Der Bergzug Huy weist sogenannte “Gletschertöpfe” auf. Diese stellen Relikte aus der letzten Eiszeit dar und entstanden während Gletscherschmelzwasser das Gestein auswuschen und solche Mulde hinterliessen. Die Buchenwälder des Huy gehören noch zu den ursprünglichste Wäldern Mitteleuropas.

Teufelsmauer:

Die Teufelsmauer stellt einen landschaftlichen Höhepunkt im Nordharzvorland dar und ist nicht nur für seine Gesteinsformationen sondern auch für seine Sagen und Mythen bekannt. Die bizarren Felsformen sind von Eichen, Birken und Ebereschen umgeben. Dazwischen ragen die zerklüfteten Felsen, wie Zacken und Zinnen, aus den Gestrüpp.