Königsdorfer Moorplatte

Die Gemeinde Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (Oberbayern) weist in der Umgebung eine hohe Dichte an Moorgebieten auf. Grund hierfür ist die geographische und topographische Lage des Ortes. Königsdorf liegt auf der Königsdorfer Moränen- und Moorplatte. Die hohe Dichte an Moorgebieten ist auf die geologische Lage zurückzuführen. Während der letzen Eiszeit war der Ort von einem riesigen Gletschersee überdeckt. Praktisch liegt Königsdorf heute im südlichen ehemaligen Seebecken des Wolfratshauser Sees. Überbleibsel des riesigen Gewässers sind die Moore. Im Süden befindet sich die Moorplatte der Kochelseeer-Loisach-Moore. Getrennt werden die beiden Moorplatten durch einem Molassriegel. Die Moorgebiete bei Königsdorf waren stark vom Torfabbau betroffen. Nach und nach werden die Moore wieder renaturiert. Die Königsdorfer Moorplatte ist Teil der Tölzer Moorachse.

Zellwieser Mühlbach


Größere Moorgebiete um Königsdorf:

Auerfilze:

Das Auerfilz ist ein bedeutendes und hochspezialisiertes Hochmoor mit artenreicher Tier- und Pflanzenwelt. Das Moorgebiet liegt zwischen Letten, Karpfsee und Podling.

Breitfilz:

Das Breitfilz liegt zwischen Mooseurach und Nantesbuch. Diese Moorgebiet ist stark kultiviert und ist wenig naturbelassen. Dennoch werden auch hier Renaturierungsversuche durchgeführt.

Höfner Filz:

Das 30 Hektar große Moorgebiet blieb auch nicht von den starken Torfabbau und den Entwässerungsmaßnahmen verschont. Das Hochmoor wird langsam renaturiert, aufgrund der großen Zerstörung der natürlichen Funktion. Die Randbereich sind von der landwirtschaftlichen Nutzung und der Aufforstung stark beeinträchtigt. Der Kern des Moores ist noch intakt, jedoch stark durch die Entwässerungsmaßnahmen gefährdet.

Redlmoos:

Das Niedermoor liegt westlich der Einöde Schuß. Das Moor ist völlig von Wälder umrundet. Der südwestlich gelegene Wald wird “In der Hölle” genannt. Der Ursprung des Namens ist nicht bekannt. Der geringere Teil wird landwirtschaftlich genutzt. Die Moorränder sind stark bewaldet, während der Moorkern noch gut erhalten ist.

Rothenrainer Moore und Königsdorfer Alm:

Im 1100 Hektar großen FFH-Gebiet „Moore südlich Königsdorf, Rothenrainer Moore und Königsdorfer Alm“ werden die natürlichen Landschaftsausschnitte des westlichen Tölzer Alpenvorlandes zwischen Isar und Loisach erhalten. Hochmoore, Übergangsmoore, Moorwälder, kalkreiche Niedermoore und Pfeifengraswiesen, Buckelfluren, Kalk-Trockenrasen und artenreiche Borstgrasrasen werden hier erhalten und wiederhergestellt. Zu dem FFH-Gebiet „Oberes Isartal“ besteht ein Verbund und eine Vernetzung der Lebensraumtypen und der Habitate. Die Populationen und Laichgewässer der Gelbbauch-Unke und des Kamm-Molchs sind ein weiteres Schutzziel in den Mooren. Darüberhinaus leben Skabiosen-Scheckenfalter und Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläulinge in dem Gebiet.

Sonnenhofer Filze:

Die Sonnenhofer Filze sind ein Moorgebiet südwestlich von Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Filze liegt auf der Königsdorfer Moränen- und Moorplatte, praktisch dem südlichen Seebecken des ehemaligen und glazialen Wolfratshauser See. Die Landschaft der Filze wird von Moorwäldern und Marschländern des Zellwiesser Mühlenbachs geprägt. Zwischen den Moorwäldern befinden sich offene Heidelandschaften. Das Moor ist ein wertvolles und wichtiges Rückzugsgebiet für viele Tiere- und Pflanzenarten, sowie Heimat eines empfindlichen Ökosystems. In den letzen Jahren wurde das Moor weitgehend renaturiert, da auch die Sonnenhofer Filz vom Torfabbau nicht verschont geblieben ist.

Königsdorfer Weidfilz:

Das Weidfilz ist ein Moorkomplex westlich von Königsdorf zwischen Beuerberg und dem Flugplatz Königsdorf. Durch das Moor führt die Staatsstraße 2064. Vor den exzessiven Torfabbau und Kultivierungstätigkeiten gehört das Filz zu den größten Hochmoorkomplexen der gesamt schwäbisch-bayerischen Hochebene. Mir ca. 250 ha stellt das Moor das größte verbliebene Hochmoor dar. Aufgrund dieser Tatsache wird das Moorgebiet als sehr bedeutsam eingestuft. Dieses Moorgebiet wurde intensiv für Kultivierung und Abbau genutzt. Nach dem 1./2. Weltkrieg fand dort ein industrieller Torfabbau statt. In Handverfahren wurde Torf noch bis ca. 1970 abgebaut. Heute durchziehen drei große Baggergräben und Schlitzgrabensysteme das Hochmoor. In manchen Bereichen kam es zur starken Bewaldung, aufgrund der Austrocknung und Mineralisierung.

Zellwieser Mühlbach durch das kultivierte Moorgebiet zwischen Königsdorf und Zellwies.

Weihermoos:

Das Weihermoos ist ein Niedermoor nördlich des Weilers Berg in der Gemeinde Königsdorf. Südwestlich des Mooses liegen kleinere Fischweiher, daher stammt vermutlich der Name. Flächenmäßig ist das Moor recht klein.

Zellwies:

Zellwies ist ein Ortsteil Königsdorf in Richtung Südwest. Zwischen Königsdorf und Zellwies findet man viele Moorgebiete vor. Allerdings werden diese von der Landwirtschaft stark genutzt. Der Zellwieser Mühlbach fliesst durch die Region. Das Moor liegt direkt am Fuße der Bachleite, einem steilen Hang der auf das Moränenhügelland heraufführt.