Sonnenhofer Filze

Die Sonnenhofer Filze sind ein Moorgebiet südwestlich von Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Filze liegt auf der Königsdorfer Moränen- und Moorplatte, praktisch dem südlichen Seebecken des ehemaligen und glazialen Wolfratshauser See. Die Landschaft der Filze wird von Moorwäldern und Marschländern des Zellwiesser Mühlenbachs geprägt. Zwischen den Moorwäldern befinden sich offene Heidelandschaften. Das Moor ist ein wertvolles und wichtiges Rückzugsgebiet für viele Tiere- und Pflanzenarten, sowie Heimat eines empfindlichen Ökosystems. In den letzen Jahren wurde das Moor weitgehend renaturiert, da auch die Sonnenhofer Filz vom Torfabbau nicht verschont geblieben ist.

Geographie: 

Das Moorgebiet liegt südlich der Einöde Zellwies (Gemeinde Königsdorf / TÖL-WOR) und gehört zur Tölzer Moorachse, einem langen Moorgürtel der sich vom nördlichen Alpenrand bis im Norden des Landkreises erstreckt. Die Filze sind Teil mehrere Moore im Umland von Königsdorf und Mooseurach. All diese Moor liegen in einem ehemaligen Seebecken eines riesigen Gletschersees der letzten Eiszeit. Diese riesigen Seen sind auch Grund für die hohe Dichte an Moorgebieten im Bayerischen Oberland. Geologisch gesehen gehören die Sonnenhofer Filze zur Königsdorfer Moränen- und Moorplatte. Durchflossen und entwässert wird das Moor vom Zellwieser Mühlbach, einem größeren Zufluss der Loisach. Die Landschaft wechselt von Marschländern des Baches, zu dichten Moorwäldern und weiten Heidelandschaften. Einzelne landwirtschaftliche Wege führen in das Moorgebiet. Die Wiesen sind großteils überflutet und durchnässt.

Mythen:

Früher galten Moore und Feuchtgebiete als gefürchtete und mystische Orte. Die Menschen glaubten dass dort Geister und andere unnatürliche Wesen lebten. So auch in der Sonnenhofer Filze. Vor allem im Winter wirkt das Moorgebiet düster. Nicht nur die mystische Landschaft, sondern auch die halbverfallenen Scheunen schaffen eine unheimliche Atmosphäre im späten Abend- oder Winterlicht. Wenn sich Wolken beiseite schieben und das Sonnenlicht auf das Bachwasser des Zellwieser Mühlbachs scheint, fängt die Wasseroberfläche an zum glitzern. Ein besonderes Phänomen wird als “Irrlichter” bezeichnet. Der Name stammt von den Aberglauben, dass diese “Irrlichter” von den verstobenen Kindern kommen. Jedoch gibt es dafür eine wissenschaftliche Erklärung, denn wenn Phosphorwasserstoff mit Sauerstoff in Berührung kommt, entzündet sich dieser. Im Volksglauben allerdings berichtet man von Geistern tot geborener und ungetaufter Kinder, die Reisende vom Wege abbringen sollen, damit diese im Moor versinken. Vermutlich ging der Volksglaube aus den Funden von Moorleichen hervor, die beim Torfstechen zu Tage kamen. Kiefernzweige und Moosbuckel sorgen bei Nebel für schaudernde Illusionen, wie Hexen und Kobolde. Auch glaube man an die “Wilde Jagd”, die vor allem im Winter auftritt und vom Wotan angeführt wird. Ursprung des Glaubens sind die heftigen Winterstürme.