Tischberg (Oberbayern)

Schloss Eurasburg am östlichen Rücken des Tischberges zum Isartal hin.

Die maximal 717 m hohe Anhöhe zwischen dem Südostufer des Starnberger Sees und dem Isarltal gehört zu den markantesten Landschaften des bayerischen Oberlands.


Geographie:

Das Hügelgebiet des Tischbergs erstreckt sich vom heutigem St. Heinrich am Ufer des Starnberger Sees bis nach Eurasburg im Isartal. Im Süden ragt er bis nach Faistenberg. Im Norden setzt sich der Bergzug im Münsinger Rücken zwischen Starnberger See und Isartal fort.


Geologie:

Der Tischberg weist aus geologische Sicht eine interessante Entstehung und Funktion auf, der das Geltscherwachstum, sowie die Entstehung der heutigen Landschaften, erheblich beeinflusste. Aufgrund des Tischberges entstand das Zungenbecken des Starnberger Sees, sowie das Isartal.

Blick von Königsdorf auf dem Bergzug des Tischberges

Gestein:

Der Kern des Bergzuges besteht aus Konglomeraten der Oberen Süßwassermolasse und entstand am Ende des Neogons (3,6 – 2,4 Mio. Jahre). Aufgrund des Gesteins ist der Tischberg als Geotop anerkannt und ist besonders im Umfeld der A95 (Garmischer Autobahn) aufgeschlossen. Südlich von Eurasburg ist bei Beuerberg am Isarhagn das Gestein der Molasse-Konglomerate gut aufgeschlossen. An der Straße zwischen Eurasburg und dem auf dem Rücken gelegenen Schloss ist eine Überlagerung der Molasse mit dem Nagelfluh aus der Mindel-Kaltzeit zu sehen. Der Nagelfluh am höchsten Punkt des Berges bie Happerg wird aufgrund der Hochlage der Günz-Kaltzeit zugeschrieben. Die Süßwassermolasse liegen im Norden tiefer und werden von Schottern der Würm-Eiszeit überdeckt. Die Süßwassermolasse ist nur am steilen Westhang bei Allmannshausen erneut aufgeschlossen.

Entstehung:

Während der Würm-Kaltzeit wirkte der Tischberg als Hindernis für den vorrückenden Isar-Loisach-Gletscher. Die östliche Flanke des Vorlandgletschers teilte sich am Tischberg in die östliche Hauptzunge (Ausschürfung des Zungenbeckens des Starnberger Sees) und die kleinere Zunge, die das Isartal formte. Die südliche Kuppe des Tischberges wurde von den Gletscherzungen nicht überdeckt und ragte als Nunatak (aufragender Felsen oder Berg). Hinter der freien Kuppe führten die beiden Gletscherzungen Material heran, das auf dem nördlichen Tischberg als Seitenmoräne abgelagert wurde.


Blick vom Königsdorfer Moor auf den Höhenzügen des Tischberges.