Weißenhorn und Umgebung

Weißenhorn ist eine 13.5000 Einwohner große Stadt im Landkreis Neu-Ulm. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 54 km² aus. Die Stadt setzt sich aus 13 Stadtteilen zusammen. Die Stadt Weißenhorn zählt zu den schönsten Kleinstädten Schwabens und wurde zum Großteil von der Kaufmannsfamilie der Fugger geprägt. Manchmal wird sie auch als “Perle des Rothtals” genannt. Im 16. Jahrhundert gehörte die Stadt zur Herrschaft der Fugger. Bis heute blieb die mittelalterliche Altstadt erhalten. Das Stadtbild prägen die Türme der beiden Stadtkirchen, sowie die trotzigen Türmen der Stadtmauer. Die Altstadt ist geprägt von nostalgischen Giebelhäusern mit Fachwerkbau und engen, sowie verwinkelten Gassen. Die Stadt weist ein wechselhafte Geschichte auf und geht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Einst war die Stadt eine Burgsiedlung der Herren von Neuffen. 1342 fiel die Stadt an das Herzogtum Bayern, nachdem das Adelsgeschlecht der Neuffen im Mannesstamm erloschen war. Bereits im 13. Jahrhundert erhielt Weißenhorn das Markt- und Stadtrecht und wurde wirtschaftlich von der zentralen Lage begünstigt. Aufgrund dessen entstanden prächtige Gebäude. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg kam Weißenhorn an den Habsburger König und später auch Kaiser Maximilian I. 1507 wurde die Stadt an die Fugger verpfändet. Unter dieser Adelsfamilie erlebte Weißenhorn eine wirtschaftlich Blüte.


Geographie:

Die Stadt liegt auf 501 m über den Meeresspiegel am Ufer der Roth im Rotthal. Die Großstadt Ulm liegt rund 22 km nordwestlich von Weißenhorn. Memmingen liegt 35 km südlich der Stadt. Wirtschaftlich gesehen zählt Weißenhorn zur Planungsregion Donau-Iller in Mittelschwaben. Weitere Flüsse im Stadtgebiet sind die Biber und Leibi. Geologisch gesehen liegt Weißenhorn im Hügelland der Iller-Lech-Platte.


Klima:

Das Klima in Weißenhorn wird von der Höhenlage auf 501 m und der Binnenlage in Mittelschwaben beeinflusst. Demnach herrscht dort ein Übergangsklima vom osteuropäischem Kontinentalklima zum westeuropäischem Atlantiklima, mit deutlicher kontinentaler Beeinflussung im Winter. Die Niederschlagsmengen sind hoch und erreichen im Sommer ihre Höchstwerte. Das Kreisgebiet von Neu-Ulm erstreckt sich auf der so genannten „Iller-Lech-Platte“, einer Schotterfläche, die zur Iller im Westen und zur Donau im Norden abfällt. Somit kommt es vor allem in den Herbst- und Wintermonaten zu weinflächigen und zähen Nebelfeldern.


Geschichte:

Archäologische Funde belegen, dass es auf dem heutigen Stadtgebiet von Weißenhorn in verschiedenen Kulturepochen Siedlungen gegeben haben muss. Neben alemannischen weisen römische und auch steinzeitliche Siedlungsfunde auf eine stetige Besiedlung der Region um Weißenhorn hin.

Mittelalter:

Hauptstraße der Altstadt weist mittelalterlichen Charme auf

Weißenhorn wurde erstmals 1160 als „villa Wizzenhorn“ urkundlich erwähnt. Ab dem 13. Jahrhundert war es Sitz einer Linie der Herren von Neuffen. Als diese 1342 erlosch, kam es in den Besitz der Herzöge von Bayern, die die Stadt fast ständig beliehen und an andere verpfändeten. 1473 hielt Herzog Ludwig der Reiche jedoch Hof in Weißenhorn. Im Landshuter Erbfolgekrieg kam es in den Besitz von Kaiser Maximilian I. und wurde 1504 vorderösterreichischeProvinzialstadt im Bezirksamt Burgau. Maximilian übertrug den Besitz 1507 an Jakob Fugger, wegen der überlieferten und erneut bestätigten Privilegien Weißenhorns blieben die Hoheitsrechte jedoch bei Österreich. Die Fugger, die die Herrschaft in der Stadt über Jahrhunderte innehatten, unterstützten die lokale Barchentweberei und machten Weißenhorn zu einer blühenden Handelsstadt. Neben Augsburg ist Weißenhorn die einzige Stadt, die noch die Bezeichnung „Fuggerstadt“ führen darf.

Neuzeit:

Im Deutschen Bauernkrieg wurde die Stadt am 1. April 1525 unter der Führung des Ingstetter Bauern Jörg Ebner von rund 12.000 Mann angegriffen. Die Weißenhorner Bürger verteidigten ihre Stadt erfolgreich, worauf die Bauern abzogen und das benachbarte Kloster Roggenburg angriffen. Auch der Räuber und Mörder Matthias Klostermayr, der „bayerische Hiasl“, der im 18. Jahrhundert sein Unwesen trieb, machte Station in Weißenhorn und entging verwundet nur knapp der Verhaftung durch die Gendarmen des Landgerichts Roggenburg.


Sehenswürdigkeiten der Stadt:

  • Oberes Tor: 1470/80 wurde im Zuge der Stadtbefestigung unter Herzog Georg dem Reichen das Obere Tor erbaut. Heute nennt es sich auch das “Portal zur Altstadt”. Im Gebäude befindet sich das Weißenhorner Heimatmuseum.
    1923 wurde am Oberen Tor ein Fresko gezeichnet. Entworfen und angebracht wurde es von Anton Bischof. Szenisch dargestellt wird die Stadtgeschichte zu Zeiten des Bürgermeister Dipold Schwarz mit dem Bauernanführer Jörg Ebner am 01.04.1525.
  • Heimatmuseum: 1908 wurde das Museum gegründet und gibt den Besuchern einen Blick in die Stadtgeschichte. Dort befinden sich viele Sammlungen und Exponaten der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte.
  • Der Kirchplatz der Altstadt ist der zentrale Teil Weißenhorns und eröffnet den Besuchern wunderbare Bauwerke. Am Platz befindet sich das Alte Schloss, daneben das Neue Schloss, dieses wurde 1513/14 von Jakob Fugger erbaut. 1565 wurde das Bräuhaus erbaut. Um 1700 wurde das Bauwerk mit einer barocken Fassade umgestaltet.
  • Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt: die katholische Stadtpfarrkirche wurde 1865 bis 1868 im Maximilianstil erbaut. Arichtket war August von Voit (1801-70). Der Sakralbauten zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten des 19. Jahrhunderts. Vom Kirchturm hat man einen wunderschönen Blick auf Weißenhorn und Umgebung.
  • Kirche zum Heiligen Geist: die Kirche und das dazugehörende Spital wurde 1470 erbaut. Um 1720-30 wurde die Kirche barockisiert. Peter Arnolt lies die Kirche und das Spital erreichten.
  • Evangelischer Kirche: der Kirchenbau wurde um 1900 erbaut und weist eine schlichte Ausstattung auf. Die Kirche ist im neugotischen Stil erbaut.
  • Obere Vorstadt und Memmingen Straße: In Richtung Süden befindet sich die Obere Vorstadt, die um 1500 nicht mehr in den Mauerring der Stadtmauer einbezogen wurden. Das Straßen- und Gebäudebild wird durch meist barocke Giebelhäuser geprägt.
  • Hauptstraße der Altstadt: Die Hauptstraße führt vom Kirchplatz hinab zum Unteren Tor. Das Straßenbild wird von den Giebelhäusern geprägt. Manche Häuser weisen Fachwerkbau auf. Die Struktur der Straßen und Gassen hat sich seit dem 16. Jahrhundert nicht wesentlich verändert.
  • Schranne: 1390 wurde das Kaufhaus, als “Schranne” erwähnt. Der Bau ist in seinem Kern spätmittelalterlich. Im Erdgeschoss war die Markthalle, wären im Obergeschoss Feste und Versammlungen statt fanden. Im Dachgeschoss befanden sich Kornböden zur Getreidelagerung.
  • Reißler-Haus: ein typischer Vertreter der “Ackerbürgerhäuser”. Vermutlich wurde das Fachwerkhaus im 17. Jahrhundert erbaut. Neben dem Haus findet man Stall und Stadel vor.
  • Unteres Tor: 1470-80 wurde das Untere Tor erbaut und 1527 um zwei Geschosse erhöht. 1937 wurde von Anton Bischof ein Fresko angebracht, das Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern im Jahr 1474 zusammen mit dem weißenhorner Stadthalter zeigte, als dieser das Stadtbuch überreicht bekam.
  • Diebesturm (auch “Prügelturm”): wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist mit seiner zylindrische Form, die mit Scharten versehen ist, strahlt er mittelalterliche Atmosphäre aus.
  • Villen und Geschäftshäuser: die östliche Promenade weist sehenswerte Geschäftshäuser auf. Im Vordergrund ist das Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Heinle. Am Ende des 19. Jahrhundert und im 20. Jahrhundert wurden an der Bahnhofstraße einige Villen und representative Bauten erbaut. Die Ville aus dem Jahr 1901 erinnert mit seinen Türmchen und Erkern an die Burgen- und Schlossromantik des 19. Jahrhundert.
  • Historisches Theater: 1850 wurde das Gebäude von der Stadt erworben. Einst befand sich hier der Zehntstadel der Fugger. 1870 kam es zum Einbau des Theaters. Die reizvolle klassizistische Dekorationsmalerei aus dem 19. Jahrhundert erinnert an das Hoftheater eines kleinen Residenzstädtchens.
  • Benefiziatenhaus: erbaut im 18. Jahrhundert und weist eine bemerkenswerte Rokoko-Architekturmalerei auf. Hinzukommen noch die frühklassizistisch geschnitten Türflügel.
  • Gasthof zum Deutschen Kaiser: Fachwerkbau mit Satteldach aus dem 18. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:

  • Oberhausen: die Dorfkirche von Oberhausen (NO von Weißenhorn) ist im barocken Stil erreichtet. Die Innenausstattung stammt aus der Barock- und Rokokozeit. Die Decken sind mit Fresken verziert. Der Hl. Alban ist Namensgeber der Kirche.
    Marzellus Garten: die Gartenlandschaft liegt im Bibertal südlich von Oberhausen in Richtung Biberachzell. Das Areal erstreckt sich auf einer Fläche von 15.000 m². Durch den Garten führen verschlungene Wasserläufe mit Teichen und Bächen. Gestaltet wurde der Garten von Hr. Marzellus Hampp. Im Park befinden sich viele Pflanzenarten die durch Rhododendren, Thujen, Kirschlorbeeren und weitern Gartenbüschen stark vertreten sind. Ein Teil des Geländes wurde im Vorbild der chinesischen Gartengestaltung errichtet.
  • Kloster Roggendorf: Das Kloster Roggenburg ist ein Chorherrenstift des Prämonstratenserordens in Roggenburg im Landkreis Neu-Ulm, Bayern, das als abhängiges Priorat der niederbayerischen Abtei Windberg geführt wird. Das Kloster betreibt eine Bildungsstätte und ein Museum und ist überregional durch die fast unverändert erhaltenen barocken Gebäude und die in der Kirche stattfindenden Orgelkonzerte bekannt.
    Die Klosterkirche, ein bedeutender Bau des schwäbischen Rokoko, wurde von 1752 bis 1758 nach Plänen von Simpert Kraemer in Kreuzform erbaut. Der einschiffige Saalbau mit Querhauserweiterung und Doppeltürmen ist 70 m lang, 35 m breit und hat eine Innenhöhe von 28 m. Die beiden Türme sind 70 Meter hoch. Das Kirchengebäude ist, wie bei Prämonstratensern üblich, in die Klosteranlage integriert und hat daher keine Eingangsfassade in der Längsachse. Die Kirche wird heute als Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt genutzt.
  • Senden: sehenswert in Senden ist die Rokokokapelle Maria Hilf, sowie die Pfarrkirche St. Johannes Baptist (Aufheim), die Wallfahrtskirche Mariä Geburt (Witzighausen), St. Jodok am Alten Friedhof (18. Jahrhundert), und St. Josef der Arbeiter (Senden). Das Bürgerhaus wurde 2002 eröffnet und weist eine 5600 Jahre alte Moorleiche und ein Sühnekreuz von 1320 auf.
    Witzighausen: das Pfarrdorf weist bunte Häuserfassaden und eine Wallfahrtskirche der Mariä Geburt auf. Ein schönes Haus mit roter Fassade ist das Gasthaus zur Traube, ein zweigeschossiger Sattelbau mit Zwerchhaus und Gesimsbäder. Erbaut wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Erbau der Wallfahrtskirche begann 1733 und endete erst 1860, als die Erhöhung des Kirchturmes abgeschlossen wurde. Der Innenraum ist mit farbfrohen Fresken und einer barocken Ausstattung ausgeschmückt. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1913.
  • Ulm: Ulm ist eine mittelalterliche Stadt im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg. In der Stadtmitte befindet sich das imposante Ulmer Münster, eine jahrhundertealte Kirche im gotischen Baustil. Ihr Kirchturm bietet Blick auf die Stadt und bei klarem Wetter lassen sich sogar die Alpen erkennen. Das Rathaus zeichnet sich durch seine Fassade aus der Frührenaissance, seine Fresken und seine astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert aus. Die engen Gassen des Fischerviertels, einem Stadtteil an der Donau, werden durch Fachwerkhäuser geprägt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schwörhaus. Das wohlbekannteste Fachbauwerk der Stadt ist das “Schiefe Haus”, mit seinen auffallend abfallenden Hauseck zum Wasserlauf hin.

Natur- und Outdoorziele:

Baggersee bei Senden:

Bei Senden liegt eine Gruppierung von Baggerseen. Diese liegen 2 km von Illerkirchberg nahe Vöhringen und Senden. Das Stadtgebiet von Ulm ist nur 7 km entfernt. Die Seen stellen eine beliebte Bademöglichkeit dar.

Donauauen bei Elchingen:

Wenige Kilometer östlich von Ulm, im Landkreis Neu-Ulm, beginnen die Donauauen mit einer Kette von Stauseen. Zu beiden Flussufern der Donau, aber auch an den Ufern der einmündenden Iller, hat sich ein uriger Auwald erhalten. Dieser beherbergt vielerlei Laubbäume, Büsche und dichtes Bodengrün. Die nährstoffreiche Anschwemmung der Flüsse begünstigen das Wachstum des Auwaldes. Das Hochwasser ist für diesen Naturraum von großer Bedeutung. Zweimal im Frühjahr weist die Donau einen hohen Wasserpegel auf. Das erste natürliche Hochwasser setzt im März ein, während im Juni die Schneeschmelze den Wasserstand steigen lässt. Heute wird der Donaulauf von Staudämme und Wehren geregelt, dadurch kommt es zu keinem saisonalen Hochwasser mehr und der Auwald geht stark zurück.

Wasenlöcher bei Illerberg:

Das Naturschutzgebiet der Wasenlöcher von Illerberg ist eines der wenigen Schutzgebiete im Landkreis Neu-Ulm. Einst bestand die Landschaft aus einem offenen Niedermoor mit großflächigen Wiesen und Weiden. Durch Trockenlegung, Torfabbau und Aufforstung von Pappeln, sowie Fichten wurde die Moorlandschaft weit verdrängt und zerstört. Inzwischen wurden einzelne Flächen des Moors vom Gehölzaufwuchs befreit und wurden wieder renaturiert. Die Biber trugen ihren Teil dazu bei. Die Dämme der Tiere stauten das Wasser, somit wurde der Abfluss aus dem Moor verhindert. Die abgestorbenen Bäume sind für Spechte ein wichtiges Nahrungsangebot.

Weißenhorner Stadtforst:

Der Stadtforst ist ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, dieser wurde für die Renatuierung und Schutz der Natur geschaffen. Im Wald gibt es einige Lehrpfade und auch ein “Waldklassenzimmer”.

Ein weites Wegenetz führt durch den Forst. Dadurch wird auch ein sportliches Angebot, für Jogger/Läufer, Nordic-Walker und Radfahrer angeboten. Am Waldrand am Stadtrand befindet sich ein Weiher in dem Enten leben. Weiter in den Wald hinein eröffnen sich kleine Feuchtgebiete und Teiche. Der Wald besteht hauptsächlich aus Laubbäumen. An manchen Waldrändern stehen Obstbäume.