Château du Girsberg (Elsass)

Die Burg Girsberg (auch Giersberg, französisch: Château du Girsberg) ist die Ruine einer Spornburg auf dem Gebiet der französischenGemeinde Ribeauvillé (deutsch: Rappoltsweiler) im Elsass. 1288 erstmals in Urkunden erwähnt, erhielt die kleine Burg ihren heutigen Namen von ihren Besitzern im 14. und 15. Jahrhundert: den Herren von Girsberg.

Beschreibung:

Die Burg thront in 528 Meter Höhe über NN auf einem 60 Meter langen Plateau eines bis zu 20 Meter senkrecht aufragenden Granitfelsens, der auf seiner Südseite treppenartig abfällt. Sie steht somit zwischen den in Sichtweite liegenden Anlagen Hohrappoltstein und Ulrichsburg und ist die kleinste der drei Rappoltsweiler Burgen. Die Ruine besteht aus den Resten der einstigen Kernburg sowie der südöstlich davon etwas tiefer gelegenen Vorburg. Als Baustoffe kamen hauptsächlich roter und grauer Sandstein zum Einsatz. Von der Vorburg sind noch Teile der ein Meter dicken Ringmauer aus Buckelquadern und das spätgotische Burgtor erhalten. Der Kernburgbereich wird von den markanten Resten des fünfeckigen Bergfriedsdominiert. Als Baumaterial für seine Mauern wurden Bossenquader aus Granit verwendet, die direkt aus dem Burgfelsen gewonnen wurden. Das Erdgeschoss des 5,30 Meter breiten Turms ist raumlos. Darüber befindet sich eine fensterlose Kammer mit einem Hocheingang in fünf Meter Höhe, die von einer spätmittelalterlichen Wehrplatte abgeschlossen wird. Südlich des Bergfrieds stehen die Reste des einstigen Wohnbaus aus Bruchsteinen. Von ihm ist besonders gut die südliche Giebelwand erhalten, während seine Ostwand durch einen halbrunden Turm verstärkt war. Im unteren Teil der westlichen Mauer ist noch die Rundbogenpforte eines Aborterkers und eine darüber liegende, rundbogige Nische erhalten.

Sage:

Zwei Rappoltsteiner Brüder, die Herren der Burg Girsberg und der Ulrichsburg, waren früh morgens zur Jagd verabredet. Am Abend zuvor hatten sie vereinbart, dass derjenige, der zuerst erwachen würde, den anderen durch einen Bolzenschuss an dessen Fensterladen wecken würde. Am Jagdmorgen wähnte sich der Besitzer der Ulrichsburg als derjenige, der zuerst erwacht war, und machte sich am Fenster bereit, einen Schuss mit seiner Armbrustgen Girsberg zu feuern. Doch just in dem Moment, in dem er seinen eigenen Fensterladen öffnete, um freie Schussbahn zu haben, schwirrte der Bolzen seines noch früher aufgestandenen Bruders heran und durchbohrte ihm das Herz.