Chihuahua-Wüste

Die Chihuahua-Wüste liegt im Grenzgebiet der USA und Mexiko. Sie ist mit einer Fläche von ca. 518.000 km² die größte aller nordamerikanischen Wüsten und liegt hauptsächlich auf dem Gebiet der mexikanischen Staaten Chihuahua und Coahuila. Allerdings reichen ihre Ausläufer bis in einige US-Bundesstaaten: Sie nimmt südöstliche Teile von Arizona, den Süden von New Mexico und den Westen von Texas ein. In südlicher Richtung erstreckt sie sich bis in die mexikanischen Staaten Zacatecas und San Luis Potosí.

White Sand Dunes National Monument (NM)


Klima:

Die Chihuahua-Wüste lässt sich als Regenschattenwüste kategorisieren. Dies ist der Fall, da sie von der westlich und östlich gelegenen Sierra Madre abgeschirmt wird. Diese beiden Bergketten halten einen Großteil der Feuchtigkeit, die vom Golf von Mexiko kommt, vom Gebiet der Wüste fern. Dies stellt zugleich den Hauptgrund der Entstehung der Wüste dar. Bei der Wüste handelt es sich um ein Wüstenbecken, welches von mehreren kleineren Gebirgsreihen wie den Sacramento Mountains, Guadalupe Mountains und den Davis Mountains unterbrochen wird. Diese Gebirgsgegenden sind deutlich kühler und feuchter als die Wüste und von Koniferenwäldern bewachsen.

Im Vergleich zur westlich angrenzenden Sonora-Wüste sind die Höhenunterschiede in der Chihuahua deutlich größer; sie variieren zwischen 600 und 1675 Meter. Dadurch ist der Sommer meist etwas milder als in der Sonora. Die Durchschnittstemperaturen im Juni liegen dabei zwischen 35 und 40 °C, im Winter kann es in höheren Lagen sogar sehr kalt werden. Die Niederschlagsmenge in der Chihuahua ist ebenfalls etwas höher als in den anderen Wüsten der Region (neben der Sonora auch die Mojave-Wüste und das Große Becken), sie liegt jedoch auch hier bei deutlich unter 250 Millimeter. Die Hauptmenge des Niederschlags konzentriert sich dabei auf eine kurze „Monsun“-Phase im Spätsommer. Schnee fällt nur in den Höhenlagen.


Natur:

In der Chihuahua-Wüste liegt der Big-Bend-Nationalpark und das Prehistoric Trackways National Monument.

Vegetation:

Die Chihuahua-Wüste ist geprägt durch eine typische Wüstenvegetation, bestehend aus Agave lechuguilla, Mesquiten, Yuccas, Dasylirion wheeleri und verschiedenen Gräsern.


Naturlandschaften:

Big Bend-Nationalpark:

Der Big-Bend-Nationalpark befindet sich im Süden von Texas an der Grenze zu Mexiko. Der Rio Grande bildet einen über 1500 km langen Teil dieser Grenze zwischen Mexiko und den USA und rund ein Viertel davon bildet gleichzeitig die Grenze des Nationalparks. Der Park umfasst eine Gesamtfläche von über 3.200 Quadratkilometern und zählt damit zu den größten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Südlich des Rio Grande liegen die mexikanischen Staaten Chihuahua and Coahuila und die neu eingerichteten Naturschutzgebiete Maderas del Carmen und Cañon de Santa Elena. Der Park umfasst einen großen Teil der Chihuahua-Wüste. Das Klima der Gegend ist sehr extrem. Im Spätfrühling und Sommer können die Temperaturen oft 40 Grad Celsius überschreiten. Die Winter sind normalerweise sehr mild, aber Frost ist durchaus möglich. Die Regenzeit dauert etwa von Mitte Juli bis September, doch einige sehr trockene Landstriche erhalten bisweilen keinen Tropfen Regen.

Samalayuca-Dünen:

Die Samalayuca-Dünen, traditionelle bekannt als Los Medanos (span. die Dünen) oder als Medanos de Samalayuca, sind ein großes Dünenfeld aus Sand im nördlichen Teil des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua. Das Dünenfeld ist verstreut über die Wüsten des Südens und bis in den Südwest und -ost der Stadt (Ciudad) Juárez. Ingesamt beträgt die Fläche 2000 km² und ist bekannt als Samalayuca-Wüste (Desierto de Samalayuca).

White Sands National Monument:

White Sands („Weißer Sand“) ist der Name einer Gipswüste im Tularosa-Becken im Süden des US-Bundesstaates New Mexico. Sie ist der ungewöhnlichste Teil der Chihuahua-Wüste. Das Gebiet wurde im Jahre 1933 zum White Sands National Monument deklariert. Bei dem „weißen Sand“ handelt es sich um Gips. Dieser Gips gelangt aus den umliegenden Bergen durch Niederschlag in den Lake Lucero, der sich in der südwestlichsten Ecke von White Sands befindet und keinen Abfluss hat. In den Sommermonaten mit zum Teil extremer Hitze trocknet dieser See aus und es bleiben lediglich die Gipskristalle zurück, die von den Südwestwinden zu Dünenaufgeworfen werden und mit ca. 700 km² die größte Gipswüste der Welt bilden.


Big Bend Nationalpark (TX)

Highway bei El Paso (TX)