Pfaffenwinkel

Als Pfaffenwinkel wird eine Region in Südbayern bezeichnet, die zwischen Lech und Loisach liegt. Die Region ist reich an Klöster und bekannt durch die weltberühmte Wieskirche (UNESCO-Weltkulturerbe).


Geographie:

Das Kerngebiet des Pfaffenwinkels bildet der Landkreis Weilheim-Schongau. Im weiteren Sinne zählt man das Gebiet zwischen Landsberg am Lech und Starnberg im Norden, Ingenried im Westen, Füssen und Ettal im Süden und Benediktbeuern im Osten dazu. Damit umfasst er Teile des Fünfseenlandes mit den Landkreisen Landsberg am Lech und Starnberg, sowie des Isarwinkels, des Lechrains und Bereiche der Landkreise Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen. Eine exakte Begrenzung existiert allerdings nicht.

Landschaften:

Die hügelige Landschaft ist geprägt durch Wiesen, Wälder, Moore, Seen und Flussläufe und liegt auf einer Höhe von etwa 550 bis 1750 Meter. Höchste Erhebung inmitten des Pfaffenwinkels ist der Hohe Peißenberg (B1) mit 988 m.

Gewässer:

Es fliesen zwei große Flüsse durch die Region, zu einem der Lech (F1) im westlichen Teil und zum anderen im Osten die Loisach (F2). Im Pfaffenwinkel selbst befinden sich zwei große Stillgewässer: der Kochelsee (S1) und der Staffelsee (S2). Der Starnberger See (S3), der Ammersee (S4) und der Froggensee (S5) bilden einen Teil der Abgrenzung.

Klima:

Das Klima im Pfaffenwinkel ist ein kontinentales Klima mit hohen Niederschlägen. Die Winter sind schneereich und frostig mit recht kalten Temperaturen. Die Sommer sind warm und es entwicklen sich häufig heftige Gewitter.

Ein Mikroklima stellt der Hohe Peißenberg dar. Der Berg gehört zu den sonnigsten Orten Bayerns. Die Temperaturen sind im Sommer deutlich kühler, aufgrund der Lage auf 988 m. Die Winter hingegen meist mildere Temperaturen auf, als am Talboden.


Wichtigsten Städte und Orte:

Landkreis Weilheim-Schongau (WM):

  • Weilheim i. Obb. (01): Als historische Kreisstadt ist sie Zentrum des oberbayerischen Pfaffenwinkels mit seinen berühmten Klöstern, Kirchen und Seen. Darüber hinaus ist Weilheim auch eine beliebte Einkaufsstadt mit einer einladenden Fußgängerzone in der historischen Altstadt. Weilheim befindet sich in einer verkehrsgünstigen Lage, so sind es nach München 50, nach Garmisch-Partenk. 45 und zu den Erholungsgebieten nur 20 km.
  • Schongau (02): Schongau liegt in 710 Metern Höhe ganz in der Nähe der alten Römerstraße Via Claudia Augusta. Die Stadt verdankt ihren Ursprung den Römern. Im Mittelalter war sie ein wichtiger Knotenpunkt und bedeutender Handelsplatz auf der Verkehrslinie Verona-Augsburg-Nürnberg und auf der Salzstraße vom Berchtesgadener Land ins Allgäu. Schongau gilt wegen der berühmten Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte in seiner näheren Umgebung als Herzstück des Pfaffenwinkels. Durch seine begünstigte Lage inmitten einer abwechslungsreichen Natur- und Kulturlandschaft ist die Stadt Ausgangspunkt für Ausflüge in die nahen Allgäuer- und Werdenfelser Alpen. Beliebte und herausragende Ziele sind die Königsschlösser Linderhof, Hohenschwangau und Neuschwanstein. In Schongau selbst spürt man zwischen all den mittelalterlichen Gebäuden und einer nahezu völlig erhaltenen Stadtmauer eine unverwechselbare Stimmung, man fühlt den Atem der Geschichte. Im August hebt sich der Vorhang zum Festspiel “Die Hexe. Hexenjagd zu Schongau” und der historische Handwerkermarkt lockt mit Schmankerln, Spiel, Tanz und Gaukelei. Musikalische Höhepunkte erleben Besucher der Konzertreihe “Festlicher Somme in der Wies”. Der Stadtführer begleitet die Gäste gerne auf dem Spaziergang durch die malerische Altstadt.
  • Seeshaupt (05): Seeshaupt ist ein altbekannter, beliebter Sommererholungsort in einer malerischen Voralpenlandschaft am Südende des Starnberger Sees. Besonders sehenswert sind die Katholische Pfarrkirche “St. Michael” und die Kirchen von Jenhausen und Magnetsried sowie die Seegerichtssäule am Dampfersteg. Gut ausgebaute Wanderwege erschließen die einzigartige Gegend um Seeshaupt. Das Naturschutzgebiet der Osterseen bietet dabei eine äußerst interessante Tier- und Pflanzenwelt. Die sonnigen und schönen Badestrände Seeshaupts bieten ideale Bedingungen für alle Schwimmbegeisterten.
  • Bernried (06): “Schönstes Dorf Bayerns 1983 und 2007” – landestypisch, guterhaltene alte Holzhäuser – Hofmarkskirche Maria Himmelfahrt – Pfarrkirche St.Martin – Seekapelle “Zur liab woanatn Frau” – Bernrieder Park – zauberhafter Seeweg entlang der “Klosterwiese”. Das Schloß Höhenried nördlich von Bernried mit schönem alten Baumbestand im Schloßpark – “Stuppperhaus” historischer Holzbau in der Ortsmitte – Fischerstechen in jedem zweiten Jahr – Brauchtumsveranstaltungen und Konzerte – Lichterprozession zu Maria Himmelfahrt – Kloster der Missions-Benediktinerinnen – Dampferanlegestelle.
  • Penzberg (03): Die Stadt Penzberg liegt im östlichen Teil des Pfaffenwinkels in unmittelbarer Nähe der malerischen Osterseen. Der einstige Bergwerksort wandelte sich zu einer freundlichen Stadt, die den Gast zum Verweilen einlädt. Eine in den langen Jahren des Bergbaus, fast 70 Meter hohe, aus Abraumgestein getürmte Berghalde bietet einen faszinierenden Blick auf die reizvolle Voralpenlandschaft und die zahlreichen Alpengipfel. Die Berghalde ist heute das ganze Jahr über ein vielbesuchter Freizeit- und Erholungspark. Im Sommer finden Spaziergänger und Erholungssuchende Entspannung, im Winter stehen Wintersportlern ein kleiner Schlepplift sowie eine gespurte Loipe zur Verfügung. Das moderne großzügige Hallenwellenbad mit großem Warmwasser- Wellenbecken, Heißwassersprudelbecken im Freien, Saunen, Solarien und einer gepflegten Gaststätte lädt zu einem Besuch ein. Der Stadtkern bietet Besuchern zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten. Ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz verleitet unsere Gäste die Umgebung Penzbergs zu erkunden.
  • Iffeldorf (07): Iffeldorf zeichnet sich besonders durch seine wunderschöne Lage im ökologisch wertvollen Naturschutzgebiet der Osterseen aus. Zahlreiche markierte Wanderwege durchziehen die reizvolle Seenlandschaft und erschließen das einzigartige Gebiet um Iffeldorf. Bademöglichkeiten bestehen am Fohnsee und am Ostersee, sodaß auch weniger passionierte Wanderer ausreichend Freizeitaktivitäten vorfinden. Zum Golf spielen lädt der Golfplatz Iffeldorf vor der herrlichen Kulisse der Alpen ein. Kulturliebhaber sollten die Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau vom Heuwinkl besuchen. Ein Kuppelbau mit barocken Akanthusranken erbaut von Johann Schmuzer.
  • Altenstadt (11): Altenstadt ist die Ursiedlung der heutigen Stadt Schongau. Grabfunde aus dem 4. Jahrhundert lassen auf eine befestigte Höhensiedlung auf dem Burglachberg und eine zivile Niederlassung schließen. Jetzt befindet sich dort eine Kaserne der Bundeswehr mit Luftlande- und Lufttransportschule. Altenstadt ist heute ein kulturhistorischer Ort ersten Ranges. Sehenswert sind unter anderem Oberbayerns einzige vollständig erhaltene romanische Gewölbebasilika mit Taufstein, die Kreuzigungsgruppe, sowie die Kirche Hl. Kreuz im Ortsteil Schwabniederhofen. Der Ort liegt an der heute noch teilweise erhaltenen und als Wirtschaftsweg benützten Römerstraße “Via Claudia Augusta” (Gedenkstein am östlichen Ortseingang) von Augsburg über Füssen nach Verona.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen:

  • Murnau am Staffelsee (04): Der Markt Murnau am Staffelsee(amtlich: Murnau a.Staffelsee) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Markt entstand ab dem 12. Jahrhundert um die Burg Murnau. Der Ort ist Teil der Tourismusregion Das Blaue Land. Besonders sehenswert ist der Ober- und Untermarkt.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen:

  • Benediktbeuern (08): bekannt ist der Ort durch sein riesiges Kloster der ehemaligen Benediktinerabtei. Heute gehört das Kloster zur Ordensgemeinschaft der Salesianer. Im 8. Jahrhundert wurde das Kloster gegründet am Fuße der 1801 m hohen Benediktenwand. Der Ort ist von Mooren und Bachlandschaften umgeben.
  • Bichl (09): Bichl liegt nördlich von Benediktbeuern. Sehenswert ist die katholische Kuratiekirche St. Georg. Sie wurde 1751/52 an der Stelle verschiedener Vorgängerkirchen im Stil des Spätbarockerrichtet. Baumeister war Johann Michael Fischer. Mit ihren Deckenfresken und Stuckmalereien zählt St. Georg zu den schönsten Dorfkirchen des Pfaffenwinkels.
  • Kochel am See (10): Kochel liegt am Fuße des Kesselberges und direkt am Ufer des Kochelsees. Den Kesselberg hinauf gelangt man zum wunderschönen Walchensee. Kochel ist bekannt für das Franz-Marc-Museum und dem Walchenseekraftwerk, sowie dem Schloss Aspenstein, der Pfarrkirche St. Michael, dem Denkmal des Kochler Schmiedes und dem Walchensee-Museum. Der Schmied von Kochel ist eine sagenhafte Gestalt aus der bayerischen Geschichte, die vor allem in Oberbayern als Volksheld angesehen wird. Nach der Legende soll er Soldat im Großen Türkenkrieg gewesen sein. Nur mit einer Stange bewaffnet, soll er das Stadttor von Belgrad eingerammt haben. Eine vom Kurfürsten angebotene Belohnung für seine Heldentaten habe der Schmied abgelehnt.

Kulturelle Zentren:

Wieskirche

Klöster und Kirchen:

In kaum einer anderen Region in Deutschland gibt es eine derartige Dichte an Klöstern. Dazu zählen die Klöster Benediktbeuern (01), Schlehdorf (02), Polling (03), Wessobrunn (04), Dießen (05), Rottenbuch (06), Bernried (07), Beuerberg (08), Habach (09), Steingaden (10), Ettal (11) und Andechs (12). Aus der Region stammen die Stuckateure der Wessobrunner Schule. Im Wessobrunner Kloster entdeckte man das Wessobrunner Gebet, eines der ältesten dichterischen Werke der deutschen Sprache. Die in Wessobrunn geborenen Brüder Dominikus und Johann Baptist Zimmermann erbauten mit der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, auch als Wieskirche bekannt, ein heute zum Weltkulturerbe gehörendes Bauwerk. Weitere bekannte Wallfahrtskirchen stehen auf dem Hohenpeißenberg, in Vilgertshofen und in Ilgen. Nachfolgend werden die Kloster kurz beschreiben:

  • Benediktbeuern (01): Das Kloster Buron/Benediktbeuern ist sehr wahrscheinlich bereits 725/728 von Karl Martell während zweier Feldzüge nach Bayern als weltlicher Stützpunkt und als Wach- und Kontrollstation vor dem Kesselberg an taktisch günstiger Stelle gegründet worden. Bis zur Säkularisation im Jahre 1803 gehörte das Kloster der Benediktinerabtei an. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. In der Klosterbibliothek wurden dabei die Carmina Burana, eine Sammlung von Vagantenliedern aus dem 13. Jahrhundert, gefunden. Die Handschrift, auch “Codex Buranus” genannt, befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek. Auch viele andere Handschriften und ein Teil der gedruckten Bücher wurden nach München ausgelagert. Der klassizistische Hochaltar findet sich in der Leutascher St. Magdalena-Kirche, erbaut 1820/21. Die Klosterkirche wurde mit der Säkularisation Pfarrkirche der Pfarrei St. Benedikt Benediktbeuern. Seit 1930 nutzen die Salesianer Don Boscos die Gebäude wieder als Niederlassung einer Ordensgemeinschaft. Heute ist das Kloster Standort der Katholischen Stiftungshochschule München mit den Studiengängen Soziale Arbeit und Religionspädagogik.
  • Schlehdorf (02): Das Kloster Schlehdorf ist heute ein Klosterder Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town in Südafrika. Es liegt unmittelbar am nördlichen Rand der Bayerischen Alpen am Kochelsee südlich von München und wird von rund 60 Missions-Dominikanerinnen geführt. Auf dem Klostergelände gibt es neben einem Gästehaus und einem Klosterladen auch eine Realschule der Diözese München und Freising, zu der das Kloster als Exklave gehört. Das St. Dionysius und später St. Tertulin geweihte Kloster wurde 763/772 durch die Huosi, ein in der Region ansässiges Adelsgeschlecht, gegründet. Bis ins 10. Jahrhundert war es ein Benediktinerkloster, dann ein Kollegiatstift. Ab 1140 Augustiner-Chorherrenstift, wurde es 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die zwischen 1773 und 1780 erbaute Stiftskirche wird dem Münchner Baumeister Balthasar Trischberger zugeschrieben. Das Kloster ist eine barocke, dreigeschossige Dreiflügelanlage und wurde 1717 bis 1725 gebaut. Das Kloster wurde verkauft, es gehört seit 1904 den Missions-Dominikanerinnen von King William’s Town und ist seit 1960 Sitz der deutschen Ordensprovinz. Die Klostergebäude wurden 1926/27 unter Hans Schurr erweitert.
  • Polling (03): Wohl nur der Legende nach gründete Herzog Tassilo III. von Bayern um 750 in Polling ein Benediktinerkloster. Die wirklichen Gründer waren vermutlich Mitglieder der Huosi, einer einheimischen Adelsfamilie. 1714 begann der Neubau des Klosters. Ab 1721 wurde die Klosterschule erweitert. Fortan wurde dort nach dem Lehrplan der Jesuiten gearbeitet. 1803 wurde das Kloster säkularisiert. Die Klosterbibliothek umfasste damals 88.000 Bände, von denen etwa 20.000 in die Hofbibliothek nach München und 7.000 in die Universitätsbibliothek Ingolstadt gelangten. Der Rest wurde zu Makulatur. Die bedeutende spätgotische Klosterkirche Heilig Kreuz mit frühbarocken Stuckaturen des Wessobrunners Georg Schmuzer wurde 1803 Pfarrkirche. Ein Teil der Klostergebäude gelangte 1892 in den Besitz von Dominikanerinnen aus St. Ursula in Donauwörth, die darin – mit Unterbrechung in der Nazizeit – bis 1972 eine Schule unterhielten.
  • Wessobrunn (04): Die Gesamtanlage des Klosters Wessobrunndes 17./18. Jahrhunderts lässt sich in Bayern lediglich mit den Klöstern in Tegernsee und Ettal vergleichen. Erhalten ist noch etwa ein Drittel, darunter drei Klostertrakte. Weltberühmt sind im Fürsten- und Prälatentrakt Gang, Treppenhaus und Tassilosaal wegen des prachtvollen Stucks von Johann Schmuzer aus der Wessobrunner Stuckatorenschule. Zum Kloster gehörte früher auch ein Theatersaal, dessen hölzerne Decke im nahen Gasthof zur Post besichtigt werden kann.
  • Dießen (05): Die Anlage des Dießener Klosters fällt in die Zeit um 1110/20, als die Grafen von Dießen das in St. Georgen bestehende Kloster der Augustiner an die Anhöhe über dem Seebecken verlegten, wo bereits eine ältere Niederlassung von Kanonissen bestand. Während das Frauenkloster bereits im 14. Jahrhundert erlosch, hatte das Augustiner-Chorherrenstift bis zur Säkularisation Bestand.
  • Rottenbuch (06): Das Kloster Rottenbuch ist ein ehemaliges Stift der Augustiner-Chorherren und jetziges Kloster der Don-Bosco-Schwestern in Rottenbuch in Bayern in der Diözese Freising. Es liegt rund zwölf Kilometer nordöstlich der Wieskirche über dem Ammertal. Das St. Peter und Paul und Mariä Geburtgeweihte Kloster wurde 1073 durch Herzog Welf I. von Bayern auf Zureden Bischof Altmanns von Passau gegründet. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Klosterkirche blieb erhalten. Die Bibliothek kam weitgehend in die Papiermühle. Wer für den Abbruch der meisten Klostergebäude verantwortlich ist, ist umstritten.
  • Bernried (07): Das St. Martin geweihte Kloster wurde 1121 durch Graf Otto von Valley und seine Gattin Adelheid gegründet. Einen Aufschwung erlebte das Stift unter Propst Mansuetus Resch (1723–41), der alle Stiftsgebäude restaurieren ließ und Wissenschaft, Kunst und Kultur förderte. 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 1972 wurde die Schule aufgegeben und das Haus in ein Bildungshaus für kirchliche Erwachsenenbildung umgewandelt.
  • Beuerberg (08): Das Kloster Beuerberg ist ein ehemaliges Kloster der Augustiner-Chorherren und Kloster der Salesianerinnen in der Ortschaft Beuerberg, einem Gemeindeteil von Eurasburg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in der Erzdiözese München und Freising. Das Kloster ist vor allem durch seine ehemalige Klosterkirche St. Peter und Paul bekannt sowie seit 2016 durch wechselnde Ausstellungen zum Klosterleben.Das St. Peter und Paul geweihte Kloster wurde 1121 durch die Brüder Otto, Eberhard und Conrad, Grafen von Iringsburg (Eurasburg), gegründet. Am 30. März dieses Jahres erhielt es die entsprechende päpstliche Bestätigungsbulle. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 539 Bücher und Handschriften kamen in die Bayerische Staatsbibliothek, 439 Bücher in die Universitätsbibliothek. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche.
  • Habach (09): Habach wurde in der Lebensbeschreibung des heiligen Ulrich um 983 erstmals erwähnt. Ein St. Ulrich geweihtes Kloster wurde durch Graf Norbert von Hohenwart im 11. Jahrhundert wohl als Chorherrenstift gegründet. Das Kloster Habach und dessen offene Hofmarkwurden 1802 säkularisiert.
  • Steingaden (10): Seit 1055 spielte das Gebiet am oberen Lech eine wichtige Rolle in der welfischen Hausmachtspolitik. Zu seinem Schutz entstanden die Burgen aus dem Schlossberg bei Peiting und die Veste bei Alt-Schongau (Altenstadt). 1073 gründete Welf IV. das Nachbarkloster Rottenbuch, das rasch zu einem bedeutenden Augustinerchorherrenstift aufstieg. Konvent und Kloster wurden 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben.
  • Ettal (11): Die Abtei liegt rund zehn Kilometer nördlich von Garmisch-Partenkirchen und südöstlich von Oberammergau. Das 1330 gegründete Benediktinerklosterist heute ein beliebter touristischer Anziehungspunkt. Zum Kloster gehören landwirtschaftliche Betriebe, mehrere Gasthöfe, ein Hotel sowie ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Darüber hinaus ein Kunstverlag, eine Destillerie sowie eine Brauerei. Das Kloster wurde von Kaiser Ludwig dem Bayern am 28. April 1330, dem Tag des heiligen Vitalis, im Graswangtal als Teil eines Gelöbnisses gegründet. Verbunden mit dem Gründungsgelübde waren auch ein Ausbau des Verkehrsweges nach Süden und die Erschließung der Gegend. Bedeutendster Andachtsgegenstand in Ettal ist von jeher ein aus Pisa mitgebrachtes Marienbild, die sogenannte Ettaler Madonna. Schon bald wurde die Madonna zum Ziel von Wallfahrten, insbesondere seit dem barocken Neubau des Klosters. Die Klosterkirche ist der heiligen Maria geweiht: St. Mariä Himmelfahrt. Mit der Säkularisation wurde die Benediktinerabtei am 21. März 1803 gegen den entschiedenen Widerstand von Abt Alphons Hafner aufgehoben. Die Gebäude und Besitzungen gingen an das Königreich Bayern über. 1809 ersteigerte Josef von Elbing die Gebäude. 1856 erwarb sie Graf Albert von Pappenheim von Elbings Enkel August Baur Edlem von Breitenfeld.
  • Andechs (12): Das Kloster Andechs ist heute Teil der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs im Bistum Augsburg. Die Benediktinermönche auf dem „Heiligen Berg Bayerns“ betreuen eine der ältesten Wallfahrten in Bayern und finanzieren mit ihren Wirtschaftsbetrieben das wissenschaftliche, kulturelle und soziale Engagement der Abtei München und Andechs. Größter Wirtschaftsbetrieb der Abtei ist die Klosterbrauerei Andechs. Sie ist heute in Deutschland die größte von nur noch wenigen authentischen Klosterbrauereien, die durch eine existierende Ordensgemeinschaft konzernunabhängig geführt wird. Gebraut und abgefüllt wird nur vor Ort in Andechs. Das Kloster entstand am Ort der Burg Andechs, dem Stammsitz der Grafen von Andechs, die in direkter Linie 1248 ausstarben. 1455 wurde hier ein Benediktinerkloster durch Herzog Albrecht III. von Bayern-München gegründet, um einen 1388 hier wieder aufgefundenen bedeutenden Reliquienschatz aufzunehmen. Die 1423 bis 1427 erbaute und ab 1751 von Johann Baptist Zimmermann im Rokokostil umgestaltete Kirche war als Wallfahrtskirche errichtet worden. Der „Heilige Berg“ Andechs ist nach Altötting der zweitgrößte Wallfahrtsort Bayerns.