Mangfalltal

Blick auf Feldkirchen-Westerham, dieser Ort liegt im Übergangsbereich vom oberen Mangfalltal in das untere Tal. Geologisch gesehen tritt der Fluss in das ehemaligen Seebecken des glazialen Rosenheimer Sees ein.

Das Mangfalltal ist ein Flusstal im bayerischen Oberland. Dieses prägt im insbesondere den dortigen Siedlung-, Kultur- und Wirtschaftsraum. Das Tal weist eine Länge von 50 km auf und beginnt ab Gmund (Tegernsee) bis nach Rosenheim, wo die Mangfall in den Inn mündet.


Geographie:

Topographisch gesehen wird das Tal in zwei Abschnitte aufgeteilt:

  1. oberes Mangfalltal: vom Mangfallknie (Valley) flussaufwärts bis zum Tegernsee. In diesem Abschnitt überquert die A8 mit der Mangfallbrücke bei Weyarn das Tal.
  2. untere Mangfalltal: von Feldkirchen-Westerham flussabwärts bis Rosenheim und zur Mündung in den Inn.

Wenn man vom Mangfalltal spricht, dann meint man meist den “unteren” Talabschnitt und die Gemeinden Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl, Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim. Dies liegt vermutlich daran, dass hier eine frühgeschichtliche Besiedlung nachweisbar ist und noch heute eine wichtiger zusammenhängender Wirtschaftsraum in Oberbayern ist.


Blick auf den Wendelstein, Feldkirchen-Westerham und dem Irschenberg.

Geologie:

Die heutige Form des Tales wurde vom Inn-Gletscher während der letzten Eiszeit geformt.

Inn-Gletscher:

Der Inn-Gletscher, auch als Inntal-Gletscher bezeichnet, war der eiszeitliche Gletscher des Alpenflusses Inn. Aus dem schweizerischen Ober- und Unterengadin(Kanton Graubünden) kommend, durchfloss er in Österreich das Land Tirol (heutiges Inntal), und strich dann ins Bayerische Alpenvorland aus. Seine größte Mächtigkeit und Ausdehnung erreichte der Inngletscher wohl in der Mindel-Kaltzeit (etwa vor 450.000 bis 400.000 Jahren) und wieder in der Riß-Kaltzeit (350.000 bis 120.000 Jahre vor heute).


Klima:

Das Klima im Mangfalltal lässt sich grundsätzlich als feuchtes Kontinentalklima des Bayerischen Oberlandes beschreiben. Nach der Köppen-Klimaklassifikation liegt die Region im Übergangsbereich vom westeuropäischen Atlantikklima zum osteuropäischen Kontinentalklima. Generell sind die Winter kalt, schneereich und streng mit wenig Sonne. Die Sommer hingegen sind warm und gewittrig mit reichlich Regen. Jedoch stellt zumindest das Untere Mangfalltal eine mikroklimatische Region dar. Speziell die Region um Rosenheim zählt zur wärmsten Region Südbayerns und Oberbayerns. Neben der Gegend um Mühldorf, Altötting und dem Inntal sind die Sommer hier deutlich heißer, als in den Hügelländer des Bayerischen Oberlandes und Oberbayerns. An manchen Sommertagen sind die Temperaturen um einige Grade wärmer, als vergleichsweise in Holzkirchen (MB-Obb) oder Bad Tölz (TÖL-WOR-Obb). Im Gebiet des Mangfalltals gibt es eine Klimastation des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Diese liegt in der Stadtregion von Rosenheim:

Die oben dargestellten Daten stammen aus dem Messzeitraum 2014-2018, daher sind die Durchschnittswerte relativ hoch im Vergleich zu den nachfolgenden Klimatabellen aus dem Messzeitraum 1982-2012. Grund für die höheren Temperaturen waren die vergangenen Jahre, die deutlich über den Langjährigen-Durchschnitt (1961-1990) waren. Die kommenden Klimatabellen stammen von der Website “climate.data.org” und stellen die Durchschnittswerte eines Zeitraums von 30 Jahren dar:

Gmund (Tegernsee)Oberes Mangfalltal:

Feldkirchen-WesterhamÜbergangsbereich vom Oberen zum Unteren Mangfalltal:

Bad Aibling Unteres Mangfalltal:

Rosenheim Unteres Mangfalltal und Mündung:


Natur:

Naturschutzgebiete: 

  • Schutz des Tegernsees und Umgebung: Gmund bis etwa 1 km nach dem Abfluss aus dem Tegernsee.
  • Schutz der Egartenlandschaft um Miesbach: von Gmund bis zur nördlichen Stadtgrenze von Miesbach.
  • Schutz der Grünflächen an der Mangfall: im Bereich Rosenheim bis zur Mündung in den Inn.

Weiter Blick auf die Chiemgauer Alpen, das Chiemgau, dein Austritt des Inns aus dem Inntal und dem unteren Mangfalltal. Im Vordergrund erkennt man den Doppelkirchturm von Weihenlinden und auf die ehemalige Pfarrkirche St. Martin von Högling.