Karpathos

Karpathos ist eine griechische Insel. Sie ist mit 300,152 km² nach Rhodos die zweitgrößte Dodekanes-Insel. Seit 2011 bildet die Insel mit der Insel Saria und weiteren Felseninselchen eine Gemeinde in der Region Südliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte Karpathos 6226 Einwohner. Hauptort ist Karpathos, früher auch Pigadia genannt. Durch den Fremdenverkehr gewinnen neben der Stadt Karpathos auch Orte wie Lefkos an der Westküste, Amopi und Arkasa im Inselsüden und Kyra Panagia an der Ostküste zunehmend an Bedeutung. Der südliche Teil der Insel ist bei Windsurfern wegen seiner guten Windstatistik und hohen Windstärke beliebt. Der Meltemi wird durch die lokale Topographie noch verstärkt und bläst im Sommer wochenlang ohne Pause Tag wie Nacht mit durchschnittlich 5–7 Bft und erreicht an manchen Tagen sogar 9 Bft. In der sogenannten Devil’s Bay findet jeweils im August eine Speed-Windsurf-Konkurrenz statt. Sehr umstritten ist momentan die in Planung befindliche Errichtung eines großen Golfplatzes zwischen Amopi und der Inselhauptstadt Karpathos. Befürworter sehen hier eine Möglichkeit für eine ganzjährige touristische Nutzung der Insel, Gegner fürchten um den Verlust der auch heute im Zeitalter des Massentourismus noch relativen Ursprünglichkeit der Insel.


Geographie:

Die größte Länge hat die Insel mit etwa 48 km in Nord-Süd Richtung, die maximale Breite erreicht fast 12 km, die schmalste Stelle weniger als 3,5 km.

Lage:

Karpathos liegt auf dem östlichen Südägäischen Inselbogen, der die Gebirgszüge der Peloponnes mit dem Taurusgebirge in der südwestlichen Türkei verbindet und gleichzeitig die Grenze der Ägäis zum Mittelmeer darstellt. Nachbarinseln sind Rhodos, 46 km nordöstlich, und Kasos, 6 km südwestlich, sowie im Norden, getrennt durch eine knapp 100 m breite und ca. 1,5 m tiefe Meerenge, das Eiland Saria.

Landschaften:

  • Ein kahler, teilweise mit Kiefern bewaldeter Bergzug durchzieht die Insel von Norden bis zur Mitte der Insel.
  • Während im Norden Höhen über 600 m erreicht werden, steigt die Kali Limni im zentralen Inselbereich auf eine Höhe von 1.215 m an, zusammen mit dem Attavyros auf Rhodos die höchste Erhebung der Dodekanesinseln.
  • Südlich davon wird es zunächst hügeliger, im äußersten Süden flach. Ein großer Teil der einst üppigen Bewaldung fiel mehreren verheerenden Waldbränden zum Opfer.

Klima:


Tierwelt (Fauna):

  • Säugetiere: Hasen, Wiesel, Steinmarder, Fledermäuse, Schafe, Ziegen, Schweine, Rinder, Esel, Maultiere, Mittelmeer-Mönchsrobbe
  • Vögel: wichtigstes Vogelgebiet Europas; halten sich zahlreiche Zugvögel auf, darunter Strandläufer, Rohrsänger, Nachtigallen, Reiher und Kraniche. Gebirge: seltene Greifvögel zu sehen, wie etwa der Adlerbussard, der Habichtsadler oder der vom Aussterben bedrohte Eleonorenfalke. Weiters gibt es Vorkommnisse von Rebhühnern.
  • Amphibien und Reptilien: Drei Amphibien- und sieben Reptilienarten: Karpathos-Wasserfrosch, Lykischen Salamander, Nattern.
  • Meerestiere:  Delfine, kleine Fische, Kalmaren, Oktopusse, Krebse und andere Schalentiere gibt es reichlich in Ufernähe. Barben und Brassen sind in den Gewässern ebenfalls reichhaltig vorhanden.
  • Insekten: Abseits der gängigen Wege befinden sich zahlreiche Bienenstöcke, weshalb einheimischer Honig ein gängiges Mitbringsel von der Insel ist. Zikaden sorgen besonders im Sommer für eine mediterrane Geräuschkulisse. Weiters gibt es eine Vielfalt an Schmetterlingen, Heuschrecken und Käfern.

Vegetation:

Im Frühjahr ist ein Großteil der Insel mit einer Vielzahl an Blumenarten überzogen (unter anderem Margeriten, Narzissen, Pfingstrosen, Krokusse, Klatschmohn, Anemonen). Wegen der Hitze und fehlender Regenfälle vertrocknen die Blumen noch vor dem Sommer sodass Ende Mai kaum noch etwas von ihrer Pracht zu sehen ist. Die Trockenzeit dagegen überdauern die Macchia, das sind verschiedenartige bis zu 3 Meter hohe immergrüne buschartige Hartlaubgewächse bzw. verkrüppelte Bäume, und vor allem die Phrygana, ein kleinwüchsiges Dornengestrüpp, das weite Teile der Insel überzieht. Dazu gehören neben verschiedenen Zistrosenarten, Wolfsmilchgewächsen, Wacholder und Ginster auch Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin und Oregano. Der entsprechend aromatische Duft ist für den Sommer auf Karpathos typisch. In den ausgetrockneten Bachbetten stößt man an einigen Stellen auf Oleander. Der an seinen lanzenförmigen Blättern erkennbare Strauch, der im Juni und oft auch noch im Juli rosa blüht, wächst fast ausschließlich an solchen Plätzen.