Ustjurt-Plateau

Das westliche Ustjurt-Plateau wird durch ein staatliches Naturreservat geschützt. 1984 wurde das 2200 km² große Schutzgebiet ausgewiesen und umfasst des westlichen Rand des Ustjurt-Plateaus. Das Plateau selbst reicht bis nach Turkmenistan und Usbekistan hinein. Mit einer Gesamtfläche von 200.000 km² erstreckt es sich vom sogenannten Westlichen Tschnik zwischen dem Golf Mangyschlak und der Wüste Karynzharyk bis zum Östlichen Tschink am Westufer des Aralsees. Die geographische Gegebenheiten lassen einen Straßenbau nicht zu, daher fehlt eine Infrastruktur, somit ist das Plateau nur durch Hubschrauber, zu Fuß oder über hunderten von Kilometer per Jeep zu erreichen.


Geologische und Landschaftliche Formationen:

  • Kalkklippen: von Ustjurt, Tschinks genannt, sind von beeindruckender Schönheit. Riesige Felsstufen, die im Osten am Aralsees grenzen. Die Felsen sind bis zu 219 m hoch und im Westen erreichen sie eine Höhe von 341 m. Die Felslandschaft erstreckt sich von Nord nach Süd über hunderten von Kilometern. Am beeindruckendsten ist die Weststufe mit ihren Spalten, Schluchten und Brüchen, sowie bizarren Erosionsformen , die zu einer sehr abwechslungsreichen Landschaft geformt wurde.
  • Karsthöhlen: teils rech große Karsthölen findet man in den zentralen, östlichen und südlichen Gebieten des Plateaus vor. Diese Höhlen waren Unterschlupf für Mensch und Tier seit Jahrtausenden.
  • Schwemmebenen: im Frühjahr stehen weite Teil der Ebenen am Fuße des Tschinks unter Wasser, der Kontrast zu den kahlen, teils farbigen Bergen ähnelt einer Mondlandschaft.
  • Zu den markantesten Punkten des Plateaus zählen der Tuzbair, südlich der Straße von Aktau nach Beineu, der Berg Bokty (40 km östlich von Senek) und das Kalkmassiv Bozzhira.
  • Uschbatyr: diese Felsformation ist sehr schwer zu erreichen und heißt übersetzt, die “Drei Recken”. Das Massiv liegt 40 km nördlich der kasachischen-turkmenischen Grenze.

Klima:

Das Klima auf dem Plateau ist extrem und streng. Berüchtigt ist der Dzhut, dieser lässt tausende Huftiere verhungern. Auch bei Nomaden ist dieses Wetterphänomen gefürchtet. Dieses tritt auf, wenn es nach einem Winterregen wieder zu einem heftigen Temperatursturz kommt und die Wüste vereisen lässt. Die Tiere kommen nicht mehr an die Nahrung und sterben.


Vegetation (Flora):

Das Plateau selbst ist eine flache, wasserlose Hochebene von Sand und Gipskristallen bedeckt. Hier wächst eine Art des schwarzen Saksaul, die keine Sträucher, sondern richtige Bäume bildet.


Tierwelt (Fauna):

Säugetiere:

Im Naturschutzgebiet gibt es eine relativ große Population an Ustjurt-Mufflons. Auch einige Exemplare der luchsartigen Wüstenkatze namens Karakal, sowie das indische Stachelschwein, die Saiga-Antilopen und etwa 20.000 Dzherjane (Gazellen). Auch viele Nager sind hier heimisch. Nachts trifft man auf den langohrigen Wüstenigel.

Reptilien und Vögel:

Auf dem Plateau leben viele Reptilienarten. An großen Vögeln gibt es neben der Hubara-Trappe, vor allem Greifvögel, wie der selten Turkmenen-Uhu, der Sakerfalke und der Mönchsgeier.