Rhodopen

Die Rhodopen sind ein bewaldetes Rumpfgebirge. Bulgarien hat 83% Anteil am Gebirge, während Griechenland nur 17% Anteil am Gebirge hat. Die Rhodopen sind ein komplexes System aus Bergketten und tiefen Flusstälern. Der Goljam Perelik ist mit 2191 m der höchste Gipfel des Gebirges. Weitere Gipfel sind Goljama Sjutkja (2186 m), Goljam Persenik (2091 m), Batashki Snezhnik (2082 m), Malka Sjutkja (2079 m) und Prespa (2000 m). Die Rhodopen sind Teil des Alpidischen Gebirgssystems. Zu den größten Städte im Gebirgsgebiet zählen Welingrad, Smoljan, Peschtera, Kardschali und Batak. Die westlichen Rhodopen sind die Heimat der Pomaken, in den östlichen Rhodopen leben Angehörige der türkischen Minderheit. Im Gebirge befinden sich 15 Schutzgebiete vor, einige stehen auf der Liste der UNESCO. Die Bergketten sind bekannt für die riesigen Kiefernwäldern, diese zählen zu den größten und ursprünglichsten Wäldern der Balkanhalbinsel.


Geographie:

Geomorphologisch gesehen gehören die Rhodopen zum Massiv der Rilo-Rhodopen an und stellt die älteste Landmasse der Balkanhalbinsel dar. Die Rhodopen bedecken eine Fläche von 14.735 km². Die Rhodopen sind 240 km lang und 100 bis 120 km breit. Die durchschnittliche Höhe beträgt 785 m.

Begrenzungen:

Im Nordwesten schliesst sich das deutlich höhere Rila-Gebirge, während im Südwesten sich das höhere Pirin-Gebirges anschliesst. Im Osten liegt das Strandschagebirge. Im Norden wird das Gebirge von der Oberen Thrakischen Ebene begrenzt. Im Westen begrenzen die Täler der Flüsse Yumdola und Mesta das Gebirge. Im Süden schließt die Küstenebene des griechischen Thrakiens an.

Landschaften:

Der Karst prägt die Gegend mit zahlreichen Höhlen und tiefen Schluchten und bizarren Felsformationen, wie die Trigrad-Schlucht. Zu den bekanntesten Höhlen zählen der Teuffelsschlund, Uhloviza und Jagodinska. Die bekannteste Felsformation sind die “Wunderbaren Brücken”.


Einteilung der Rhodopen:

Westlichen Rhodopen:

Die westlichen Rhodopen sind der größere (66% der Fläche der Rhodopen in Bulgarien), höhere und am meisten infrastrukturell erschlossene, sowie am meisten besuchte Teil des Gebirges. Die höchsten und bekanntesten Gipfel befinden sich in diesem Teil der Rhodopen (mehr als 10 Gipfel sind über 2.000 Meter hoch), darunter der höchste, der Golyam Perelik (2.191 Meter). Unter den anderen beliebten Gipfeln gehören der Shirokolashki Snezhnik (2.188 Meter), Golyam Persenk (2.091 Meter), Batashki Snezhnik (2.082 Meter), und Turla (1.800 Meter). Einige der tiefsten Flussschluchten der Rhodopen befinden sich im Westen sowie die berühmte Felsformation der “Wunderbaren Brücken”. Zu den bedeutenden Gewässern zählen die Chaira-Seen und die Staudämme Dospat, Batak, Shiroka Polyana, Golyam Beglik und Tsigov Chark. Die Stadt Batak befindet sich ebenfalls in diesem Teil des Gebirges, aber auch die beliebten Touristenzentren Smolyan, Velingrad, Devin, Chepelare, der Wintersportort Pamporovo, das östliche orthodoxe Bachkovo-Kloster, die Ruinen der Festung Asen und die Festung Teufelskehle, Yagodinska und die Uhlovitsa-Höhlen. Das höchste Dorf in Bulgarien, Manastir (über 1.500 Meter), liegt am nördlichen Fuß des Prespa. In der Umgebung befinden sich auch einige architektonische Reservate wie Shiroka Laka, Kovachevitsa, Momchilovtsi, Kosovo.

Östlichen Rhodopen:

Die östlichen Rhodopen erstrecken sich über ein Territorium von etwa 34% der Gebirgsfläche in Bulgarien und bilden einen viel niedrigeren Teil. In diesem Teil der Berge befinden sich die großen künstlichen Dämme Kardzhali und Studen Kladenets. Die Region ist reich an Thermalquellen. Die Gewässer um Dzhebel sind national bekannt für die Heilung verschiedener Krankheiten. Belite Brezi ist ein wichtiges Heilzentrum für Atemwegserkrankungen und andere Beschwerden. Die wichtigsten Städte in der Umgebung sind Haskovo und Kardzhali sowie die kleineren Momchilgrad, Krumovgrad, Zlatograd und Kirkovo. Die östlichen Rhodopen sind deutlich niedriger und auch stärker bevölkert als der westliche Teil. Nahezu alle Arten der europäischen Raubvögel nisten in den Felsen und Wäldern der östlichen Rhodopen, darunter der seltene Rabengeier und der Schmutzgeier.

Südlichen (Griechischen) Rhodopen:

Die südlichen Rhodopen sind der Teil der Bergkette, der sich in Griechenland befindet. Dieses Gebiet umfasst den Nationalpark Rodopi. Die südlichen Rhodopen zeichnen sich durch zahlreiche Gipfel mit relativ geringer Höhe aus. Ihr höchster Gipfel ist Delimposka (1,953) des Berg Frakto, nahe der griechisch-bulgarischen Grenze. Heutzutage sind die südlichen Rhodopen fast verlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem griechischen Bürgerkrieg entvölkerten die meisten Dörfer dauerhaft und ihre Einwohner kehrten nie zurück. Sogar die Sarakatsani-Viehzüchter haben das schwierige Leben der Rhodopen aufgegeben. Die Entvölkerung der Region, die seit mehr als 50 Jahren nicht bewirtschaftet wurde, kombiniert mit hohen Regenfällen und ihrer geografischen Lage hat zur Schaffung und Erhaltung eines biologischen Paradieses. Dort wachsen Nadelbäume wie die Norwegische Fichte und die Silberbirke, die anderswo in Griechenland nicht zu finden sind. Im Wald von Frakto gibt es 300 Jahre alte Bäume, mehr als 50 Meter hoch, und die vom Aussterben bedrohte Wildziege. Im östlichen Teil der Region gibt es das bekannte Naturschutzgebiet der Wälder von Dadia, ein idealer Lebensraum für Raubvögel, mit 36 ​​der 38 Raubvogelarten Europas, wie dem seltenen östlichen Kaiseradler und Schreiadler.


Klima:

Die Rhodopen liegen im südöstlichen Teil der Balkanhalbinsel und haben einen großen Einfluss auf das Klima der südlichen Halbinsel. Das Gebirge wird von den kalten Luftströmungen aus dem Norden beeinflusst und zugleich aus südlicher Richtung von den mediterranen Luftströmungen. Die jährliche Durchschnittstemperatur in den östlichen Rhodopen liegt bei +13°C. Der meiste Niederschlag fällt im Winter. In den westlichen Rhodopen liegt die Durchschnittstemperatur zwischen +5°C und +9°C. Dort ist der Niederschlag im Sommer am höchsten. Die Temperaturen könne auf unter -15°C sinken und sind gewöhnlich.


Natur:

Vegetation:

Im östlichen Gebirge sind Buchen- und Eichenwäldern vorherrschend, während der westliche Teil von Nadelwäldern überzogen ist.