Ludogorie

Die Ludogorie ist ein Gebiet zwischen Šumen, der Donau, Ruse und Dobrič. Der Landstrich ist dünn besiedelt und ländlichst geprägt. Die Kultur ist größtenteils türkisch und tatarisch geprägt und hat dort ihren Ursprung. Heute besteht die Bevölkerung aus Bulgaren, Türken und Roma. Von Ruse führt eine Landstraße in Richtung Osten nach Kubrat und Isperich. Die Landschaft der Ludogorie besteht meist aus fruchtbaren Weideland und grünem Hügellandschaften.


Geographie:

Die historische Landschaft liegt in Nordostbulgarien und liegt in eine gleichnamige Ebene. Die Ebene weist eine Fläche von 2638 km² und liegt in der Donautiefebene. Politisch gesehen gehört die Ludogorie der Oblast Rasgrad an und umfasst die Städte Nowi Pasar, Pilska, Isperich und Rasgrad.

Flüsse:

Da die Ludogorie-Ebene wasserarm ist, stellen die einzigen Wasserressourcen in der Ebene die Flüsse dar. Der einzige und bedeutendste Fluss, der durch die Ludogorie-Ebene fliesst, ist der Beli Lom (Rusenski Lom). Der Fluss ist der letzte große rechte Zufluss der Donau. Er entspringt den beiden Quellflüssen Beli Lom und Cherni Lom.

Landschaft:

Die Ebene ist im Osten weitgehend hügelig und erreicht Nahe des Ortes Samuil eine Höhe von 485 m ü. NN. Im Norden geht die Ebene in die Dobrudscha und Donautiefebene über. Hier liegt auch der niedrigste Punkt nahe bei Iper auf einer Höhe von 39 m. Die Ludogorie-Ebene ist Teil der bulgarischen Donautiefebene.

Historische Landschaft:

Bis zum 18. Jahrhundert war die Region sehr dicht bewaldet und ging nahtlos mit den Wäldern des Balkans über. Heute sind die meisten Wälder verschwunden und nur kleine Überbleibsel sind als “Wasserreservat” erhalten geblieben und erinnert an den ehemaligen Zustand. Die Region ist wasserarm.


Geologie:

Die Ebene besteht weitgehend aus Karstgestein der Unteren Kreidezeit und ist überdeckt von Lössablagerungen. Zu den wichtigsten Ressourcen der Region zählen Kaolinit, Schamotte und Glimmer. Da die Ebene ein Karstgebiet ist findet man hier vereinzelt unterirdische Flüsse vor, dazu gehören die beiden Flüsse Krapinets und Kulak.


Klima:

Das Klima in der Ludogorie-Ebene ist ein gemäßigtes Kontinentalklima mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von 650 mm. Die Winter sind kalt und weisen mäßigen Schneefall auf. Die Sommer sind mitunter sehr heiß und es kann zu heftigen Unwettern kommen. Trotz der Gewitter und der relativ hohen Regenmenge im Sommer kommt es zu längeren Dürreperioden.


Thrakergrab von Sweschtari:

In der Antike war die Ludogorie von thrakischen Stämmen der Geten bewohnt. Berühmt ist das Tharkische Grab von Sveshtari. Diese Grabstätte ist reich verziert und stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Die UNESCO ernannte dieses Grab zum Weltkulturerbe. Das Grab steht frei auf einer Hügelspitze, nur wenige Kilometer entfernt von der antiken Stadt Helis. Der Eingang ist nach Osten gerichtet. Das Grab ist aus massiven, behauenen Steinquadern zusammengefügt. Vereinzelt wurden eiserne Bauklammern eingesetzt. Jede der 3 Kammern hat ein eigenes Tonnengewölbe. Es gibt eine Grabkammer, Opfergabenkammer und Vorkammer. Die Hauptkammer enthält 2 Liegen, gerade gegenüber dem Eingang eine für den König und eine kleinere seitlich rechts für die Königin. Direkt vor der Liege des Königs stand mitten im Raum ein 2x2m großen steinerner Portikus, der mit Steinplatten verschlossen war. Es wird angenommen, dass dies eine symbolische Trennung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits darstellen soll. Der Fries ist mit Tierköpfen und Blumen abwechselnd dekoriert. In der Vorkammer und der Opferkammer wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden, darunter auch mehrere Pferde. Die Vorkammer war nach außen zu zugemauert. Links und rechts war der Zugang von einer kleinen Mauer flankiert.