Naturschutzgebiete Untere Mulde

Das NSG weist eine Fläche von 1191 ha auf und schützt den Teil der Mulde um Dessau-Roßlau im Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Schützenswerte ist die Auenlandschaft der Mulde und deren Nebengewässern. Das NSG dient zur Sicherung des einzigartigen Lebensraums für zahlreiche, zum Teil stark bedrohte Tier- und Pflanzenarten.


Lage und Landschaft:

Lage:

Das NSG liegt zwischen 57 und 76 m über den NN. Es ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbe und Biosphärenreservat, sowie Landschaftsschutzgebiet der Mittleren Elbe. Das NSG Untere Mulde schützt 25 km des unteren Flusslaufes der Mulde bis zur Mündung in die Elbe, sowie die angrenzenden Auenbereiche ein. Zum Schutzgebiet zählt nicht der Durchfluss durch die Städte Jeßnitz, Raguhn und Dessau.

Landschaft:

Der Boden des Landstriches besteht aus weichselkalteiszeitliche Kiese und Sande der Niederterassen. Diese Terrassen aus der Zeit des Holozän werden von Auenlehm überlagert. Die Altwasserarme und Verlandungszonen treten vor allem südwestlich von Kleutsch auf. Die Gebiete zwischen den Deichen unterliegt die Mulde noch weitgehend ihrer natürlichen Dynamik. Hier kommt es zu aktiven Mäanderbildungen und Uferabbrüchen.


Flora und Vegetation:

Die Negation im NSG ist sehr vielfältig. Zudem weist das Schutzgebiet viele Pflanzenarten auf. Die Vegetationszonen reichen von weiten Auenwäldern, über Wiesenlandschaften, Wasserpflanzengesellschaften, sowie Röhrichte und Riede.

Auwälder:

Die Auwälder am Flusslauf der Mulde bestehen meist aus Weichholzbaumarten und Weidengebüsche. Dieser Auwald wird von den Hartholzauenwälder abgelöst, dieser Waldtyp benötigt Grundwassernähe und periodische Überflutungen. Als floristische Besonderheit zählen der Winter-Schachtelhalm und die Violette Sitter.

Wiesen:

Die Wiesenlandschaften reichen von wechselfeuchten Rasenschmielenwiesen, über Fuchsschwanzwiesen und Vielblütenhahnenfuß-Wiesen. Rotschwingel-Wiesen gedeihen auf sandigen Standroten, Dünen und stellenweisen auf Deichen. Grünland wechselt sich mit Streuobstwiesen und Ackerflächen ab.

Wasserpflanzen:

Die offenen Wasserflächen des NSG werden von folgenden Pflanzenarten besiedelt: Wasserlinsen, Schwimmfarne, Krebsscheren, Wasserfedern, Hornblätter, Wasserpestpflanzen und Seerosen. Die Uferzonen sind mit Röhrichten und Rieden bewachsen.


Fauna:

Amphibien und Reptilien:

Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Knoblauch- und Wechselkröte, der Laub- und Moorfrosch, sowie die Glattnatter.

Fische:

Die Mulde ist sehr fischreich. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Döbel, Hechte und Flussbarsche. In der Jonitzer Mulde wurden 16 Fischarten registriert, darunter der Wels, Rapfen und Steinbeißer. In den Altwässern ist die Pelze mit 21 Arten, die artenreichste Fischart.

Säugetiere:

Das Flussgebiet der Mittleren Elbe und der Unteren Mulde sind Lebensräume für den Elbbiber.

Vögel:

Zu dem ist das NSG ein wichtiges Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiet vieler Vogelarten: Flußuferläufer, Flußregenpfeifer, Wespenbussard, Baumfalke, Rot- und Schwarzmilan, Mittel- und Grauspecht, sowie der Eisvogel. An unverbaute Steilufer leben Uferschwalben. Das NSG dient als Überwinterungszone von hunderten Gänsesäger und Schellenenten.