Luppeaue bei Horburg und Zweimen

Das NSG (=Naturschutzgebiet) Luppeaue bei Horburg und Zweiem schützt eine Aulandschaft von 379 Hektar Größe. Das NSG liegt im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) nahe den Orten Horburg und Zweiem, zwischen Merseburg und der Grenze zu Sachsen. Die Aufgabe des Schutzgebiets ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung des naturnahen Abschnitts der Elster-Luppe-Aue. Die Landschaft besteht aus Hartholzauenwäldern, sowie feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern. Der Schutz dient auch den mäandrierenden Flusssystem der Luppe.


Natur und Landschaft:

Nach der Flutung des ehemaligen Tagebaugebiets hat sich der Stand und Grundwasserspiegel des Flusses wieder normalisiert. Nördlich, südlich und westlich des Hartholzauenwaldes befinden sich Feuchtwiesen. Dort kommen zahlreiche selten und bedrohte Pflanzenarten vor.


Vegetation und Flora:

Auwälder:

Von großer Bedeutung sind die relativ großen Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwälder. Auch ein kleiner Restbestand von Feldulmen konnte sich dort erhalten. Die Stieleichen weisen teils ein sehr hohes Alter auf. In diesem Auenwald findet man einiger der ältesten und mächtigsten Bäume der gesamten Elster-Luppe-Aue vor. Bemerkenswert ist auch das Massenvorkommen an Bärlauch.

Trockenbereich der Wälder:

Um Horburg und Dölkau findet man trockenere Bereiche der Auwälder. Diese gehören zu den Eichen-Hainbuchen-Wälder des NSG. Diese Stellen Rückzugsort für zahlreiche auentypische Tier- und Pflanzenarten dar.

Weichholzauen:

An den Gewässern und Flussläufen findet man vor allen den Weichholzauentyp vor. Hier ist vor allem der naturnahe und frei mäandrierende Flusslauf der Luppe von besonderer Bedeutung. Allerdings wird der Durchfluss beschränkt, da das von Flusswasser der Zuflüsse am Sperrbauwerk in Kleinliebenau (Sachsen) zur Weißen Elster umgleitet wird.

Weiter Vegetationszonen:

Neben den Waldlandschaften findet man auch hier feuchte Hochstaudenflure vor. Auch magere, artenreiche und mit Kopfbaumgruppen durchsetzte Flachlandmähwiesen, sowie die Uferkomplexe der stehenden und fliessenden Gewässer sind weitere Vegetationstypen. Zu dem befinden sich im NSG einige Reste der ursprünglich weit verbreiteten Glatthafer- und Fuchsschwanzwiesen, Brenndolden-Rasenschmielen-Wiesen, Kohldistel- und Silau-Wiesen. Diese Wiesenformen beherbergen eine Vielfalt an seltenen Pflanzenarten.


Fauna:

Amphibien:

In den Gewässern leben der Kammmolch, Knoblauch- und Wechselkröte, Moor- und Grasfrosch. Überregional bedeutend ist die Population des Laubfrosches.

Säugetiere:

Hier kommen einige baumhöhlenbewohnende Fledermausarten vor. Auch Hermeline, Mauswiesel und Feldhasen leben in den Auenkomplex. Zu den stark bedrohten Arten zählen die Kleinäugige Wühlmaus, sowie die Feld- und Zwergspitzmaus.

Vogelarten:

Das NSG dient vor allem als Reproduktionsgebiet zahlreicher Brutvogelarten, wie u. a.  Schwarz- und Rotmilan, Wespenbussard, Rohrweihe, Tüpfelsumpfhuhn, Eisvogel, Schwarzspecht und Neuntöter. Eine Besonderheit stellt das Vorkommen des Mittelspechts dar, der auf absterbende Alteichen angewiesen ist.

Wirbellose:

Hinzu kommt eine artenreiche Molluskenfauna an den Stand- und Fließgewässern. Neben Riementeller-, Ohrschlamm- und Spitzer Sumpfdeckelschnecke treten beide Teichmuschelarten auf.