Elsteraue bei Ermlitz

Das 152 ha große NSG (=Naturschutzgebiet) liegt im Saalekreis, Sachsen-Anhalt. Der Ort Schkeuditz liegt ca. 6 km nordöstlich von den Elsterauen. Die Aufgabe des NSG ist die Erhaltung und Sicherung des biologisch wertvollen Abschnittes der Aue der Weißen Elster. Die verbliebenen Altwässer, Auenwälder und die außerhalb gelegenen Grünland sind Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Das Naturschutzgebiet ist zugleich ein Genreservoir für die Besiedlung umliegender Habitate in der Saale-Elster-Luppe-Aue, sowie als potentielle Retentionsfläche der Weißen Elster.


Natur und Landschaft:

Das Naturschutzgebiet schützt einen Ausschnitt des Auenbereichs der Weißen Elster in ihrem ehemaligen Flussbett und Flusslauf. Die heutige Elster bewässert bei Hochwasser die Altarme.


Vegetation und Flora:

Auenwälder:

Vor allem bedeutungsvoll sind die Reste eines typischen Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwaldes mit Übergang zum Eichen-Hainbuchen-Waldes. Aufgrund der periodischen Überschwemmung ist der Totholzanteil sehr hoch. An manchen Stellen findet man Weichholzauengebüsche vor. Die Weichholzaue besteht vorwiegend aus Weidengebüsche und -bäume.

Strauchschicht:

Die Strauchschicht wird von kleinen Stieleichen, Eschen und Feld-Ulmen, sowie vom Schwarzem Holundern, Blutroten Hartriegeln und Europäischen Pfaffenhütchen gebildet.

Krautschicht:

Im Frühjahr sind die bestimmenden Pflanzenarten die Busch-Windröschen und die Gelben Windröschen, sowie Scharbockskräuter, Waldgoldsterne, Hohle Lerchensporne, Aronstäbe und Märzenbecher.

Altwasserbereiche der Elster:

In den Altwasserbereichen des Flusses haben sich umfangreiche und große Wasserlinsenbestände angesiedelt. Zu den bekanntesten und dominantesten Vertreter der Uferpflanzen zählen Rohrglanzgras, Ufer-Wolfstrapp und die Wasserschwertlilie.

Grünland:

Neben den Auwäldern kommen noch weitere Vegetationstypen hinzu. Der Bereich an der ehemaligen Hochspannungstrasse wird teils von Wechselfeuchtgrünland und dem artenarmen Grünland eingenommen.


Fauna:

Amphibien:

Die kleinen Weihern und Tümpeln der Altwässer stellen wertvolle Laichbiotope dar. Zu den dort laichenden Arten zählen Erdkröten, Laub- und Moorfrösche, sowie Kammolche.

Reptilien:

Reptilien kommen meist in den sonnigeren Bereichen vor. Zu den drei Reptilienarten zählen die Zauneidechse, Waldeidechse und Ringelnatter.

Säugetiere:

Auch die Säugetiere weisen im NSG bedrohte Arten auf. Dazu gehört der Mauswiesel, Wiesel, Iltis, Steinmarder, der Dachs, Baumarder und der Feldhase.

Vögel:

In den restlichen Beständen der Auwälder brüten Rot- und Schwarzmilane, sowie Habichte. Weitere im Gebiet vorkommende bedrohte Vogelarten sind die Knäkente, der Eisvogel, der Waldwasserläufer, der Mittelspecht und in Zugzeiten auch die Waldschnepfe.

Wirbellose:

Die typischen Tothholzbewohner sind vor allem Insekten, wie die Bockköfer und Schröter. An den Waldränder und Eschen-Jungwuchs gebundene Vorkommen des Eschen-Scheckenfalters ist besonders, da diese Falterart vom Aussterben bedroht ist.