Auwald bei Plötzkau

Das NSG (=Naturschutzgebiet) Auwald bei Plötzkau ist ein 131 ha große Schutzgebiet zwischen der Stadt Bernburg und des Ortes Plötzkau. Das Naturschutzgebiet liegt im Salzlandkreis und zugleich im Naturpark des Unteren Saaletals. Die Stadt Bernburg liegt 5 km nördlich des Schutzgebietes.


Natur und Landschaft:

Das Schutzgebiet dient zur Erhaltung des typischen und vergleichsweise großen, in der Saaleniederung gelegenen Eschen-Ulmen Auwaldes. Dieser Auwald wird von Saalealtwässern und feuchten Senken durchzogen und gegliedert. Die Auwälder und deren Marschlandschaften sind Brutplätze für Greifvögel und Graureiher. Neben den Auwäldern zählen auch Weidenheger, Kleien Aufweisen, Verlandungsgebiete ehemaliger Flusschlingen, Gräben und kleine Ackerflächen zum Naturschutzgebiet. Jedoch liegt der überwiegende Teil des Schutzgebietes im Überflutungsbereich der Saale.


Flora:

Auenwald: Baum- und Strauchschicht:

Die dominante Vegetationsform im NSG ist der Ulmen-Eschen-Auenwald (Querco-Ulmetum minoris). Dieser ist gekennzeichnet durch einige dominante Arten, wie die Stiel-Eiche. Feld-Ulmen treten bedingt auf, da diese durch das Ulmensterben in Mitleidenschaft gezogen wurden. Heute findet man Ulmenarten nur noch in den Strauchschichten vor. Die Strauchschicht ist artenreich. Die verschiedenen Auenwaldtypen sind von der Grundwassernähe abhängig.

Auenwald: Krautschicht:

Die Krautschicht zeichnet sich durch den Wechsel des Jahresverlaufs ab. Im Frühjahr blühen der Hohle Lerchensporn, Scharbockskraut, Wald-Goldstern und Gelbes Windröschen. Die dominante Pflanzen im Sommer sind stickstoffliebende Hochstauden und Gräser.

Erweiterungsflächen:

Die Erweiterungsflächen sind forstlich stärker beeinflusst und wurden mit Pappel aufgeforstet.

Flussaltarme und Wassersenken:

Die Feuchtländer sind durch einen typischen eutrophen Verlandungskomplex mit einer Schwimmblattzone und verschiedenen Röhrichten bewachsen.


Fauna:

Im Schutzgebiet ist eine sehr hohe Brutdichte von Rot- und Schwarzmilane zu verzeichnen. Seit den 1960er-Jahren sind hier auch Graureiher heimisch und brüten mit bis zu 140 Brutpaaren in den Auwäldern. Weiter Brutvögel im Auwald sind Hauben- und Zwergtaucher, Tafelenten, Habichte, Mäuse- und Wesepenbussarde, Hohltauben, Eisvögel und Mittelspechte. Für Graureiher und vielen Greifvögeln stellt das benachbarte Offenland eine wichtige Nahrungsquelle dar.