Steckby-Lödderitzer Forst

Der Steckby-Lödderitzer Forst liegt auf dem Gebiet von Aken (Elbe) und Zerbst (Anhalt) im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, sowie dem Salzlandkreis mit der Stadt Barby. Der Wald ist ein Naturschutzgebiet und umfasst eine Fläche von 3820 ha. Der Forst ist der größte Bestandteil des Vogelschutzgebietes “Mittlere Elbe einschließlich Steckby-Lödderitz”. Umgeben wird das Schutzgebiet von den Landschaftsschutzgebieten “Mittlere Elbe” und “Mittlere Elbe-Steckby”.


Natur- und Landschaftsräume:

Landschaftliche Lage:

Das Schutzgebiet liegt nordwestlich des Ortes Aken (Elbe) im UNESCO-Weltnaturerbe und Biosphärenreservat Mittelelbe. Der Forst erstreckt sich von der Stromtalaue der Elbe bis unterlag der Mündung der Saale in die Elbe. Der Wald schliesst die angrenzenden Talsandterassen mit ein.

Lödderitzer Forst – Hartholzaue am linken Elbufer:

Linksseitig der Elbe befindet sich zwischen Aken und Breitenhagen der Lödderitzer Forst. Dieser Hartholzauwald mit Altarmen und Stilgewässern war bis zur Deichrückverlegung zum Großteil von der natürlichen Flussdynamik abgeschnitten.

Saalemündung:

Im nördlichen Teil des Naturschutzgebietes zwischen Baby und Breitenhagen befindet sich die Saalemündung in die Elbe mit zahlreichen Seitenarmen und Altarmen.

Sand- und Graslandschaft rechtsseitig der Elbe:

Rechtsseitig der Elbe befinden sich im Anschluss an die Elbniederung verbreitet Dünen. Viele der Sandauftürmungen sind bewaldet. Neben den Sandlandschaften findet man auch Sandtrockenrasen und Magerrasenflächen vor.

Weitere Wiesengesellschaften:

Als weitere Wiesengesellschaften sind Fuchsschwanzwiesen, Quecken-Flutrasen, wechselfeuchte Brenndolden-Silgen-Wiesen und wechseltrockene Mädesüß-Hahnenfuß-Wiesen im Naturschutzgebiet zu finden.


Flora und Fauna:

Flora:

Die verschiedenen Biotoptypen im Naturschutzgebiet bieten zahlreichen gefährdeten Pflanzenarten einen Lebensraum, darunter Sibirische Schwertlilie, Kleines Mädesüß, Vielblütiger Hahnenfuß, Echter Haarstrang, Nordisches Labkraut, Färberscharte, Gewöhnliche Wiesensilge, Kümmelblättrige Silge, Sumpfplatterbse und Weidenblättriger Alant. In den Stillgewässern der Altarme und Flutrinnen siedeln verschiedene Laichkraut-, Nixenkraut-, Hornblatt- und Tausendblatt-Teichrosengesellschaften. Weiterhin sind z. B. Vielwurzelige Teichlinse, Gemeiner Schwimmfarn, Krebsschere und Gewöhnlicher Wasserschlauch zu finden.

Fauna:

Das Naturschutzgebiet verfügt über eine artenreiche Fauna. So wurden über 100 Brutvogelarten nachgewiesen, darunter seltene Arten wie Schwarzstorch und Kranich, die die Auwälder als Lebensraum nutzen, sowie Rohrdommel, die in den Röhrichten einen geeigneten Lebensraum findet. Weiterhin ist das Naturschutzgebiet ein bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für ziehende Vogelarten. Früher gab es im Bereich des Steckby-Lödderitzer Forstes auch Vorkommen des Schreiadlers, der seit 1965 in den Gebieten entlang der Elbe als Brutvogel nachgewiesen wurde. Spätestens seit 2012 ist das Vorkommen jedoch erloschen.

Fische, Reptilien und Amphibien:

Die Wasserflächen sind Lebensraum für Schlammpeitzger, Bitterling, Groppe und andere Fischarten. Auch der Elbebiber ist im Naturschutzgebiet heimisch. Die Gräben und Teiche der Hochfläche bieten der Sumpfschildkröte Lebensraum. Auch verschiedene Amphibien, darunter Kamm- und Teichmolch, Rotbauchunke, Laub- und Seefrosch leben hier.

Insekten:

Schließlich ist das Naturschutzgebiet Lebensraum einer artenreichen Insektenfauna. Im Naturschutzgebiet wurden rund 150 Tagfalterarten nachgewiesen. Weiterhin sind Bockkäfer-, darunter der Große Eichenbock, und Laufkäferarten hier ebenso heimisch wie der Hirschkäfer. Außerdem sind zahlreiche Libellen, darunter Asiatische Keiljungfer, Südliche Mosaikjungfer, Grüne Flussjungfer und Große Moosjungfer sowie Heuschrecken, darunter Gestreifte Zartschrecke zu finden.