Wapusk-Nationalpark

Der Nationalpark (engl. Wapusk National Park of Canada; franz. Parc national du Canada Wapusk) liegt etwa 50 km östlich der Stadt Churchill (Manitoba) im Hudson-James-Tiefland (engl. Hudson James Lowlands). Der Nationalpark erstreckt sich an der Küste des Hudson Bay vom Cape Churchill nach Süden bis zur Mündung des Nelson River. Heute ist er der neuntgrößte kanadische Nationalpark und wurde 1996 ausgewiesen. Der Park weist eine Fläche von 11.475 km². Somit ist er gleichzeitig der größere der beiden Nationalparks Manitobas. Das Wort “Wapusk” kommt von den Cree und bedeutet “Weißer Bär”. Der Name verweist darauf, dass sich innerhalb der Parkgrenzen eines der bedeutendsten Eisbären-Geburtshöhlengebiete der Welt befindet.


Geographie und Geologie:

Landschaft:

Im Park findet man 4 Biome, vom Küstengebiet mit Gezeiteniederungen bis zur Taiga mit Fichten-, Lärchen und Weidenbewuchs, dazwischen liegen ausgedehnte Tundren, Marschgebiete und Grasflächen, sowie gelegentlicher Baumbewuchs.

  • Küstengebiet mit salzigen Marschen, Dünen, Stränden und die sich bis zu 10 km in das Landesinnere erstreckende Gezeitenzone.
  • Tundrazone mit vorzeitlichen Strandverformungen, Seggen bewachsenen Grünflächen, Moorland und Tundrasümpfen.
  • Taigagebiet mit verkrümeltem nördlichen Forst aus Fichten, Lärchen und Weiden.
  • Wasser: Seen, Moore, Sümpfe, Ströme, Flüsse
  • kontinuierlicher Permafrost

Mehr als die Hälfte des Parks besteht aus Torfmooren. Die Schicht ist bis zu 4 m dick und bietet ideale Bedienungen für das Graben von Wurfhöhlen.

Geologie:

Der Nationalpark liegt in einer flachen Kalkstein-Ebene der Hudson James Lowlands. Die Ebene ist geologisch gesehen recht jung. Vor 4000 Jahren lag der Großteil des Gebietes unter dem Tyrell-Meeres, nur kleine Inseln ragten über den Meeresspiegel. Aufgrund der Anhebungen, aufgrund des Wegschmelzens des Eiszeitgletschers, stieg der Böden auf einer Seehöhe von über 30 m. Noch heute lasse sich die Veränderungen durch stufenförmige Rinnen erkennen, die bis zu 100 km parallel zu den Stränden der Hudson Bay verlaufen.


Klima:

Die Hudson Bay erzeugt ein Mikroklima, da die großen Mengen an eisigen Meerwasser des Arktischen Ozean einen kühlenden und trocknenden Effekt verursachen. Aufgrund der Niederschlagsmenge von unter 300 mm pro Jahr ist die Landschaft recht trocken und stellt sozusagen eine Wüste dar. Der Nationalpark zählt im Winter zu den kältesten und unwirtlichsten Regionen Kanadas. Selbst im Sommer können die Temperaturen plötzlich fallen und wegen des Windchills lebensbedrohlich werden.